ZW-Tipp – DIY Book Scanner

The Archivist (Foto: Daniel Reetz, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Auf DIY Book Scanner entwickeln Maker freie Software und Hardware zum Selbstbau von Buchscannern. Die kreative Bandbreite an Ideen reicht von einfachen Basteleien aus Kartons und preiswerten Fotoapparaten bis hin zu eigenen Designs und spezieller Software.

Gründe für den Bau und Betrieb eines Buchscanners gibt es viele, wie Daniel Reetz, der Begründer des Projekts, in einem Vortrag ausführt: Über Texterkennung und Sprachausgabe werden geschriebene Werke für Sehbehinderte zugänglich; Digitalisate von Akten und Dokumenten in Krisengebieten dienen als Sicherheitskopien.

Nach über fünf Jahren Arbeit hat sich Reetz aus dem Projekt zurückgezogen. Zum Abschied hat er seine Ideen am Beispiel seines Meisterstücks, The Archivist, zusammenfassend dargestellt:

Daniel Reetz: The Archivist, or How I Built A Book Scanner in Six Years

C.K.

25. März 2017 at 22:56 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Recherchetipp: Textanalyse samt Recommender-System


JSTOR ist ein großer Digitalisierungsverbund, dessen Bestände in vielen Hochschulen in das Angebot der E-Journals eingebunden ist. Im Beta-Status gibt es jetzt das Tool „Text Analyzer“, mit dem man jetzt diesen Bestand für die Recherche nutzen kann.

Man gibt erstens Text ein oder auch ein Bild. Ich habe einen Abschnitt aus dem englischen Wikipedia-Artikel „Third Place“ verwendet, war aber wohl zu sparsam, denn anderwo steht, das Toll sei umso besser, je mehr Text man eingibt. Gut. Dannn kommt eine Ergebnisseite, auf der man zweitens nochmal nachjustieren kann: Man bekommt eine Liste der wichtigen Begriffe und kann diese gewichten oder noch Begriffe nachschieben.

Es ist aber drittens auch möglich, in einer Schlagwortwolke noch weitere Begriffe auszuwählen:

Rechts gibt es dann eine Liste von Ergebnissen, sprich: Aufsätzen, die den Eingaben entsprechen. Es ist also eine Art Recommender-System nach Textanalyse. Sehr handsam!

Der Hinweis auf JSTOR Text Analyzer kam von Gary Price in InfoDocket, der noch auf ein Anleitungsvideo verlinkt und von einem Tübinger Kollegen, Renke Siems.

Als letztes möchte ich noch an Aaron Swartz gedenken, dessen Tod auf tragische Weise mit dem Thema der Analyse des großen Datenbestandes von JSTOR verknüpft ist.

18. März 2017 at 10:37 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Tool – Calliope mini

Der Calliope mini (Bild: Calliope gGmbH, Lizenz: CC BY-SA)

Der Calliope mini ist ein Lerncomputer, der für den Einsatz im Unterricht ab der dritten Klasse entwickelt wurde. Er besteht aus einem einzigen Board und wurde bewusst so entwickelt, dass die Kinder seinen Aufbau erkennen und ihn zum Experimentieren in die Hand nehmen können.

Schon die Grundausstattung des Calliope mini bietet eine ganze Reihe kreativer Möglichkeiten: Neben Knöpfen und Kontakten sind auf der Platine ein LED-Raster, ein Mikrofon sowie ein Lautsprecher untergebracht, um einfache Experimente mit Licht und Ton zu realisieren. Ein Kompass sowie Sensoren für Bewegung und Beschleunigung ermöglichen zusammen mit zwei Motoranschlüssen die Steuerung eines fahrbaren Roboters. Über zwei Grove-Anschlüsse lässt sich der Lerncomputer um weitere Sensoren oder andere Bauteile erweitern.

