Posts tagged ‘Geoinformationssysteme’

Tool der Woche – Mapillary

Mapillary ist eine kartenbasierte Plattform, auf der geokodierte Fotos mit Orts- und Straßenansichten eingestellt und geteilt werden können. Mit spezieller Software werden aus den Fotos Sequenzen gebildet, die auf der Karte als Linien erscheinen. So lassen sich fotografisch dokumentierte Wegstrecken auswählen, um die hinterlegten Bilder einzeln oder ihrer Abfolge nach betrachten zu können. Alle Inhalte unterliegen freien Lizenzen zur Weiternutzung. Jedes einzelne Foto lässt sich per Permalink gezielt aufrufen, teilen oder einbetten.

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Abb. 1: Straßenansicht in Malmö (peterneubauer, Lizenz: CC-BY-SA)

Mit Hilfe einer eigens hierfür entwickelten Smartphone-App lassen sich gezielt Bildsequenzen erstellen, da die hierfür benötigten Metadaten mit aufgenommen werden. Die App ist nicht unbedingt erforderlich, aber genau für diesen Zweck zugeschnitten. Dann kann die Feldarbeit beginnen: Beim Flanieren, Wandern oder anderen Aktivitäten in der Landschaft oder in der Stadt lassen sich so gewöhnliche und ungewöhnliche Orte einfangen. Für Wege und Straßen lässt sich das Smartphone mit einem Halter am Fahrradlenker, Auto-, Bus- oder Eisenbahnfenster montieren, während auf der Fahrt in regelmäßigen Abständen Fotos erstellt werden.

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Abb. 2: Royal Botanic Gardens, Kew (agatefilm, Lizenz: CC-BY-SA)

Yubin Kuang stellt Mapillary in seinem Vortrag „Mapillary – the missing view of the planet“ vor. Weitere Videos gibt es bei Vimeo, mehr Hintergrundinformationen sind bei Wikipedia und im OpenStreetMap-Wiki nachzulesen.

Zur Zeit gibt es auf der Karte noch viele weiße Flecken, was für viele Web-2.0-Bastler bestimmt eine verlockende Herausforderung darstellt. Bei virtuellen Ausflügen durch die hinterlegten Sequenzen stößt man leider noch oft auf wenig aussagekräftige Fotos.

C.K.

7. November 2014 at 10:36 1 Kommentar

Tool der Woche – OpenStreetMap

OpenStreetMap ist „ein im Jahre 2004 gegründetes internationales Projekt mit dem Ziel, eine freie Weltkarte zu schaffen.“ Kern des Projekts ist eine Datenbank mit freien Geodaten, aus denen dann Karten erstellt werden können.

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Abb. 1: Innenstadtbereich von Goslar (© OpenStreetMap-Mitwirkende)

Jeder kann sich auf vielfältige Weise an dem Projekt beteiligen: Mit einem GPS-Gerät können beispielsweise Geodaten aufgenommen und eingepflegt werden. Es ist aber auch viel Arbeit am Schreibtisch zu erledigen: Hausnummern müssen nachgetragen oder überprüft werden. In jeder belebten Innenstadt eröffnen neue Geschäfte, die dann als Point of Interest eingetragen werden können.

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Abb. 2: Behindertenparkplatz, Trafostation und Sammelpunkt (Foto: CK)

Besonders reizvoll am Mappen ist es, Erkundungen im Ort oder in der Landschaft mit der anschließenden Auswertung der Notizen und dem Basteln am heimischen Computer verbinden zu können. Das Erkunden und Mappen eines Ortes schult die Aufmerksamkeit und lässt einen Dinge entdecken, die man vorher eher beiläufig wahrgenommen hat: Hydranten, Sirenen oder eine versteckt gelegene Sitzecke. Für jeden bietet OpenStreetMap die Möglichkeit, sich mit den eigenen Interessen einzubringen: Waldgebiete, Fahrradwege, Eisenbahnanlagen, Bibliotheken, historische Gebäude, Geschäfte, …

Ein ausführliches „Handbuch 2.0“ bildet das mehrsprachige Wiki, ebenso gibt es ein ForumPodcast & Blog.

