Shareconomy – alter Wein in neuen Schläuchen, und was Bibliotheken davon haben könnten

Dieser Beitrag erschien im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne in: Bibliotheksdienst. Band 48, Heft 8-9, Seiten 693–697, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2014-0084, August 2014

Shareconomy – alter Wein in neuen Schläuchen, und was Bibliotheken davon haben könnten

 

Shareconomy oder KoKonsum (kollaborativer Konsum) – das sind aktuelle Kunstwörter, die die Kultur des Tauschens oder Teilens als Trend für ein verändertes Konsumverhalten westlicher Wohlstandsgesellschaften beschreiben.

 

Zu tauschen statt zu kaufen, zu teilen und mehrfach zu nutzen statt zu verschwenden, zu verschenken bzw. zu reparieren und weiter zu verwerten statt zu entsorgen (“Upcycling”) – Die Idee begegnet uns im Alltag in Form von Carsharing, Foodsharing, CoWorking, Urban Gardening und einer inzwischen nicht geringen Zahl von Online-Tauschbörsen für Kleidung, Kinderspielzeug, und kleineren Dienstleistungen im Bereich Nachbarschaftshilfe.[1]

 

Auch Medien sind natürlich – das ist nicht neu – Gegenstand des Tausch- und Verleih(!)handels. Für den bibliothekarischen Bereich wird es spannend, wenn man Plattformen wie Tauschticket oder Tauschgnom (s.u.) betrachtet. Hier wird institutionalisiert, was es informell schon lange gab: private Tauschringe für Bücher, Spiele, Filme. Worin besteht der Unterschied zwischen herkömmlichen Tauschinitiativen und der aktuellen gesellschaftlichen Strömung? Versuchen wir, das zu ergründen.

Foodsharing

http://www.foodsharing.de – das Prinzip kurz erklärt.

 

Dass der Trend, der seit etwa drei Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung an Fahrt aufgenommen hat, sich gern einen sozialen Anstrich in Zeiten des Überflusses gibt, wird von Kritikern als lupenreines Gewinnmaximierungsdenken entlarvt: “Das war schon immer der Trick des Kapitalismus: Uns zu verkaufen, was es vorher umsonst gab. Jetzt hat er die neueste Marktlücke entdeckt: den Kommunismus.”[2] – diese und ähnliche Aussagen zielen auf die Hypothese ab, dass in Zukunft in erhöhtem Maße auch kleinste Gefälligkeiten, ausgetauscht über kommerzielle Plattformen, nur gegen Gegenleistung oder Bezahlung zu haben sein und damit den Ursprungsgedanken konterkarieren könnten. Auch eine aktuelle Marktforschungsstudie belegt: Shareconomy ist nicht wie im bisher angenommenen Maße ideell motiviert: Zeit- und Kostenersparnis sind vielmehr individuelle Hauptmotive der Teilenden und Tauschenden.[3]

 

Die letztjährige CeBit beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit den ökonomischen und technologischen Aspekten des Phänomens Shareconomy: Geschäftsmodelle und die Bereitstellung von IT-Lösungen zur Realisierung von Sharing-Plattformen im Social Web sind in der Tat ein wachsender Wirtschaftsfaktor.[4] Was der Teil- und Tauschgedanke für Content in der Cloud bedeutet oder wie er den Bereich vernetzter Zusammenarbeit verändert, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Gänze abzusehen.[5]

 

Naheliegende Parallelangebote der Shareconomy zum Bibliotheksbereich sind, wie oben erwähnt, die Bücher-, Spiele- und Filmtauschplattformen. Im Gegensatz zu privaten Tauschzirkeln sind die neuen Online-Tauschplattform öffentlich sichtbar, überregional verbreitet und zunehmend professionell organisiert – und kommerziell. Bibliotheken werden sie zwar nicht den Rang ablaufen – man mag sich jedoch an kommunale Debatten über die Einrichtung von Bücherschränken zur Haushaltskonsolidierung erinnern und sich vorstellen können, dass immer professionelle und attraktivere Shareconomy-Angebote Fragen nach dem Mehrwert einer Bibliothek für eine Kommune provozieren könnten.