 

Code-Segment im Online-Editor (Screenshot: Calliope gGmbH, Lizenz: CC BY-SA)

Zum Programmieren können die Kinder auf verschiedene grafische Editoren zurückgreifen. Auch die Verwendung von nichtgrafischen Sprachen, zum Beispiel Micro-Python, ist vorgesehen. Neben einem USB-Anschluss enthält die Platine auch ein Bluetooth-Modul für die drahtlose Steuerung. Eine entsprechende App befindet sich noch in der Entwicklung. Außerdem ermöglicht Bluetooth auch die Übertragung von Nachrichten zwischen mehreren Lerncomputern.

Testweise wurde der Calliope mini bereits an Schulen im Saarland und in Bremen eingesetzt. Seine Entwickler begrüßen den Einsatz auch in nichtschulischen Kontexten ausdrücklich. Zur Weiterverbreitung und Weiterentwicklung stehen die Hard- und Software sowie alle Lernmaterialien unter einer CC BY-SA Lizenz. Neben der Homepage bietet ein YouTube-Kanal weitere Informationen und Anregungen.

C.K.

12. März 2017 at 10:52 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Recherchetipp: Suche nach freien Bildern und Materialien

Creative Commons (cc) ist die Lizenz, mit der häufig Bilder, Medien und Texte ausgezeichnet werden, um zu zeigen, was erlaubt ist, mit ihnen zu tun. Man kann natürlich auch nach Medien mit den entsprechenden Lizenzen suchen und beispielsweise Google hat in der Bildersuche, aber auch in der allgemeinen Suchmaschine in der erweiterten Suche die Option hinzugefügt, nach verschiedenen Lizenzarten zu recherchieren.
Hier möchten wir Euch zwei Spezialsuchen vorstellen, die von Creative Commons selbst angeboten werden. Als erstes wäre da die Creative Commons Search (es wurde hier bereits einmal erwähnt), die verschiedene Quellen aufzeigt, mit denen man nach verschiedenen Medien suchen kann. Oben rechts ist ein Suchfenster, darunter kann man die Parameter eingeben, die einem wichtig sind. Es ist so etwas wie ein Suchinterface, nicht nur Linksammlung, die zu den einzelnen Suchdiensten weiterleitet, sondern man kann gleich von hier aus die Suche starten, ohne wechseln zu müssen.
Jetzt gibt es eine neue CC Search, die noch in beta ist, und offensichtlich verschiedene Quellen auf einmal abfragt.
ccsearch
Diese ist nun eine echte Metasuche, die die Repositorien 500px, flickr, Metropolitan Museum of Art, New York Public Library und das Rijksmuseum abfragt. Insgesamt sollen das knapp 10 Millionen Bilder sein. Man kann so leicht verwendbare Bilder – beispielsweise für die Gestaltung von Flyern oder einer Homepage (probiert einmal „library“ aus) – finden.
Leider ist die Suche noch nicht zuverlässig. Gebe ich bei cc search das Stichwort „sioux“ ein, kommt wenig. Bei Flickr kommt mehr und wenn ich dort auf „Entdecken“ klicke und im Aufklappmenü dann „Commons“ auswähle und dort dann die Suche „Die Commons durchsuchen“ mit demselben Stichwort durchführe, dann kommt Spezifischeres und eine große Anzahl an Ergebnissen. Hier sind die Bestände beispielsweise der Library of Conggress und des Smithsonian Institute enthalten, die reichhaltige Bilder bieten. Auch hier läßt sich die Lizenzart einstellen.
Fazit: Guter Wille ist da, aber beim „beta“ ist noch einiges zu optimieren.

4. März 2017 at 01:37 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Tool: dataviz.tools

Heinz-Jürgen Bove hat recht: Eine wirklich umfassende, brauchbare Sammlung, die gut strukturiert ist, knappe Beschreibungen enthält und vielfältige Tools, unter denen man Apps, Cloud-Dienste ebenso wie Software zum Herunterladen findet. Es wäre zwar schön gewesen, wenn man schon in der Beschreibung sieht, um welche Umgebung (Linux, Windows, App oder Cloudservice) es sich handelt, aber egal, das hält einen beim Stöbern nicht auf!