OpenStreetMap-Karten werden heute von immer mehr Projekten verwendet:  KLEKs, Mundraub, OpenBookCase oder Wikipedia.

Ob drinnen, oder draußen – viel Spaß beim Mappen!

C.K.

24. Oktober 2014 at 09:28 1 Kommentar

Tool der Woche – GeoHack

GeoHack ist ein Tool, mit dem zu vorgegebenen Koordinaten verschiedene Geoinformationsdienste angesteuert werden können. Die Koordinaten werden dabei jeweils so formatiert, dass ein bestimmter Informationsdienst direkt per Mausklick abgefragt werden kann.

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Abb. 1: GeoHack in der deutschsprachigen Variante

Da GeoHack zu den Wikimedia-Tools gehört, wird es hauptsächlich von Wikipedia und Wikimedia Commons genutzt. Bei einem geokodierten Wikipedia-Artikel gelangt man zu GeoHack, wenn man oben rechts über dem Artikel auf die Koordinaten klickt. Bei vielen Artikeln sind die Positionsangaben auch direkt in einer Infobox angegeben. Geokodierte Fotos in Wikimedia Commons enthalten die Positionsangaben des Fotografen auf der jeweiligen Informationsseite. Diese können ebenfalls direkt angeklickt werden.

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Abb. 2: GeoHack in der englischsprachigen Variante

Ebenso wie bei Wikipedia existieren verschiedene Sprachversionen von GeoHack. Besonders beim Recherchieren zu anderen Ländern empfiehlt es sich, auch mal zur jeweiligen Sprachversion zu wechseln. Abbildung 2 zeigt die englischsprachige Variante von GeoHack mit Informationen zu Ottawa – hier werden auch Informationsdienste für die Region Kanada aufgeführt.

Auch von anderen Plattformen aus lässt sich GeoHack ansteuern, beispielsweise verlinken die Geograph-Projekte auf GeoHack.

Einige Geoinformationsdienste können nur benutzt werden, wenn die Koordinaten von Hand eingetragen werden. Hierfür zeigt GeoHack die benutzten Koordinaten in verschiedenen Formaten an, so dass diese dann in anderen Diensten genutzt werden können.

Neben Kartenanwendungen lassen sich mit GeoHack beispielsweise auch Geocaching-, Amateurfunk- und Fotografie-Plattformen ansteuern.

C.K.

19. September 2014 at 08:28 1 Kommentar

Tool der Woche – Wikipedia und OpenStreetMap

Heute unternehmen wir einen virtuellen Ausflug an die Nordsee. Dazu nutzen wir die Möglichkeit der direkten Einblendung von Landkarten in Wikipedia-Artikel. Unser Tool der Woche besteht in der produktiven Verknüpfung zweier freier Webprojekte, nämlich Wikipedia und OpenStreetMap. Dabei können wir heute nur einen kleinen Einblick in die Arbeit nehmen, welche vom WikiProjekt Georeferenzierung geleistet und koordiniert wird.

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Abbildung 1: Artikel Varel mit Karteneinblendung

Wir starten im friesischen Varel, einer Stadt am Jadebusen. Die Koordinaten georeferenzierter Wikipedia-Artikel werden oben rechts unter dem Suchfeld eingeblendet. Gleich daneben findet sich der Button mit dem Lupen-Symbol, mit dem eine Karte direkt in den Artikel eingeblendet werden kann. Angezeigt werden ein roter Marker für das betreffende Objekt sowie weitere Ortsmarkierungen aus anderen Artikeln. Die Karte lässt sich zoomen und verschieben.

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Abbildung 2: Karteneinblendung Varel

In einer roten Linie erscheint auch der Umriss der Stadt Varel. Dies wird ermöglicht durch das Unterprojekt WIWOSM (Wikipedia wo in OSM, Wikipedia where in OSM), welches an der Einbindung von Objekten aus OpenStreetMap in Wikipedia arbeitet. Für diese Kartendarstellung ist nur das betreffende Objekt, die Stadt Varel, in die Karte eingeblendet.