 

Tauschgnom

http://www.tauschgnom.de – Ein Gemischtwarenladen mit starkem Medienbezug.

Bibliotheken sind dabei in der komfortablen Situation, Shareconomy-Konkurrenzangebote gerade durch deren Sichtbarkeit im Netz bestens auffinden und ideal für sich nutzen bzw. eine strategische Symbiose eingehen zu können, wie es beispielsweise beim Aufkommen des Bookcrossing-Trends geschehen ist.[6] Als non-profit-Institution, die es sich schon immer zur Aufgabe gemacht hat, gesellschaftlich durch das Teilen von Wissen und entsprechende Dienstleistungen beizutragen, kann eine Bibliothek einerseits ihrer Community konkrete Angebote als Plattform für Veranstaltungen oder Services mit Shareconomy-Bezug unterbreiten. Andererseits kann sie sich bei zunehmender Kommerzialisierung von Shareconomy-Diensten mit ihrem öffentlichen Auftrag als Alleinstellungsmerkmal profilieren. Es könnte Bibliotheken leicht fallen, ein produktiver und aufgrund ihrer in dieser Hinsicht wirtschaftlichen Unabhängigkeit hochgeschätzter Teil dieser Bewegung zu werden, wenn sie sich den gesellschaftlichen Veränderungen auch in diesem Bereich nicht verschließen – ungeachtet dessen, wie kurzlebig dieser Trend sich vielleicht auch erweisen mag. Allerdings wird es auch trotz unkommerzieller Zielsetzung weiterhin notwendig sein, durch Veranstaltungsformate, ansprechende Räumlichkeiten und ausgezeichnete Beratung einen weiteren Mehrwert zu den bequemen Online-Tauschringen zu bieten. Die Zukunftswerkstatt befasst sich daher dieses Jahr schwerpunktmäßig zum Beispiel mit den Potenzialen der CoWorking-, der Makerspace- und der Social-Reading-Bewegung für Bibliotheken. Wer hier mitdenken und -entwickeln möchte, erreicht uns unter zukunftsentwickler@zukunftswerkstatt.org.

 

Cordula Nötzelmann, Stadtbibliothek Köln und Zukunftswerkstatt

 

Alle URLs wurden zuletzt besucht am 14.05.2014.

 

 


 

[1] Hier eine Übersicht: http://crowdcommunity.de/shareconomy/

[2] vgl.: Staun, Harald: “Shareconomy: Der Terror des Teilens” http://www.faz.net, 22.12.2013. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/shareconomy-der-terror-des-teilens-12722202-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

[3] vgl.Pressemitteilung Metadesign vom 21.01.2014: “Wie Marken vom Sharing profitieren – MetaDesign und FGM veröffentlichen Studie zur Shareconomy”. http://www.metadesign.com/de/berlin/media/press-releases/wie-marken-vom-sharing-profitieren-%E2%80%93-metadesign-und-fgm-ver%C3%B6ffentlichen-studie-zur-shareconomy

[4] vgl. Weigert, Martin: “Shareconomy: Cebit-Motto gibt dem kollaborativen Konsum Anschub”. 05.03.2013. http://netzwertig.com/2013/03/05/shareconomy-cebit-motto-gibt-dem-kollaborativen-konsum-anschub/

[5] vgl. http://www.wirtschaftsforum.de/news/beitrage/trend_shareconomy_teilen_statt_kaufen/index.html

[6] Bibliotheken eignen sich ein Konzept an: http://www.bookcrossing.com/files/bookcrossing-and-libraries.pdf

1. September 2014 at 13:15 1 Kommentar

Tool der Woche – Enzyklothek

Die Enzyklothek ist eine virtuelle Bibliothek historischer Nachschlagewerke, die von Peter Ketsch betrieben wird:

