Tool der Woche – MindMeister

Wenn man ein Projekt plant, empfiehlt es sich, eine Mind-Map zu erstellen. Wenn man allerdings ein Projekt in einer Gruppe planen will, bei der gegebenenfalls nicht alle Mitglieder in unmittelbarer Umgebung wohnen, dann wird das schwierig mit der Mind-Map. Unser aktuelles Tool der Woche schafft da Abhilfe: MindMeister.

MindMeister

Nach der kostenlosen Anmeldung über ein soziales Netzwerk oder über einen eigenen Account bei dem Dienst selbst kann man auch schon loslegen. Man bekommt eine vorgefertigte Demo-Map zur Verfügung gestellt, in der man sich die wichtigsten Funktionsweisen erklären lassen kann. Zur festigung des gerade gelernten kann man die Map dann auch gleich umgestalten. Das Spektrum reicht dabei von unterschiedlichen Schriftgrößen über verschieden gestaltete Textkästchen bis hin zu einsetzbaren Emojis. Auch Bilder können verbaut werden.

Ist man am Ende zufrieden mit seiner Map, kann man sie in der Bibliothek der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Oder man bastelt sich schnell aus der Karte eine Präsentation im Prezi-Stil.

Wenn man bereit ist noch ein bisschen Geld zu bezahlen, nehmen die Funktionen, die einem zur Verfügung stehen, zu.

Dieses Tool bietet eine Menge Möglichkeiten zur Projektplanung jeglicher Art und bringt etwas Ordnung ins Chaos. Es zumindest zu kennen bringt das nächste Projekt schon einen ganzen Schritt voran.

 

MK

 

18. Juli 2014 at 09:00 1 Kommentar

Tool der Woche – Reise-Apps

Urlaubszeit ist Reisezeit, deswegen möchte ich heute einige Reise-Apps und Reisehomepages vorstellen:

1. Urlaubsguru – auch als kostenlose App erhältlich. Dabei handelt es sich um ein Portal, dass Reiseangebote zusammenstellt – entweder selbst recherchiert oder von Anbietern als Restposten / Sonderaktion zugesandt. Ob Singlereise, Familienurlaub oder Städtetrip. Es gibt zahlreiche Schnäppchen, teilweise auch mit Bewertungen hinterlegt. Dahinter stehen zwei Enthusiasten, die diese Seite pflegen. Mir sind einige sehr zufriedene Reisende bekannt, die damit New York oder London erkundet haben.

2. Günstige Zugtickets: unter Zugprofi gibt es Hinweise für günstigeres Bahnfahren. Zum Teil auch mit Hotel.

Kurzfristige Restkarten ab Fernbahnhof zu Fernbahnhof Deutschlandweit für 27 Euro gibt es hier.

3. Eine App des Monats bietet regelmäßig die Reisezeitschrift GEO. In ihrer aktuellen Ausgabe 7 / 2014 auf S. 22 z.B. die Tripventure App als Familienabenteuer für Städte wie Berlin, Paris oder London. Daneben finden sich in diesem Heft weitere kostenlose Tipps für spontanes und sparsames Reisen wie Orbitz mit Kreuzfahrten weltweit oder Priceline, bei der es Hotel-Express-Deals gibt, bei denen die Preise minütlich fallen können. Die App erhält Bestnoten, hier lassen sich aber auch Mietwagen und Flüge buchen. Beide letztere Apps sind kostenfrei für iOS und Android in den jeweiligen App-Shops erhältlich.

 

A. L.

11. Juli 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Thingiverse

Mit unserem heutigen Tool der Woche – Thingiverse – kommen wir wieder auf das Thema 3D-Druck zu sprechen, beleuchten das Thema diesmal aber mehr unter dem Aspekt freier Software. Denn Thingiverse ist eine Plattform, auf der Dateien mit Design-Daten für 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Fräsen oder ähnliche Maschinen eingestellt und geteilt werden können. Mit Hilfe dieser Maschinen lassen sich so unter Verwendung der Dateien physische Objekte herstellen. Da darf Ruby, der Roboter der Zukunftswerkstatt, natürlich nicht fehlen!