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Abbildung 3: Karteneinblendung Varel

Mit der Einstellung „Wikipedia World“ werden alle für den Kartenausschnitt relevanten Ortsmarkierungen aus Wikipedia angezeigt. Je nach Art des Objekts, zum Beispiel Stadt, Flughafen oder Gewässer, werden die Ortsmarkierungen durch spezifische Symbole repräsentiert. Auf der Karte finden wir auch den Marker für das Nordseebad Dangast. Per Mausklick öffnet sich ein Fenster mit einem Vorschaubild vom Schöpfwerk Petershörn sowie einem Link zum deutschsprachigen Artikel.

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Abbildung 4: Karteneinblendung Dangast

Eine Raute ist Ortsmarkierungen vorangestellt, deren Koordinaten innerhalb eines Artikels untergebracht sind. In diesem Fall verweist die Ortsmarkierung auf einen Eintrag in der Liste der niedersächsischen Seehäfen. Das Vorschaubild zeigt aber nicht den Dangaster Hafen, sondern den von Bensersiel. Aber schauen wir uns die Liste mal genauer an.

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Abbildung 5: Karteneinblendung Liste der niedersächsischen Seehäfen

Die Einträge in der Liste der niedersächsischen Seehäfen sind durchgehend georeferenziert. Oben rechts unter dem Suchfeld finden sich Buttons mit der Möglichkeit, alle im Artikel enthaltenen Koordinaten in einer Karte anzuzeigen. Neben der hier aufgerufenen Karte mit den Ortsmarkierungen findet sich links eine Auflistung aller Einträge. Geht man mit der Maus auf eine Ortsmarkierung, wird diese ebenso wie der zugehörige Listeneintrag farbig hervorgehoben und umgekehrt. Mit Hilfe der Kästchen neben den Listeneinträgen lassen sich gezielt nur die Einträge auswählen, welche in der Karte angezeigt werden sollen. Das Beispiel zeigt die Lage der Häfen von Varel und Dangast am Jadebusen.

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Abbildung 6: Karteneinblendung und Artikel Varel

Geokoordinaten lassen sich ebenso direkt in den Text eines Artikels einbinden. Die Ortsmarkierung für die Seeschleuse in Varel enthält einen Link, der direkt zum betreffenden Textabschnitt mit der Koordinateneinbindung führt. Das Fenster mit dem Vorschaubild enthält den Namen des Objekts mit vorangestellter Raute sowie den des verlinkten Artikels.

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Abbildung 7: Karteneinblendung Varel und Artikel Jade

An der Grenze zu Varel mündet die Jade in den Jadebusen. Das Symbol der Ortsmarkierung zeigt an, dass es die Koordinaten eines Gewässers repräsentiert. Für Gewässer wie für viele andere Objekttypen gibt es in der Wikipedia Informationsboxen mit Datenfeldern, die für Fließgewässer beispielsweise die Koordinaten für die Quelle und die Mündung enthalten. Auch diese werden in den Karten berücksichtigt.

Besonders Gelegenheitsnutzer können in der Wikipedia noch viele Möglichkeiten entdecken. In unserer Bücherei versuche ich, neben den Kartentools auch auf das Kategoriensystem oder Schwesterprojekte wie zum Beispiel Wikimedia Commons hinzuweisen. Und da es in der Welt so viel zu entdecken gibt, bietet die Wissensbaustelle viel Raum zum Mitbasteln…

C.K.

13. Juni 2014 at 07:30 1 Kommentar

Tool der Woche – Kleks

Mit dem „Kleks“ möchte ich ein vielseitiges Wiki vorstellen, welches gleichermaßen in den Bereichen Forschung, Planung, Bildung oder Tourismus Anwendung finden kann. Hervorheben werde ich einige Funktionen, welche meiner Meinung nach besonders die Web 2.0-Thematik betreffen.

