Posts filed under ‘Web2.0’

Tool der Woche – Kleks

Mit dem “Kleks” möchte ich ein vielseitiges Wiki vorstellen, welches gleichermaßen in den Bereichen Forschung, Planung, Bildung oder Tourismus Anwendung finden kann. Hervorheben werde ich einige Funktionen, welche meiner Meinung nach besonders die Web 2.0-Thematik betreffen.

Das Kleks – KulturLandschaftsElementeKataster ist ein Geographisches Informationssystem zur Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente. Als “Kulturlandschafts-Wiki” steht es jedem zur Nutzung oder Mitarbeit offen:

Wir sammeln Informationen, Texte und Fotos zu Gebäuden, Starkbäumen, alten Verkehrswegen, historischen Stätten und vielem mehr. Alle Daten werden objektorientiert eingearbeitet und mit den Namen der Autoren versehen. Bestehende Datensätze können verändert und ergänzt werden. So ist es z. B. möglich, dass ein Heimatforscher ein neues Landschaftselement auf der digitalen Landkarte einzeichnet, ein Museumsmitarbeiter eine Beschreibung dessen Geschichte ergänzt und ein Landschaftsplanungsbüro ein Foto hinzu fügt, das bei Felderfassungen aufgenommen wurde sowie eine Bewertung des Elements nach planerischen Kriterien vornimmt. (Kleks: Über)

Neben Bau-, Boden- oder Naturdenkmalen werden in das Kleks auch andere landschaftsprägende oder kulturhistorisch relevante Elemente wie zum Beispiel geologische Objekte, Flurnamen oder Sagen aufgenommen. Die einzelnen Elemente werden als Punkt-, Linien-, oder Flächenobjekte in die Karte eingetragen. Hierbei bildet OpenStreetMap die Basiskarte, es lassen sich aber zum Beispiel auch historische Karten oder Luftbilder einblenden.

Je nach Objekttyp erscheint jedes Element mit einem spezifischen Icon auf der Karte. Bewegt man den Cursor über ein Element, wird ein Informationsfenster mit gegebenenfalls einem Vorschaubild angezeigt, mit einem Mausklick wird der Datensatz des jeweiligen Elementes geöffnet:

KleksB

Jeder Datensatz besteht aus drei miteinander verbundenen Informationsebenen: einem “Element”-Bereich mit Geo- und Fachdaten, einem “Artikel”-Bereich zur Erstellung von Texten für Forschung, Bildung oder Tourismus sowie einem “Medien”-Bereich zur Aufnahme von Dokumenten. Durch Klick auf “Web-Link” wird ein Permalink zum jeweiligen Datensatz ausgegeben. Gelangt man über einen externen Link zu einem Datensatz, ist es möglich, mit “Lokalisieren” zur Kartenansicht zu wechseln. Aktive Links aus dem Kleks zu anderen Internetseiten können in den “Element”-Bereich eines Datensatzes sowie in die Felder für Literatur- und Quellenangaben im “Artikel”-Bereich eingesetzt werden.

KleksC

Im “Medien”-Bereich können Dokumente unter einer Creative Commons-Lizenz abgelegt werden. Dies ermöglicht die Freigabe selbst erstellter Werke für bestimmte Formen der Nachnutzung ebenso wie die lizenzkonforme Aufnahme CC-lizenzierter Dokumente aus anderen Quellen. Jegliche Änderungen im Kleks müssen, ähnlich wie bei der Wikipedia, erst von Benutzern mit erweiterten Bearbeitungsrechten geprüft und freigegeben werden, um öffentlich einsehbar zu sein.

KleksD

Nicht nur einzelne Elemente, sondern auch bestimmte Kartenausschnitte lassen sich per Link gezielt ansteuern: Durch einen Klick auf das Kettenglied-Symbol oben rechts im Editor werden ein Permalink sowie ein HTML-Einbettungscode für den aktuellen Kartenausschnitt ausgegeben. Permalinks zu einzelnen Kartenausschnitten erlauben die kartographische Zusammenschau verschiedener Elemente eines Gebietes, beispielsweise die eines historischen Ortskerns, eines Herrenhauses, eines Ölfördergebietes oder eines Torfabbaugebietes.