ThingiverseA

Abbildung 1: Ruby – hier die Vorschau einer hinterlegten Datei

Thingiverse wurde 2008 gegründet und wird von der Firma Makerbot Industries betrieben, die sich auf die Herstellung von 3D-Druckern spezialisiert hat. Als eine Plattform der Maker-Bewegung lässt sich Thingiverse gleichermaßen der Freien Software und der Freien Hardware zuordnen. Jeder darf frei in den Beständen der Plattform stöbern und sich Dateien zu den Objekten seiner Wahl herunterladen. Dort gibt es viel zu entdecken: Ersatzteile für Haushaltsgeräte, dekorative Plastiken, besondere Spielfiguren, Schachteln, Spiele & Spielzeug, Schmuck und vieles mehr.

ThingiverseB

Abbildung 2: Zwei hinterlegte Dateien mit zugehöriger CC-Lizenz

Um eigene Dateien einstellen zu können bedarf es eines eigenen Accounts, der ebenfalls kostenfrei eingerichtet werden kann. Unterstützt werden verschiedene Dateiformate für Design-Daten, häufig trifft man das .stl-Format an. Zu einem Objekt können mehrere Dateien eingestellt werden, zum Beispiel in verschiedenen Dateiformaten oder von Designvarianten. Die Nachnutzung der Dateien wird durch freie Lizenzen geregelt.

Thingiverse funktioniert auch als soziales Netzwerk: Objekte können von anderen Benutzern geliked, diskutiert oder in selbst angelegte Sammlungen aufgenommen werden. Wer ein Objekt herstellt, kann Fotos seiner Verwirklichung oder eigens erarbeitete Dateien mit Designvarianten hinzufügen.

Auf unserer Aktionsfläche auf dem Bibliothekartag in Bremen haben wir unter anderem einen stationären 3D-Drucker aus dem Makerspace der Stadtbibliothek Köln vorgestellt:

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Abbildung 3: Der 3D-Drucker auf unserer Aktionsfläche

Wir haben gezeigt, wie die entsprechenden Dateien problemlos heruntergeladen und mit dem eigentlichen Druckprogramm aufgerufen werden können. Für ein Objekt kann vor dem Druck beispielsweise nicht nur die Größe, sondern auch der Grad der Füllung festgelegt werden, um einen stabilen Gegenstand zu erhalten.

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 Abbildung 4: Der gedruckte Ruby

Mit den Besuchern unserer Aktionsfläche ergaben sich dabei viele interessante und anregende Gespräche. Viele waren wie wir erstaunt darüber, wie schnell, leise, geruchsarm und präzise ein 3D-Drucker arbeiten kann.

C.K.

4. Juli 2014 at 07:00 Hinterlasse einen Kommentar

Vortragsinhalte vom #bibtag14 @ZW09

Die Woche in Bremen sollten wir so langsam alle verarbeitet haben. Da ja doch eine ganze Menge Informationen in den drei Vortragstagen auf unserer Fläche zusammenkamen, haben wir die meisten Vortragsfolien, PDF-Dateien, Berichte und Prezis der Redner zusammengestellt:

Gabriele Fahrenkrog und Melanie Kleist – German 23 Mobile Things

Sibylle Rudin und Daniel Tepe – Apps in Öffentlichen Bibliotheken – Ein Werkstattbericht aus Bremen und Liestal

Achim Bonte – SLUB: Servicebaustein FabLab

Gerald Schleiwies – Zeitschriften auf dem iPad – welch ein Papierkram!

Dörte Böhner - OpenBiblioJobs – gemeinsam für den richtigen Job

Meg Backus – Flickr-Account des 4th Floor der Chattanooga Public Library

„Zukunftsgestalter in Bibliotheken“:

Sergio Dogliani – Idea Store: into the second decade/Working the Idea Store way

Corinna Haas - Piraten, Kapitalisten und Bibliothekare: Bericht über die Complicity-Workshops der Berliner Gazette

Tara Radniecki – Making + Innovation = The future of academic libraries

Update:Tara Radniecki -DeLaMare Library: Academic Makerspace Case Study

Beate Rusch und Anja MüllerCoding da Vinci – Der Kultur-Hackathon

Torben Kohring und Cordula Nötzelmann – Lara tanzt mit Kafka – Über die Notwendigkeit von Games in der Bibliothek

 

 

Auch einige Bilder haben wir gemacht:

 

 

Wir freuen uns auf nächstes Jahr, Nürnberg 2015!