Die Enzyklothek lädt Sie ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Blättern Sie in den Wissensspeichern vergangener Jahrhunderte. Erfreuen Sie sich an der künstlerischen und typographischen Gestaltung der Werke. Finden Sie heraus, was zu verschiedenen Zeit für wissenswert gehalten wurde. Entdecken Sie, welche Kenntnisse über die verschiedensten Sachverhalte vermittelt wurden. Erkunden Sie, wie sich gesellschaftliche Einstellungen und Wertungen verändert haben. Erfahren Sie, wie sich Technologien, Berufe, Anbaumethoden, politische Ordnungen oder Rechtssysteme wandelten. Nutzen Sie die Enzyklothek zum Nachschlagen von Personen oder historischer Informationen, über die Sie in modernen Enzyklopädien nichts oder nur unzureichendes finden.

Das Projekt versucht, die von der Antike bis ins 20. Jahrhundert erschienenen Nachschlagewerke möglichst umfassend zu dokumentieren. Enzyklopädistische und weitere ergänzende Sekundärliteratur wird ebenfalls verzeichnet. Nach Möglichkeit werden Links zu Digitalisaten oder digitalen Ausgaben der Werke mit eingepflegt. Ein Kategoriensystem gibt der Datenbank eine für den Benutzer nachvollziehbare Struktur.

EnzyklothekA

Abb. 1: Einblick in das Kategoriensystem

Durch Brotkrümelnavigation wird der Kontext eines Katalogeintrags stets in Form einer Pfadstruktur ausgewiesen. Gut zu handhabende Such- und Filtermöglichkeiten stehen zur Verfügung.

EnzyklothekB

Abb. 2: Pfadstruktur am oberen Rand eines Katalogeintrags

Als Wiki bietet die Enzyklothek jedem Interessierten die Möglichkeit, sich nach kostenfreier Registrierung an der Pflege der Bibliothek zu beteiligen. Jeder Katalogeintrag kann mit ergänzenden Informationen und weiterführenden Links angereichert werden.

EnzyklothekC

Abb. 3: Teil der Bearbeitungsmaske für registrierte Benutzer

Verzeichnisse, in diesem Fall mit bibliografischen Fokus, gehören zu den wichtigsten Instrumenten für eine Recherche. In Online-Verzeichnissen können über Links direkte Zugänge zu Digitalisaten der verzeichneten Literatur oder weiterführenden Informationen geschaffen werden. Wikisource bildet – dies ist aber nur ein Teil dieses Projekts – ein weiteres Beispiel für den Aufbau und die Pflege bibliografischer Verzeichnisse auf Wiki-Basis.

C.K.

29. August 2014 at 08:59 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Smallpdf

Heute gibt es eine Desktoplösung für alle, die sich die Vollversion von Adobe daheim nicht leisten wollen/können. Smallpdf bietet kostenfrei verschiedenste Funktion zur Bearbeitung von PDF-Dokumenten.

 

Smallpdf

Excel-, Word- oder Powerpointdateien können in PDFs umgewandelt werden.

Bilder im JPG-Format können in PDF-Dateien umgewandelt und ebenso PDF-Dateien in JPG-Dateien konvertiert werden.

Mehrere PDF-Dateien können zusammengefügt bzw. in mehrere Dateien gesplittet werden.

Dateigrößen können reduziert werden.

Praktisch ist auch die Funktion passwortgeschützte Dateien editierbar zu machen.

Schauen wir uns die Funktion am Beispiel der passwortgeschützten Dateien an. Über Drag&Drop oder über upload lädt man die Dateien auf den Server von smallpdf

Bildschirmfoto 2014-08-20 um 10.01.29

Der Nutzer muss nun zustimmen, dass er den Service nicht für eine illegale Bearbeitung von Dateien nutzt.