Seine thematische Vielfalt und sein Wiki-Charakter machen das Kleks zu einer spannenden Web 2.0-Plattform. Durch die oben skizzierten Funktionen lässt es sich gut mit anderen Internet-Projekten vernetzen. Und vielleicht finden sich irgendwann die ersten Permalinks zu Datensätzen oder Kartenausschnitten als Belege in wissenschaftlichen Online-Publikationen. Freuen würde ich mich über eine stärkere Verzahnung mit der Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten.

C.K.

11. April 2014 at 08:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Duolingo

Beim heutigen Tool der Woche soll es ums lernen von neuen Sprachen gehen. Mit Duolingo kann sich man diverse Sprachen entweder am Rechner oder via App (Android und Iphone) zu Gemüte führen. Gerade jetzt, wenn die ersten Vorsätze für das neue Jahr schon dahin sind, kann man sich damit einen neuen zulegen und somit das Gewissen beruhigen ;). Auch will ich eigentlich nicht allzuviel darüber schreiben, da solche Lernsysteme bzw. Programme eine sehr individuelle Geschichte sein können. Von daher sollte sich jeder der mag selbst einen Eindruck verschaffen.

Meinereiner hatte seinerzeit mit Französisch begonnen. Man beginnt mit diversen Basics die auch immer ein wenig Grammatik beinhalten – Wortschatz wird auch immer weiter ausgedehnt. Nach den Lektionen werden dann diverse Artikel, die dem Kenntnisstand entsprechen, übersetzt und von anderen Usern bewertet. Das Programm nutzt auch Mikrophon um die Aussprache zu überprüfen. Dabei werden Begriffe eingesprochen die dann „überprüft“ werden. Wenn es dann nicht so ganz richtig war muss man das ein paarmal tun.

Des weiteren muss man bedenken, dass man hier vom Englischen aus an „neue“ Sprachen herangeht (seit Weihnachten kann man auch Englisch von Russisch aus lernen). Dabei kann man nach derzeitigem Stand, sich an Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Französisch versuchen. Neue Sprachen sind wohl in Planung und werden wohl auch über die Community entwickelt und schließlich hinzukommen.

Einfach ausprobieren :)

17. Januar 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – AntennaPod

Während draußen der Sturm tobt und der erste Schnee fällt, verkriecht man sich nur zu gerne unter eine kuschelige Decke mit einem warmen Tee und einer guten Fernsehserie/-film, einem schönen Buch oder einem… Podcast.

Podcasts werden meiner Meinung nach immer noch unterschätzt. Wichtig ist zu wissen, dass es nicht nur Audio- sondern auch Videopodcasts gibt. So habe ich beispielsweise bis zum Schluss die Sendung „Neues aus der Anstalt“ verfolgen können, obwohl ich zu Sendetermin im Fernsehen selten Zeit hatte. Für Eltern (und alle anderen vielleicht ganz interessant: Der WDR bietet auch die „Sendung mit der Maus“ und „Wissen macht Ah!“ als Video-Podcast an. Auch die Audio-Podcast bieten viel spannendes, von Hörspielen zu Musikmagazinen und Diskussionsrunden über eine Weltverschwörung.

Um sich schon mal im Vorfeld einen guten Überblick über die deutsche Podcast-Landschaft zu verschaffen, kann man die Seite podcast.de besuchen. Dort gibt es auch Charts, mit denen man die beliebtesten deutschen Podcasts auf einen Blick vor sich hat.

Ich gebe zu, für einen Audiopodcast setze ich mich nicht unbedingt extra in eine ruhige Ecke, eher höre ich sie unterwegs oder neben der Arbeit, wenn ich Bücher einstelle oder Signaturschilder klebe. Das wiederum geschieht über mein Smartphone, über die App AntennaPod. Leider tut sich die App etwas schwer, die Bedienung ist nicht intuitiv und es gibt keine Hilfefunktion. Allerdings ist die App auf deutsch, was vielleicht für die meisten ein großer Pluspunkt ist. Zudem hat die App jetzt nicht unglaublich viele, ausgefeilte Funktionen, so dass man ohne Anleitung komplett den Überblick verliert.

Um neue Podcast-Abbonements hinzuzufügen hat man mehrere Möglichkeiten: man gibt die direkte URL ein, man sucht sich einen Podcast in den zwei zur verfügung gestellten Katalogen von gpodder.net oder Miro Guide oder man importiert das Paket seiner bisher auf einer anderen Podcast-App (Podcatcher) abonnierten Podcasts.