2. Juli 2014 at 14:01 Hinterlasse einen Kommentar

„Gut arbeiten in der Zukunft“ – zur Zukunft der Arbeit. Ein Streifzug über die Konferenzen “CoWork 2014 und “Work in Progress”

Dieser Text erschien in Heft 7/2014 des Bibliotheksdiensts im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne

Die Digitalisierung verändert unser Leben und somit auch die Umstände, unter denen wir lernen und arbeiten,und dasimmer rasanter. Die gängige Vorstellung, dass Arbeit und Freizeit strikt voneinander zu trennen sind, „Work-Life-Balance“ also, hat sich längst in Richtung einer „Work-Life-Flexibility“ verwandelt. Und dabei stehen wir erst am Anfang der digitalen Revolution.

Wie wir auf den radikalen Wandel reagieren, den die Digitalisierung mit sich bringt, dafür müssen wir als Gesellschaft Strategien entwickeln. Wie kann sich Gesellschaft neu organisieren, wenn es immer weniger Arbeit einer bestimmten Art gibt? Wie konkret reagieren Unternehmen auf den Wandel? Inwieweit beeinflussen z. B. Coworking Spaces[1] die Zukunft der Arbeit und tragen auch zu einer kreativen Stadtentwicklung bei? Und was ist das überhaupt – „gute Arbeit“?

Fragen über Fragen, die auch bei der Weiterentwicklung von Bibliotheksangeboten eine große Rolle spielen. Mit diesem Blick besuchte ich die Cowork2014 vom 7. bis 9. Februar in Wolfsburg und die Konferenz „Work in Progress“, die vom 14. bis 16. März auf Kampnagel in Hamburg stattfand.

In seiner Keynote „Die Schönheit des halben Lebens“ zur „Work in Progress“ hob Professor Dr. Robert Pfaller von der Universität für angewandte Kunst in Wienhervor, dass unsere Gesellschaft schon zu über 50 Prozent aus Wissensarbeitern bestehe. Wissensarbeit wird definiert als die Bewältigung von komplexen und neuartigen Aufgaben, die sich nicht mehr mit den einmal gemachten Erfahrungen erledigen lässt. Wissensarbeiter müssen daher ständig neues Wissen erwerben, integrieren oder entwickeln. Das lasse sie insgesamt auch flexibler auf die rasanten Veränderungen der digitalen Revolution reagieren, resümierte Pfaller.

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Prof. Dr. Robert Pfaller (Foto: Nüstedt)

Berufsbilder und Berufungen sind also einem stetigen Wandel unterworfen. So wie wir bisher eine „gute Arbeit“ definierten – Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr, ein fester Arbeitsort und Kollegenkreis und das vom Berufsstart bis zur Rente – wird es in Zukunft immer seltener der Fall sein.

Das heißt aber nicht „Leben, um zu arbeiten“ und selbstoptimiert auch die Freizeit nach dem Prinzip „höher und weiter“ effektiver gestalten müssen. Denn ob eine Arbeit eine gute Arbeit ist, hängt ganz wesentlich auch von den Verwertungs-modellen ab, die ihr zugrunde liegen, sagt Robert Pfaller.

Arbeiten wir, um mit unserem Einsatz den Produktionskreislauf eines bestimmten Produktes in Gang zu halten oder mit dem Ziel einer gewissen Perfektibilität, bei der wir den Grad der Nachhaltigkeit selbst bestimmen können? Das „Mithineinkonstruieren diverser Defekte“ in ein Produkt, damit es nach einer bestimmten Zeitspanne durch ein neues ersetzt werden muss, wie z. B. in der Automobilproduktion, ist für Pfaller ganz eindeutig kein nachhaltiges Verwertungs-modell.

Stichwort „Nachhaltigkeit“: genau an diesem Punkt setzt ja die sog. Maker-Bewegung (Makerspaces, FabLabs etc,)an, in dem sie die „Entscheidung über die Produktionszyklen der Verantwortung des Einzelnen überlässt”. Mit den immer weiter verbreiteten 3D-Druckern bekommt mittelfristig jeder die Möglichkeit, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen das zu produzieren, was er benötigt – individuelle und kreative Produkte und keine Massenware von der Stange. Die Entwicklung des 3D-Druckers ist der Anfangspunkt einer neuen industriellen Revolution.