24. Februar 2017 at 21:03 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Tool – freesound

freesound

Freie Tonaufnahmen zum Hören, Teilen und Verändern bietet freesound, ein digitales Klangarchiv, an dem sich jeder beteiligen kann. Alle Tonaufnahmen sind durch Tags und Geotags erschlossen und können heruntergeladen, geteilt oder eingebettet werden. Die Nutzungsmöglichkeiten für jede Klangdatei sind durch Creative Commons Lizenzen geregelt. Wer nicht nur eigene Aufnahmen einbringt, sondern auf vorhandenes Material zurückgreift, kann die verwendeten Aufnahmen mit der selbst erstellten Variante verknüpfen.

C.K.

18. Februar 2017 at 22:37 Hinterlasse einen Kommentar

ZW-Recherchetipp – Bildrecherche mit UK Grid Reference Finder und Geograph

Auf vielen britischen Karten wird ein spezifisches Koordinatensystem angewendet. Dieses lässt sich nutzen, um eine Recherche nach Fotografien zu einem Objekt oder einem Gebiet durchzuführen.

Als National Grid wird das Koordinatensystem bezeichnet, welches auf allen Karten des britischen Ordnance Survey zur Positionsbestimmung eingesetzt werden kann. Dazu werden die Karten in Planquadrate eingeteilt, welche mit Buchstaben und Ziffern bezeichnet werden. Im folgenden soll eine Bildrecherche zu Wray Castle durchgeführt werden. Mit dem UK Grid Reference Finder lässt sich die Lage von Wray Castle ermitteln: NY 37495 01002.

gridreferencefinder

Screenshot: UK Grid Reference Finder

Die Buchstaben NY bezeichnen ein Planquadrat von 100 km Seitenlänge. Mithilfe der beiden Ziffernfolgen wird dieses Planquadrat in weitere Quadrate unterteilt. Je länger die Ziffernfolgen, desto feiner die Unterteilung: NY 37 01 bezeichnet ein Planquadrat von 1 km Seitenlänge, NY 374 010 ein Quadrat von 100 m Seitenlänge, in dem sich Wray Castle befindet. In der Literatur werden oft solche Koordinaten für die Lage eines geografischen Objekts angegeben.

Das National Grid wird auch von Geograph unterstützt, ein geografisches Fotoprojekt, welches bereits in unserem Blog vorgestellt wurde. Eine National Grid Reference kann direkt in das Suchfeld eingegeben werden, um eine Umkreissuche durchzuführen:

umkreissuche

Screenshot: Resultat einer Umkreissuche in Geograph

Die Struktur von Geograph folgt der Einteilung in Planquadraten von einem Quadratkilometer, hier NY 37 01. Jedes dieser Planquadrate kann für genaue Recherchen direkt aufgerufen und zur Dokumentation stabil verlinkt werden. Für jedes Planquadrat lässt sich unter See geographical distribution of pictures eine Kartenansicht aufrufen, welche die geografische Verteilung der bisher eingereichten Fotos darstellt:

centisquareraster

Screenshot: geografische Verteilung von Fotos innerhalb des Planquadrats

Diese Darstellung veranschaulicht die Rolle der Ziffern einer Grid Reference: Die erste Ziffer steht für den Ostwert (=Rechtswert, Easting), die zweite Ziffer für den Nordwert (=Hochwert, Northing) einer Position. Wir können also nun anhand des dargestellten Planquadrats NY 37 01 zum kleineren Planquadrat NY 374 010 navigieren, indem wir auf dem Raster oder im Eingabefeld die Position 4,0 anwählen.

centisquarewaehlen

Screenshot: exakte Wahl des kleineren Planquadrats

So gelangen wir zu den eingereichten Fotos, welche im kleineren Planquadrat NY 374 010 lokalisiert sind.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten dieses großartigen Projekts. Wer noch etwas mehr über Wray Castle erfahren möchte, findet unter der Shared Description weitere Informationen und Fotografien.

C.K.

P.S.: In Wikidata können National Grid-Planquadrate eingetragen werden.

12. Februar 2017 at 23:16 Hinterlasse einen Kommentar

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