Bildschirmfoto 2014-08-20 um 10.02.56

Im Anschluss kann die Datei wieder runtergeladen werden.
Bildschirmfoto 2014-08-20 um 10.33.28

An diesem Punkte kommen wir zur Datenschutzerklärung, die nur in englisch auf der Webseite zur Verfügung steht. Smallpdf versichert, dass alle hochgeladenen Dateien nach 1 Stunde wieder gelöscht werden und kein anderer Zugang zu den Dateien hat. Obwohl Smallpdf von der Schweizer Firma Ummaterial LLC betrieben wird, stehen die Server in den USA und der Nutzer sollte sich bewusst sein, dass die amerikanischen Datenschutzregelungen wesentlich lockerer sind als die europäischen. Die IP-Adresse des Nutzers wird zwar gespeichert aber smallpdf kann nach eigenen Aussagen die Adresse nicht mit einem Nutzerprofil in Verbindung bringen.

Smallpdf darf nicht für die Bearbeitung von urhebergeschütztem Dateien und für das illegale Knacken von Passwortgeschützen Dateien verwendet werden. Die Verantwortung liegt laut Privacy Policy beim Nutzer und vor dem Hochladen der Dateien muss der Nutzer die Verantwortung übernehmen, dass er nichts illegales macht.

Die Nutzung für Privatpersonen ist frei. Es besteht die Möglichkeit den Service zu unterstützen, in dem man über PayPal oder über Kreditkarte 3 USD für einen Kaffee spendet.

Für die private Nutzung ist dieser Service sehr nützlich. Der Anwender sollte sich aber darüber bewusst sein, dass er keine Kontrolle über die hochgeladenen Dateien hat. Vertrauliche oder private Daten würde ich persönlich nicht hochladen. Werden illegal Dateien geknackt, liegt die Verantwortung beim Nutzer. SF

22. August 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – WikiMiniAtlas

WikiMiniAtlas ist ein Tool, mit dem interaktive Karten in geokodierte Wikipedia-Artikel eingeblendet werden können. Aufgerufen wird es mit dem Weltkugel-Button, der sich in geokodierten Artikeln oben rechts neben den Koordinaten befindet.

WikiMiniAtlasA

Abb. 1: Karteneinblendung Lübeck-Travemünde

Beim Aufrufen von WikiMiniAtlas wird eine OpenStreetMap-Karte (© OpenStreetMap-Mitwirkende) eingeblendet, auf der das betreffende Objekt sowie weitere geokodierte Objekte aus Wikipedia zu finden sind. Hält man die Steuerungstaste – Apple: die Befehlstaste – gedrückt und fährt mit der Maus über einen der Marker, wird am unteren Kartenrand eine kurze Erläuterung zum jeweiligen Objekt eingeblendet. Per Mausklick gelangt man dann zum entsprechenden Wikipedia-Artikel. Weitere Kartenmodi können gewählt werden. Angezeigt werden können Marker aus verschiedenen Sprachversionen der Wikipedia. Wer zu London und Umgebung recherchiert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Objekte aus der englischsprachigen Wikipedia finden.

WikiMiniAtlasB

Abb. 2: Einblendung von Inhalten aus Wikimedia Commons

Aus Wikimedia Commons können geokodierte Inhalte eingeblendet werden. Diese lassen sich vergrößert anzeigen. Hier wäre es wünschenswert, wenn neben dem Dateinamen ebenso die in Wikimedia Commons hinterlegte Beschreibung angezeigt werden würde.

WikiMiniAtlasC

Abb. 3: Karteneinblendung zum Mondkrater Autolycus

Besonders eindrucksvoll ist die Möglichkeit, astronomische Objekte in entsprechende Karten, beispielsweise von Mond, Mars oder Venus, einzublenden. Das Beispiel zeigt eine Mondkarte mit dem Einschlagkrater Autolycus. Der Artikel enthält zusätzlich eine Liste der Nebenkrater mit Positionsangaben. Gelb markiert ist die Position desjenigen Objekts, über welches mit der Maus gefahren wird.

WikiMiniAtlas3D

  Abb. 4: 3D-Ansicht der Gebäude von Chicago

WikiMiniAtlas ist ein weiteres Beispiel dafür, welche besonderen Entdeckungen sich bei der näheren Beschäftigung mit Wikipedia ergeben – es lohnt sich! C.K.