Hat man dann Podcasts abonniert, kann man auch die bisherigen Folgen anschauen/ansehen. Entweder man lädt sie sich vorher komlett (in einem Wlan-Netz) runter und kann sie so in Ruhe unterwegs hören, ohne sein Datenvolumen zu belasten (Pfeilsymbol), man streamt sie (die Daten herunterladen und gleichzeitig hören – Antennensymbol) oder man besucht über das Weltkugelsymbol die Quellwebsite. Man kann sich auch eine Wiedergabeliste erstellen, beispielsweise mit den neusten Folgen aller Abbonements.

Es gibt noch viele weitere Podcatcher, auch eine Musikwiedergabeprogramme bieten das abbonierten von Podcasts schonals integrierte Funktion an. Ich wollte hier nur mal einen vorstellen und hoffe, dass ich noch mehr Menschen für Podcasts begeistern kann.

MK

6. Dezember 2013 at 11:53 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Google Hangouts

Schon vor Jahrzehnten haben uns Science-Fiction-Serien das Bildtelefon gezeigt, damals war es noch Zukunftsmusik. Heute ist es tatsächlich mit verschiedensten Anwendungen möglich.

Eine davon ist für Android-Nutzer leicht nutzbar: Google Hangouts. Man benötigt dafür einen Google+ Account, den man sich bei Andoid-Telefonen eh schon erstellen muss. Die Nutzer von iOS oder anderen Systemen müssen sich einen solchen Account erst anlegen. Aber wenn man ihn erst einmal hat, kann man mit bis zu 9 weiteren Personen (14 bei einem Premium-Account) in der gleichen Sitzung eine Videokonferenz abhalten. Ein Zeitlimit gibt es dabei nicht, allerdings muss man auf eine Breitband-Internetverbindung zugreifen können, egal ob vom Desktop-Rechner mit der Webcam, vom Notebook mit Kamera oder vom Smartphone (Android/iOS) aus. Man lädt sich die Teilnehmer in Google+ ein, wenn diese das erste Mal dabei sind werden sie aufgefordert noch ein Video-Chat-Plug zu installieren, was sie dann auch tun sollten und dann kann es auch schon losgehen mit dem Videoanruf.

Hangout kann auch als klassischer Text-Chat genutzt werden, was gerade dann nützlich ist, wenn man unterwegs kein W-Lan findet.

Ich nutze Hangouts ganz gerne, egal ob ich mich da mit meinen Vereinskollegen treffe und die nächsten Artikel bespreche oder um meine Eltern mal wieder zu sehen.

 

MK

15. November 2013 at 10:03 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Wordle

“Dicke Wälzer ganz dünn” – unter diesem Motto erstellte DIE ZEIT diese Woche Wortwolken bekannter Romane.  Erstellt wurden die Grafiken mit dem Internetdienst Wordle. Leider kann mein IPAD kein Java und so setzte ich mich trotz des schönen Wetters an meinen Rechner. Der Service Wordle ist kostenfrei und es gibt 2 Möglichkeiten Clouds zu erstellen.

Option 1 ist das Einfügen von Text. Für unser Beispiel habe ich die aktuelle Kolumne der Zukunftswerkstatt  “Augmented Reality – In Zukunft keine Science Fiction mehr”  aus dem Bibliotheksdienst gewählt. Über ein Eingabeformular fügt man den Text ein und über den Button “randomize” können die verschiedensten Grafiken erstellt werden.

Ausgewählt habe ich diese Wortwolke:

Wordle: Augumented Reality

Verfügt eine Seite über einen Atom oder RSS Feed bietet sich Option 2 an. Unser Artikel Feed der Zukunftswerkstatt ergab diese Cloud:

Wordle: Zukunftswerkstatt

Das Layout kann auch über eine Menuleiste individuell angepasst werden. Über die Language Option wird einem der Wordcount angegeben und es können gezielt Sprachen ausgeblendet werden. Über die Funktionen Font, Layout und Color kann man die Grafik individuell gestalten. Für mich als unerfahrene Grafikerin fand ich die Zufallsversion “randomize” besser.

Falls man die Grafik nicht mit anderen Nutzern teilen möchte, kann man diese nur ausdrucken. Alternativ kann man die Bilder in der öffentlichen Galerie archivieren.