Immer mehr Kreativschaffende stellen daher für sich den Aspekt der Berufung in den Vordergrund und arbeiten an dem, was sie erschaffen wollen, ob es nun zeitgemäße Produkte oder Dienstleistungen sind. Für sie ist Arbeit eine Lebensform, in der sie mit anderen kreativen Wissensarbeitern zusammenkommen und ihre Fähigkeiten entfalten können. Zum Stichwort „Gängige Vorstellung von guter Arbeit:“ Wissensarbeiter und Kreativschaffende verzichten oft auf einen Arbeitsplatz innerhalb einer festen Büro- und Organisationsstruktur. Immer häufiger sind Coworking Spaces die geeigneten Orte, an denen sie ihr Lebens- und Arbeitsideal verwirklichen wollen.

Rund 50 Coworker aus ganz Deutschland und der Schweiz waren vom 7. bis 9. Februar zur deutschen Coworking-Konferenz „Cowork2014“ nach Wolfsburg gekommen, um in Barcamp-Sessions verschiedene Aspekte des Coworkens zu thematisieren. Darunter waren Themen wie „Arbeitsstrukturen und Regeln“, die es in einem Space gibt und die oftmals so erlebten Gegensätze von kollektiven und individuellen Interessen wie produktives gemeinschaftliches versus produktives ungestörtes Arbeiten.

Wenn es im Zusammenhang mit Coworking um gruppendynamische Synergieeffekte wie Inspiration, Austausch und Vernetzung ging, hörte ich immer ganz besonders gut hin. Warum? Weil ich mir wünsche, dass das auch mehr und spontaner in Bibliotheken stattfindet: Ein gutes Beispiel dafür ist Co-Learning als Möglichkeit, sich untereinander spontan und flexibel über neue Technologien auszutauschen und Fähigkeiten dann von anderen Coworkern zu erlernen, wenn sie benötigt werden. Das, meine ich, ist gerade für Bibliotheken ein wichtiges Thema, die sich als Protagonisten im Prozess des lebenslangen Lernens neu aufstellen.

Coworking Spaces geben jungen Startups einen Raum, ihre noch unausgereiften Ideen in der Vorgründungsphase auszutesten und betreiben damit eine Art Wirtschaftsförderung von unten. In Bezug auf eine geplante Unternehmensgründung ist das wie eine Schule zur Selbstständigkeit im Gegensatz zur Kompaktberatung, die IHKs häufig noch anbieten.

Wie werden nun Coworking Spaces und die neuen kreativen Arbeitsformen die Gesellschaft und die Zukunft der Arbeit verändern? Und welchen Einfluss haben sie auf die Entwicklung unserer Städte und ländlichen Räume? Was brauchen Städte, um kreatives Potenzial entfalten zu können?

Mit seinem Projekt „Die Stadt als Campus“ betonte in Wolfsburg Prof. Dr. Reiner Schmidt

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Prof. Dr. Reiner Schmidt (Foto: Nüstedt)

von der Hochschule Anhalt die Bedeutung neuer Arbeits-, Entfaltungs- und Experimentierräume für Bildungsprozesse in der kreativen Stadtentwicklung. Indem die Stadt zum Labor für neue urbane Lebensstile, Bildungsmodelle, Arbeits- und Kooperationsformen würde, trage sie zu einer aktivierenden Stadt-, Immobilien- und Freiraumentwicklung bei.

Weiterführende Informationen gibt es unter: http://cowork.mixxt.de/, http://work-in-progress-hamburg.de/ und im Blog der Zukunftswerkstatt: http://www.zukunftswerkstatt.org

 

 

 

 

Über den Autor:

Uwe Nüstedt, Öffentlichkeitsarbeit in der Stadtbibliothek Wolfsburg und Zukunftswerkstatt e.V.