15. August 2014 at 08:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Ingress

Dieses Mal stellen wir beim Tool der Woche ein Spiel vor – Ingress.

Es handelt sich dabei um ein seit 2012 existierendes Augmented-Reality-Game.

Lange Zeit war Ingress zu spielen ein Privileg von Android-Nutzern. Aber seit kurzem können auch iOS-Anwender auf ihren iPhones und iPads mitspielen. Gespielt wird weltweit, die App ist kostenfrei.

Weltweit sind Portale zu finden

Weltweit sind Portale zu finden

Ingress erzählt eine Geschichte, in Echtzeit. Es geht dabei um eine parallele Realität, in der eine neue Energiequelle gefunden wurde, die Exotic Matter (XM). Natürlich steht auch sofort ein Großkonzern parat, um diese Energiequelle anzuzapfen. Dargestellt wird diese durch Niantic Labs. Niantic gibt sich neutral, stellt den sog. „Agents“ (Spielern) Ingress zur Verfügung, um mit der Exotic Matter zu arbeiten und bringt jede Woche ein oder mehrere Videoreporte zum Stand der Dinge raus. Aber steckt da nicht doch mehr dahinter? Ist die Exotic Matter überhaupt gut für uns Menschen? Die Agents der Enlightened (die Erleuchteten) sind davon überzeugt, die Resistance (der Wiederstand) ist davon so gar nicht begeistert. Einige Insider brechen hin- und wieder ihr Schweigen und immer wieder gibt es seltsame Vorfälle…

Soviel zur Story. Wie bereits gesagt, das ganze läuft in Echtzeit. Sollte man jetzt erst einsteigen, ist das gar kein Problem. Es gibt reichlich Communityseiten und Blogs, auf denen man den bisherigen Storyverlauf nachlesen kann.

Im Grunde genommen geht es um die zwei Fraktionen, die gegeneinander kämpfen. Man muss für seine Fraktion Portale erobern, Resonatoren setzen, Portale verbinden und Felder bauen. Das tut man im Idealfall nicht alleine, sondern mit einigen der anderen Millionen Nutzer. Organisiert wird sich über Orts- und Gebietsgruppen seiner gewählten Fraktion auf Google+.

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Bevor man für seine Fraktion ein Portal erobern kann, muss man erst einmal den Gegner aus dem Weg räumen.

Schafft man es, ein Portal komplett von gegnerischen Resonatoren zu befreien, setzt man selber welche. Hat man acht zusammen, kann man das Portal mit anderen verbinden. Dabei darf ein sog. „Portal-Link“ keinen anderen Link kreuzen. Bildet man aus drei Portalen ein Dreieck, entsteht ein Feld. Je nach Größe dieses Feldes gibt es „Mind Units“ (MU) für die eigene Fraktion. Die Menge der MU ist entscheidend für den Fraktionswettbewerb. Der persönliche Spielantrieb entsteht durch Erfahrungspunkte („Action Points“, AP), die man mit jeder Aktion in unterschiedlicher Höhe sammelt und sei es nur das Aufladen der Resonatoren, deren Kraft alle 24h von selbst etwas nachlässt.

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Ein voll besetztes Portal.

Das Spiel hält immer wieder Neuerungen für einen bereit, die Levelanzahl, die man selbst erreichen kann, wurde erst vor kurzem, nach anderthalb Jahren, endlich von 8 auf 16 angehoben. Leider sind die Items noch nicht soweit, jetzt endet die eigene Feuer- und Resonatorenkraft noch bei Level 8. Aber das wird sich sicher noch ändern.

Aus drei verbundenen Portalen wird ein Feld.

Aus drei verbundenen Portalen wird ein Feld.