Ich finde diese Clouds einfach praktisch. Man kann sich im wahrsten Sinne ein Bild der wichtigsten Themen langer Texte oder der Schwerpunkte von Internetseiten machen. Probiert es doch einfach einmal aus.

SF

18. August 2013 at 12:00 1 Kommentar

Tool der Woche: Threema – die WhatsApp-Alternative aus der Schweiz

Immer wieder wird über Sicherheitsrisiken bei der Kommunikation im Internet berichtet. Die Negativschlagzeilen machen dabei auch vor Kurznachrichtendiensten keinen Halt. Selbst unser beliebtes WhatsApp gerät von Zeit zu Zeit in die Schlagzeilen.

Wem die Befürchtung unerträglich wird, seine Kurznachrichten könnten mitgelesen werden, kann sich jetzt über eine besonders sichere Messaging-Alternative aus der Schweiz freuen: Threema, eine Kurznachrichten-App mit einem besonderen Fokus auf sichere Kommunikation im Netz.

Threema garantiert eine – wie es auf der Website von Threema heißt – echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die auf asymmetrischer Kryptografie beruht und bewirkt, dass niemand ausser dem vorgesehenen Empfänger eine Nachricht lesen kann, selbst der Serverbetreiber nicht.

Threema – die WhatsApp-Alternative für iOS und Android. Bild: Nüstedt

Threema – die WhatsApp-Alternative für iOS und Android. Bild: Nüstedt

Das steuert ein dreistufiges Sicherheitssystem, das überprüft, ob die jeweilige Person, die mir gerade eine Nachricht geschickt hat, auch wirklich der Kontakt ist, für den ich ihn halte.

Die Mitteilung wird auf der Senderseite mit einem öffentlichen Schlüssel codiert und kann erst wieder auf der Empfängerseite mithilfe eines zweiten privaten Schlüssels dekodiert werden.

Threema kann all das, was WhatsApp auch kann: Fotos, Videos und Standorte teilen oder Kontakte automatisch oder manuell aus dem Smartphone-Telefonbuch synchronisieren. Alles immer asymmetrisch verschlüsselt.

Die Schweizer Messaging-App gibt es als Android-Version für derzeit 1,60 Euro und als iOS-Ausgabe für 1,79 Euro (zum Vergleich WhatsApp 99 Cent).

UN

31. Juli 2013 at 13:15 1 Kommentar

Die magische Zahl: 23

Dieser Artikel von Zukunftsentwickler Jan Holmquist ist im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne abgedruckt in: Bibliotheksdienst 2013 (47) 6, 470-472.

Die im Text angekündigte deutschsprachige Fassung der 23 mobile Things ist seit 24. Juni 2013 online – hier geht es um den internationalen Kontext – und warum 23 die magische Zahl ist.

—————————————-

Als Helene Blowers und das Team der Public Library of Charlotte and Mecklenberg 2006 das erste „23 Things“-Programm[1] ins Leben riefen, eroberte es die Bibliothekswelt im Sturm: als frei zugänglicher Online-Kurs, der Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeitern die Gelegenheit gibt, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu verschiedenen Themen in 23 kurzen Lektionen selbst gesteuert  zu vertiefen, stellt das Angebot ein professionelles und spielerisches Weiterbildungsinstrument dar. Das ursprüngliche Konzept wurde mittlerweile in mehr als 1.000 Organisationen weltweit umgesetzt und in verschiedenen Sprachen adaptiert. Die Zukunftsentwickler der Zukunftswerkstatt arbeiten aktuell an drei verschiedenen „23 Things“- Projekten: “23 Things for Gaming”, “23 Things Open” und “23 Mobile Things”. Dies lässt eine interessante Auswahl an 96 breit gefächerten Lerneinheiten und spielerischen Lernmöglichkeiten erwarten. Die einzelnen Lernreihen werden weiter unten näher ausgeführt.