 

[1] Coworking Spaces sind Räume, die auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zur Verfügung stellen und die Bildung einer Gemeinschaft („Community“) ermöglichen, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel (Quelle: Wikipedia)

1. Juli 2014 at 16:13 1 Kommentar

Tool der Woche – Call a bike

Das Wetter ist schön und wir haben keine Lust auf eine umklimatisierte Bahn und wollen uns bewegen. Da bietet sich doch die Ausleihe eines Fahrrades an. Die Deutsche Bahn hat mit diesem Service angefangen, inzwischen gibt es diverse lokale Angebote oft in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Nahverkehrsanbietern. Einige Anbieter bieten inzwischen auch Pedelecs an. Diese Woche stellen wir exemplarisch am Beispiel des Bahn Angebotes “Call a bike” eine Fahrradausleih-App vor. Solltet Ihr noch vergleichbare lokale Angebote kennen, postet bitte den Link in den Kommentaren.

Das Angebot Call a bike gibt es inzwischen in den Großstädten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München, an über 50 ICE Bahnhöfen und in den Städten Aachen, Kassel, Lüneburg und Stuttgart. An den ICE Stationen ist der Bahnhof Ausleih- und Rückgabeort, die anderen Städte haben über das Stadtgebiet verteilt Rückgabestationen eingerichtet. Besonders komfortabel ist es in Köln und München. Dort kann man die Ränder im Kerngebiet einfach an einer Straßenkreuzung abbestellen. Infos über die Stationen und über die Kerngebiete sind auf der Internetseite “So funktioniert’s” abrufbar. Stellt man die Räder außerhalb der Stationen bzw. Kerngebiete ab, kommt es zu Bearbeitungsgebühren. In Hamburg und Lüneburg sind sogar die ersten 30 Minuten frei, hier besteht eine Kooperation mit Stadtrad Hamburg bzw. Lüneburg. In Kassel besteht eine Kooperation mit Konrad.

Bevor man aber starten kann, erfolgt die Registrierung und hier ist der erste Wermutstropfen, dass Kreditkarte- oder Bahncardinformationen hinterlegt werden müssen. Ein Prepaidmodell oder eine Abbuchung über Telefonguthaben ist nicht möglich. Die Teilnehmer müssen mind. 18 Jahre sein. Zur Wahl steht der Grundtarif für Gelegenheitsnutzer und der Pauschaltarif für Vielnutzer. Beim Pauschaltarif zahlt man eine Jahrespauschale zwischen 24 und 48 Euro und kann dafür die Räder die ersten 30 Minuten kostenfrei nutzen. Ansonsten liegt der bei allen Tarifen der Minutenpreis bei 8 Cent, der Tagespreis bei 15 Euro bzw. für Studenten oder Bahncardbesitzer bei 9 Euro. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Abo beim Pauschalangebot automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn es nicht 14 Tage vor Ablauf gekündigt wird. Der Vorteil beim Grundtarif ist, dass man mit einer Registrierung 2 Fahrräder gleichzeitig ausleihen kann und so nicht registrierte Freunde zu einer Tour einladen kann.

Nach erfolgreicher Registrierung kann man nun starten. Die App gibt es für IPhone, Ipod touch, Android-Handys und Blackberrys. Um Fahrräder in der Nähe finden zu können, muss man der App natürlich erlauben, den aktuellen Ort zu verwenden. Über die Funktion CallBikes finden werden auf dem Stadtplan die verfügbaren Räder angezeigt. Steht man vor einem Rad, kann man durch beherztes Schütteln des Mobiltelefons auch den Ausleihvorgang starten. Dazu gibt man bei CallBike entleihen, die vierstellige Ausleihnummer an bzw. wählt Sie aus der Vorschau aus. Die App zeigt dann den Öffnungscode an der über das Touchdisplay oberhalb der Nummer eingegeben werden muss und los geht’s.

IMG_0203

 

Möchte man die Fahrt nur beenden, hat man über das Touchdisplay die Option Pause. Dann läuft allerdings die Zeit weiter. Wählt man beenden, sieht man in der App über sein Kundenkonto direkt, was die Fahrt gekostet hat.

An den Fahrräder selber gibt es eine ausführliche Anleitung mit QR-Code. Hier gibt es zusätzlich Hinweise zur telefonischen Ausleihe.