Das Kleks – KulturLandschaftsElementeKataster ist ein Geographisches Informationssystem zur Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente. Als „Kulturlandschafts-Wiki“ steht es jedem zur Nutzung oder Mitarbeit offen:

Wir sammeln Informationen, Texte und Fotos zu Gebäuden, Starkbäumen, alten Verkehrswegen, historischen Stätten und vielem mehr. Alle Daten werden objektorientiert eingearbeitet und mit den Namen der Autoren versehen. Bestehende Datensätze können verändert und ergänzt werden. So ist es z. B. möglich, dass ein Heimatforscher ein neues Landschaftselement auf der digitalen Landkarte einzeichnet, ein Museumsmitarbeiter eine Beschreibung dessen Geschichte ergänzt und ein Landschaftsplanungsbüro ein Foto hinzu fügt, das bei Felderfassungen aufgenommen wurde sowie eine Bewertung des Elements nach planerischen Kriterien vornimmt. (Kleks: Über)

Neben Bau-, Boden- oder Naturdenkmalen werden in das Kleks auch andere landschaftsprägende oder kulturhistorisch relevante Elemente wie zum Beispiel geologische Objekte, Flurnamen oder Sagen aufgenommen. Die einzelnen Elemente werden als Punkt-, Linien-, oder Flächenobjekte in die Karte eingetragen. Hierbei bildet OpenStreetMap die Basiskarte, es lassen sich aber zum Beispiel auch historische Karten oder Luftbilder einblenden.

Je nach Objekttyp erscheint jedes Element mit einem spezifischen Icon auf der Karte. Bewegt man den Cursor über ein Element, wird ein Informationsfenster mit gegebenenfalls einem Vorschaubild angezeigt, mit einem Mausklick wird der Datensatz des jeweiligen Elementes geöffnet:

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Jeder Datensatz besteht aus drei miteinander verbundenen Informationsebenen: einem „Element“-Bereich mit Geo- und Fachdaten, einem „Artikel“-Bereich zur Erstellung von Texten für Forschung, Bildung oder Tourismus sowie einem „Medien“-Bereich zur Aufnahme von Dokumenten. Durch Klick auf „Web-Link“ wird ein Permalink zum jeweiligen Datensatz ausgegeben. Gelangt man über einen externen Link zu einem Datensatz, ist es möglich, mit „Lokalisieren“ zur Kartenansicht zu wechseln. Aktive Links aus dem Kleks zu anderen Internetseiten können in den „Element“-Bereich eines Datensatzes sowie in die Felder für Literatur- und Quellenangaben im „Artikel“-Bereich eingesetzt werden.

KleksC

Im „Medien“-Bereich können Dokumente unter einer Creative Commons-Lizenz abgelegt werden. Dies ermöglicht die Freigabe selbst erstellter Werke für bestimmte Formen der Nachnutzung ebenso wie die lizenzkonforme Aufnahme CC-lizenzierter Dokumente aus anderen Quellen. Jegliche Änderungen im Kleks müssen, ähnlich wie bei der Wikipedia, erst von Benutzern mit erweiterten Bearbeitungsrechten geprüft und freigegeben werden, um öffentlich einsehbar zu sein.

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Nicht nur einzelne Elemente, sondern auch bestimmte Kartenausschnitte lassen sich per Link gezielt ansteuern: Durch einen Klick auf das Kettenglied-Symbol oben rechts im Editor werden ein Permalink sowie ein HTML-Einbettungscode für den aktuellen Kartenausschnitt ausgegeben. Permalinks zu einzelnen Kartenausschnitten erlauben die kartographische Zusammenschau verschiedener Elemente eines Gebietes, beispielsweise die eines historischen Ortskerns, eines Herrenhauses, eines Ölfördergebietes oder eines Torfabbaugebietes.

Seine thematische Vielfalt und sein Wiki-Charakter machen das Kleks zu einer spannenden Web 2.0-Plattform. Durch die oben skizzierten Funktionen lässt es sich gut mit anderen Internet-Projekten vernetzen. Und vielleicht finden sich irgendwann die ersten Permalinks zu Datensätzen oder Kartenausschnitten als Belege in wissenschaftlichen Online-Publikationen. Freuen würde ich mich über eine stärkere Verzahnung mit der Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten.

C.K.

11. April 2014 at 08:00 1 Kommentar


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