Im Fokus dieses Artikels steht das Projekt „23 Mobile Things“, das Kenntnisse über Apps für Smartphones und Tablets vermittelt. Dieses Programm orientiert sich stark am ursprünglichen 23 Things-Konzept und hat zum Ziel, das den Mehrwert mobiler Geräte erfahrbar zu machen. Die erste Version von  “23 Mobile Things” wurde in dänischer Sprache[2] von Bibliothekar, Zukunftsentwickler und Autor dieses Artikels, Jan Holmquist, sowie seinen Kollegen Pernille Saul, Stine Grabas und Sigrid Kjøllerfür für das Bibliotheksteam der Guldborgsund-Bibliotekerene[3] geschrieben. Die englischsprachige Version des Kurses beinhaltet Lernziele zu Apps und Anwendungen für soziale Netzwerke sowohl für Android- als auch für iOS-Plattformen. Diese Version ist offen für alle, die an dem Kurs teilnehmen wollen. Ohne Zeitvorgaben lassen sich die 23 Lektionen nach eigener Geschwindigkeit durcharbeiten und Lernerfolge über Twitter mit anderen teilen. Dabei wird der Hasthag  #23mobilethings verwendet. Auch Fragen zum Stoff können über diesem Hashtag oder direkt an @23mobilethings gestellt werden. Das Unterstützungsteam betreut diese beiden Kommunikationskanäle und beantwortet die Anfragen. Die erste Lektion befasst sich mit Twitter, damit die Teilnehmenden die Basisfähigkeiten erlernen, die zum Teilen von Erfahrungen und zur Kommunikation für die restliche Dauer des Kurses nötig sind.

 Wozu “23 MobileThings”?

Das Projektteam ist daran interessiert herauszufinden, auf welche Weise mobile Technologien für Bibliotheken und Bibliotheksmitarbeiter nutzbar sind, um Angebote für ihre Community zu entwickeln und mit ihrer Community in Verbindung zu treten. Mögliche Einsatzbereiche sind Bibliotheksdienstleistungen für Smartphone- und Tabletnutzer, der Aufbau sozialer Netzwerke und die berufliche Weiterbildung. Die Studie “Mobile Connections To Libraries” des Pew Research Center’s Internet & American Life Project (PEW Internet)[4] untersucht, wie rapide die mobile Nutzung von Bibliothekskatalogen und anderen bibliothekarischen Dienstleistungen durch individuelle mobile Endgeräte steigt. Die eigene Bibliothek einmal aus dem Blickwinkel eines Nutzers mit einem solchen mobilen Endgerät zu erleben, kann eine sehr erhellende Erfahrung sein.

Neue Technologien werfen in Bibliotheken auf der ganzen Welt stets viele Fragen auf. Ein Weg, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bibliotheken das entsprechende Wissen zur Beantwortung dieser Fragen zu vermitteln, sind Lernprogramme, wie sie in diesem Artikel behandelt werden. Ein anderes Ziel für ein solches Lernprojekt ist es, den Wissensdurst zu wecken und Innovationen den Weg zu ebnen, indem die Teilnehmenden selbst erleben, wie neue Bibliotheksdienstleistungen entstehen.

 Wer erstellt den Kurs „23 Mobile Things“?

Die im April 2013 begonnene englischsprachige Version des Kurses entsteht in internationaler Zusammenarbeit. Ein Team, bestehend aus dem Autor dieses Artikels (Dänemark) sowie Mylee Joseph und Kathryn Barwick von der State Library of New South Wales[5], arbeitet zusammen daran, den englischsprachigen Kurs zu konzipieren. Beraten werden sie von Dr. Michael Stephens, Assistent Professor an der School of Library and Information Science an der San Jose State University (USA) und Betreiber des Blogs Tame the Web[6], der zudem die Ergebnisse des „23 Things“-Kurses für Bibliotheksmitarbeiter wissenschaftlich untersucht.

Der Kurs steht unter Creative Commons Lizenz, was die individuelle Veränderung, Adaption und Nutzung des Kurses auf lokaler, nicht-kommerzieller Basis erlaubt. Die dänische Version ist für das iPad mini, die englische für iOS- und Android-Geräte ausgerichtet. Die Zukunftswerkstatt wird in den nächsten Monaten eine deutschsprachige Version entwickeln und die Plattformfrage entsprechend für Deutschland klären. Die Erfahrungen aus der dänischen und englischsprachigen Umsetzung werden bis zum für den Herbst geplanten Start mit einfließen. Wer sich an der Erhöhung der Reichweite des Projekts beteiligen möchte, z.B. bei der Konzeption von 23 Things für Windows Phones, ist herzlich eingeladen, mit der Zukunftswerkstatt in Kontakt zu treten.