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Schäden am Rad können auch direkt über die App gemeldet werden.  Und wer seine Touren mit Apps planen möchte, findet in Martins Beitrag Apps fürs Radfahren sicher einige wertvolle Hinweise. SF

 

 


27. Juni 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Abschied von Fabienne

Fabienne

Fabienne Kneifel, verh. Wassermann ist am 19. Juni 2014, kurz vor ihrem 33. Geburtstag, gestorben. Ihren Namen verbindet man in der Bibliothekswelt sofort mit den Begriffen der Bibliothek 2.0 und dem Katalog der nächsten Generation. Ihre Masterarbeit „Mit Web 2.0 zum Online-Katalog der nächsten Generation“ an der HU Berlin 2008 wurde 2009 b.i.t. Innovationspreis ausgezeichnet. Für das „Handbuch Bibliothek 2.0“ steuerte sie das Kapitel „Katalog 2.0“ bei.

Fabienne kam ganz traditionell über die Liebe zum Buch und über das Lesen zum Beruf der Bibliothekarin. Aber sie brachte noch mehr mit: Neugier, Offenheit und eine ausgeprägte Affinität zu technischen Neuerungen und dem Internet. Auffällig war dabei ihre besondere Schwäche für alles, was mit Äpfeln zu tun hatte ;-) Sie war so unglaublich jung und hat sich doch souverän und mit Sachverstand an der fachlichen Diskussion um das Web 2.0 und seine Potentiale für Bibliotheken beteiligt. Sie hielt Vorträge, schrieb Artikel für Fachzeitschriften und fütterte regelmäßig ihren Blog (the fabilous librarian, bloggte über „bibliothek 2.0, virtuelle auskunftsdienste und andere interessante bibliotheksthemen“). Das alles tat sie sowohl mit Ruhe und Geduld als auch mit echtem Enthusiasmus für die neuen Möglichkeiten des Internets. Ihr hat das alles wahnsinnig viel Spaß gemacht und genau das hat man gemerkt.

Fabienne war Bibliothekarin mit Leib und Seele, klassisch ausgebildet an der Bibliotheksschule Frankfurt und in der Universitätsbibliothek Frankfurt. Sie stand mit beiden Beinen auf dem bibliothekarischen Boden, leitete in der Stadtbücherei Frankfurt das Sachgebiet Katalog. Sie hat den Spagat geschafft zwischen Tradition und Zukunft und war in beiden Bibliothekswelten – 1.0 und 2.0 – zu Hause. Ihr ging es dabei um die Nutzerinnen und Nutzer und dass die Bibliothek in deren Lebenswelten präsent ist. Die wollte sie da abholen, wo sie sind und wenn die sich im Internet tummeln, dann sollte die Bibliothek eben auch dort sein und eine „virtuelle Zweigstelle“ einrichten, um direkt und unkompliziert auf Fragen und Wünsche reagieren zu können.

Sie wurde für ihre unglaubliche Energie, ihren Fleiß und ihre Kreativität geschätzt und bewundert. Was hätten wir gemeinsam mit ihr noch alles reißen können… Mit ihr wären wir gerne auch ins Web 3.0 gestartet! Doch dazu wird es nicht kommen. Ende 2010 wurde bei Fabienne ein Gehirntumor entdeckt, der trotz Operation und zeitweiliger Genesung (mit Zeit für eine Traumhochzeit in ihrer Lieblingsstadt New York) nun zu ihrem Tod führte. Nicht nur die Bibliotheken in Frankfurt und Stuttgart, in denen sie gearbeitet hat, haben eine hochgeschätzte Kollegin und Mitarbeiterin verloren, sondern die gesamte bibliothekarische Community verliert eine innovative Vordenkerin und Gestalterin.

 

Einige persönlichen Erinnerungen von

 

Heike Schniedermeyer

Ich habe Fabienne 2004 auf der Buchmesse am Stand des US Generalkonsulats kennengelernt. Folgerichtig, bei ihrer USA-Begeisterung. Ich war auch schon mehrmals dort gewesen und wir hatten beide Praktika an Goethe-Instituten gemacht (ich in Johannesburg, sie in New York – wo sonst?), es gab also viele Anknüpfungspunkte. Im ersten Kontakt wirkte sie sehr ruhig und eher zurückhaltend. Aber man merkte schnell, dass sie echt was auf dem Kasten hatte. Wir haben uns dann gegenseitig durch unsere berufsbegleitenden Masterstudiengänge in Berlin und Köln begleitet und diese regelmäßigen Treffen, erst in diversen Starbucks-Filialen in Frankfurt (wegen des „USA-Gefühls“, das wir beide so mochten und ihrer Vorliebe für Kaffeespezialitäten mit ellenlangen Namen), später in einem Cafe im 1. Stock eines Schuhgeschäfts an der Frankfurter Hauptwache mit Blick auf eine große Buchhandlung (wegen der frisch gebackenen Waffeln und den witzigen Bodenkissen, auf denen einem Frankfurt zu Füßen lag), waren eine Mischung aus bibliothekarischer Fachsimpelei und Gesprächen über Gott und die Welt.