Zu den weiteren Planungen der 23 Things-Reihe: Mit “23Things Open” plant die Zukunftswerkstatt gemeinsam mit Partnern und Experten ein MOOC[7] zum Thema “Offene Formate”. Hier sollen verschiedene offene Formate, z.B. Open Access, Open Educational Resources, Open Science, CC-Lizenzen, vorgestellt und deren Bedeutung für Wissenschaftliche wie Öffentliche Bibliotheken ausgelotet werden. Damit soll ein umfassendes Selbstlern-Tutorial für alle Mitarbeiter in Wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken zum Thema “Offene Formate” entstehen. Das Know-How über diese Publikationsformen soll stärker verbreitet und die Fachdiskussion zur Auswirkung auf die Arbeit in Bibliotheken, den Bestandsaufbau und die Wissensvermittlung in diesem Bereich weiter angestoßen werden. Der Kurs „23 Things for Gaming“ wird natürlich gamifizierende Elemente enthalten. Das Projektteam arbeitet gemeinsam mit Plattformentwicklern daran, dass für die Erreichung von Lernzielen etwa kleine Auszeichnungen in Form von Mozilla-Badges erlangt werden können, die über soziale Netzwerke mitteilbar sind. Die Inhalte werden aktuell festgelegt. Auch zur bestmöglichen Kommunikationsform mit den Teilnehmern gibt es bei Redaktionsschluss dieses Heftes konkrete Überlegungen.

Es gibt viele gute Gründe, sich auf die vielen spannenden und anregenden Lernmöglichkeiten zu freuen. Seit 2006 hat das 23 Things-Konzept nichts an seiner inspirierenden Wirkung verloren – und unterhaltsam ist es natürlich auch, sich zwanglos neue technologische Wissensbereiche anzueignen – viel Spaß beim Ausprobieren!

Der Autor, Jan Holmquist, arbeitet an der Bibliothek in Guldsborgsund, Dänemark. Philip Orr hat den Text ins Deutsche übersetzt. Kontakt zu den 23 Things-Projektteams : info@zukunftswerkstatt.org.


[1]          http://www.heleneblowers.info/2012/08/6-years-of-23-things.html

[2]          http://23mobileting.org 

[3]          http://www.guldborgsundbib.dk/

[4]          http://libraries.pewinternet.org/files/legacy-pdf/PIP_MobileConnectionsToLibraries.pdf

[5]          http://www.sl.nsw.gov.au/

[6]          http://tametheweb.com/

[7]          Massive Open Online Course – kostenlos angebotener Online-Kurs

1. Juli 2013 at 08:13 Hinterlasse einen Kommentar

23mobilethings bald auch auf deutsch!

Am 24.6. startet die deutschsprachige Version der dänisch-australischen Initiative von 23mobilethings. Übersetzt von Gabriele Fahrenkrog, betreut von der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.

Ger23mthings

Hier geht es zur deutschsprachigen Version des 23 Lektionen umfassenden Selbstlernkurses über mobile Apps: http://ger23mobilethings.wordpress.com/

17. Juni 2013 at 14:59 1 Kommentar

Update zu Michael Stephens

Liebe Freunde und Unterstützer der Zukunftswerkstatt,

heute möchten wir Euch heute ein Update zum Besuch von Michael Stephens geben. Wir wurden in den letzten Tagen des öfteren nach genauen Terminen und Orten gefragt. Wir können Euch heute noch nicht alle Veranstaltungsorte nennen. Trotzdem möchten wir Euch mit allen aktuellen Informationen versorgen:

22.10.2012 Berlin/Veranstaltungsort: tba. Beginn zwischen 19h und 20h
23.10.2012 Frankfurt oder Wiesbaden/Veranstaltungsort : tba. Beginn zwischen 19h und 20h
25.10.2012 Köln/Veranstaltungsort: FH Köln Beginn zwischen 19h und 20h
26.10.2012 Hamburg/Veranstaltungsort: TU Hamburg-Harburg Beginn zwischen 19h und 20h

Sobald wir neue Daten haben oder sich an den aktuellen Daten etwas ändert werden wir Euch natürlich sofort informieren.

Wir würden uns freuen, wenn wir Euch auf einer der Veranstaltungen begrüßen könnten.

Bitte gebt diese Informationen an alle Kollegen/Freunde/Bekannte etc. weiter, die an den Veranstaltungen Interesse haben könnten.

Beste Grüße

Eure Zukunftswerkstätter

24. September 2012 at 23:20 Hinterlasse einen Kommentar

Ist es wirklich schon so spät …? #bibtag12 aus der Sicht eines Zukunftsentwicklers

Da gab es erst den Blogbeitrag zum Anfang des Bibliothekartags und nach drei mal Blinzeln sind wir jetzt fast schon wieder am Ende. Uns Zukunftsentwicklern hat es sehr viel Spaß gemacht. Wir hoffen, denjenigen, die uns im doch leicht versteckten Saal A gefunden haben, auch.

Unsere Veranstaltungen waren gut besucht – wir danken an dieser Stelle nochmals allen Vortragenden. Auch am letzten Tag beim offiziellen Programm sah man, dass das Interesse der Bibliothekare an Social Media (u.a. um Twitter und Facebook in Bibliotheken) stetig wächst – der Saal platzte quasi aus den Nähten. Gerade aber auch die Vorträge, die über unsere Vortragstabelle bis eine Woche vor dem Start des Bibliothekartags eingereicht wurden, waren sehr interessant und anregend für das direkte Umsetzen in der eigenen Bibliothek, für das eigene persönliche Arbeiten. Aber die Vorarbeit hatte natürlich Anfang der Woche Melanie Kleist mit dem Vortrag “How to Twitter” geleistet. Dank ihr und der FU Berlin konnten wir während des ganzen Bibliothekartags eine Twitterwall projezieren.

Mit ca. 35 Tablets und E-Book-Readern konnten wir unseren Kolleginnen und Kollegen etwas zum Anfassen und Ausprobieren ohne Kaufberatung bieten. Die dazu passenden Vorträge von Markus Caspers und Martin Kramer.

Mit 3 Kinect und 2 Wii wurden manche Bibliothekare zum Luke Skywalker und manche eiferten Sebastian Vettel bei Mario Kart nach. Zum Frustabbau konnte man bei Raging Rabbit Kaninchen treten oder für Streicheleinheiten bei Kinectimals den Tiger streicheln. Justin Hoenke, Teen Librarian bei der Portland Public Library (Maine) und der über Skype zugeschaltete Eli Neiburger (US Movers & Shakers-Awards Gewinner 2009) konnten uns auch aus internationaler Sicht zeigen, dass Games in Bibliotheken gehören und was der Vorteil einer funktionierenden Community ist. Wenn man zusammen mit anderen Gamern teilweise mehrere Stunden Strategien entwickelt, um auf einen neuen Level zu kommen, so wird man im Berufsleben auch nicht bei der ersten Hürde aufstecken. Spielerisches Lernen ist erfolgreicher, effektiver als “reines” Auswendiglernen bzw. Pauken. Bisher war ich selbst kein Gamer, aber der Virus hat angesteckt :-)

Empfehlens- und nachahmenswert waren auch die Vorträge zur Co-Working-Space, zum Crowdfunding und zur QR-Code-Rallye. Bei letzteren beiden Vorträgen konnte man erfahren, wie es mit relativ einfachen Mitteln möglich ist, über Einsatz von Social Media z.B. eine Ausstellung zu bewerben (El Greco und die Moderne, Museum Kunstpalast Düsseldorf) oder auch Gelder für eine Bibliothek in Indien akquirieren kann (Buy India a Library Project).

Natürlich könnte ich jetzt über jeden Vortrag noch einen kurzen Satz schreiben, aber dann würde dieser Beitrag nie enden … so schließe ich mit: wer nicht da war, hat etwas verpasst, kann aber nächstes Jahr während des Bibliothekartags in Leipzig dieses Versäumnis nachholen.

Und in eigener Sache: die ehrenamtliche Arbeit als Zukunftsentwickler macht viel Spaß, man lernt sehr nette Kolleginnen und Kollegen kennen, die die Zukunft der Bibliotheken nicht im “Bunkern” von Büchern und Daten sehen, sondern in der Öffnung und Miteinbeziehung unserer Klientel, der Leser, Gamer und Kulturinteressierten. Ich freue mich jedenfalls diese doch inzwischen bunt gemischte Truppe bei unserem nächsten Ehrenamt-Treffen in Wuppertal wiederzusehen und zu überlegen, wie wir weiter die Zukunft mitgestalten können – frei nach dem Leitspruch der Zukunftsentwickler von Mahatma Gandhi: Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.

IH

25. Mai 2012 at 12:37 3 Kommentare

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