Fabienne war für mich immer der Blick in die Zukunft, denn sie war begeistert von der neuen Technik und lebte das beruflich und privat. Sie hat mir als erstes gezeigt, wie man auf einem Display wischt und schaute mal kurz nach, wann die nächste S-Bahn fuhr als das noch nicht völlig normal war. Sie hätte mir sicher noch viele andere Dinge gezeigt, von denen ich vorher noch nie was gehört habe. Die muss ich jetzt selbst entdecken. Mein nächstes Handy kann also nur Fabi heißen.

 

Julia Bergmann

Ich bin Fabienne das erste Mal im Zusammenhang mit dem allerersten Auftritt der Zukunftswerkstatt auf dem Bibliothekartag 2009 in Erfurt begegnet. Natürlich war Fabienne dabei und hat uns mit ihrem Enthusiasmus in unserem Vorhaben unterstützt und auch einen Vortrag über das Thema “Virtuelle Zweigstelle” bei uns gehalten. Ich bin sehr froh, dass wir die Vorträge damals alle auf Video aufgenommen haben und ich mir Fabienne jederzeit so lebendig und und tatkräftig ansehen kann, wie ich sie in Erinnerung behalten werde.

Wer mag, kann sich Ihren Vortrag hier nochmal ansehen: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Als ich 2010 mit Patrick Danowski das “Handbuch Bibliothek 2.0” herausbrachte, war Fabienne selbstverständlich auch wieder mit von der Partie und hat ein Kapitel zu Ihrem Thema, dem Katalog 2.0 beigetragen.

Auch in den folgenden Jahren haben wir uns sowohl beruflich als auch privat immer wieder getroffen und uns ausgetauscht. Fabienne war jederzeit voller Ideen und neuer Pläne, so dass jedes Treffen ein großes Vergnügen war. Die gemeinsamen Treffen in Fankfurt mit Fabienne und Heike werden mir in bester Erinnerung bleiben und mir jederzeit Ansporn sein.

 

Lambert Heller

Ich habe Fabienne beim ersten BibCamp kennengelernt, das 2008 in Berlin und Potsdam stattfand, und habe dann zwei Jahre später auf der Buchmesse in ihrer Heimatstadt Frankfurt mit ihr gemeinsam einen Beitrag zu Veranstaltungsformen wie BibCamps gemacht.

Fabienne gehörte zu denen, die lange vor dem Hype gesehen hatten, dass wir den Austausch unter FachkollegInnen ganz anders organisieren müssen, als dies z.B. bei den damaligen Bibliothekartagen oder anderen Fortbildungs-Formaten der Fall war, und vor allem hat sie diese Einsicht auch ganz selbstverständlich gelebt. Diese Selbstverständlichkeit, Fabiennes große Neugier, Freundlichkeit und Eigensinnigkeit – mit Fabienne etwas gemeinsam zu unternehmen war einfach eine Wonne.

Die Anfrage vom Zukunftsforum des Börsenvereins des deutschen Buchhandels an uns “BibCamper” war  kurzfristig gekommen. Obwohl ich Fabienne ja nur beruflich kannte war es bei der Buchmesse so, dass wir uns ohne nennenswerte gemeinsame Vorbereitungen, sondern eher “aus der Hüfte geschossen” entschlossen hatten, das gemeinsam zu machen. Wir hatten dann aus bibliothekarischer Sicht den KollegInnen aus der Buchbranche etwas zum Thema Community-Bildung und Botton-Up-Engagement erzählt, was mit großem Interesse aufgenommen und diskutiert wurde.

Fabiennes Tod ist traurig, und dieser Tod ist auch ein Verlust für die ganze bibliothekarische Fachcommunity.

26. Juni 2014 at 17:00 2 Kommentare

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