Die Portale sind nicht zufällig irgendwo in der Gegend. Sie sind von Spielern eingereicht, es handelt sich um Graffiti, Gebäude, Brunnen, Statuen usw. Und es werden immer mehr. Ist man neu einer Stadt und läuft nur von Portal zu Portal entdeckt man Orte, die vielleicht im Stadtführer übergangen wurden. Oder man erkundet seine eigene Stadt neu.

Hin und wieder treffen Schlümpfe und Frösche beim spielen auch mal aufeinander, aber das bekämpfen beschränkt sich lediglich auf das Geschehen am Bildschirm. Je nach Tages- oder Nachtzeit oder nach Ernsthaftigkeit der Spielteilnahme tauscht man entweder ein paar Wörter oder ein paar böse Blicke untereinander aus. Immer wieder tauchen auch Berichte über die Zusammenarbeit beider Fraktionen auf.

Das Spiel stammt übrigens wirklich von Niantic Labs, einer in der Wirklichkeit existierenden Tochterfirma von Google. Vielleicht zeigt uns die Software ja doch das, was wir nicht sehen…

MK

8. August 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Noch ein Tool zur Urlaubsplanung

Eine etwas andere Suchmaschine zur Urlaubsplanung ist GOEURO . Das in Berlin ansässige Startup-Unternehmen spricht vor allem Individualreisende an.  Auf der Seite Über uns wird beschrieben, was diese Seite von den anderen vielen Urlaubsplanern und Preissuchmaschinen unterscheidet.  “Die Idee für GoEuro entstand während einer viermonatigen Rundreise durch Europa und vielen Stunden an Reisevorbereitungen und -planung. Während die Reise selbst ein Erlebnis der besonderen Art war, entpuppte sich die Planung als Hürdenlauf. Die Planung von Reiserouten quer durch Europa erfordert viel Zeitaufwand. Trotz intensiver Recherchen wurden viele Reisen zu teuer gebucht. Aus diesem Problem heraus wurde GoEuro gegründet.”

Das besondere an der Suchmaschine ist, dass Sie die verschiedenen Transportmöglichkeiten Bahn, Bus, Flugzeug und Auto miteinander kombiniert und bei den Reisezeiten auch die Anfahrt zum Bahnhof oder zum Flughafen und die Check-In-Zeiten mit einkalkuliert. Vor allem das Einbinden des öffentlichen Nahverkehrs ist ein Novum.

In der einfach gehaltenen Suchmaske gibt man Abfahrtsort und Ziel und ob man ggfs. eine Bahncard besitzt.

 

 

KR Warschau Anfrage

Suchmaske Hinreise Krefeld Warschau

Das Ergebnis kann man sich nach schnellste oder günstige Verbindung sortieren lassen.

 

KR Warschau schnellste

Ansicht schnellste Verbindung

 

KR Warschau günstigste

Ansicht günstigste Verbindung

Im Reiseplaner werden einem auch Preise und Details zum öffentlichen Nahverkehr angeboten.  Die ÖPNV-Tickets können über die App nicht gebucht werden.

KR Warschau Details

Reiseplanung Krefeld Warschau

Zur Buchung wird man auf die Seite des Anbieters weitergeleitet. Der Reiseanbieter ist auch Ansprechpartner für etwaige Änderungen oder stornieren.  Die Anbieter findet man auf der Seite Unsere Partner.

Nach erfolgter Buchung gibt es dann noch die Reiseroute als Email bzw. für das Mobiltelefon. Die App wird aktuell nur für Androidgeräte angeboten. SF

1. August 2014 at 09:00 Hinterlasse einen Kommentar

Tool der Woche – Wayback-Machine

Unser Tool der Woche ist diesmal die Wayback-Machine, eine Spezialsuchmaschine, mit der die vom Internet Archive archivierten Internetseiten abgerufen werden können. Die Wayback-Machine stellt auch ein Tool zur eigenen Archivierung von Internetseiten dar.

Zum Einstieg gibt es bei YouTube ein Statement zur Web-Archivierung von Brewster Kahle, dem Begründer des Internet Archive.

Um das Web-Archiv zu durchsuchen, muss eine bestimmte Webadresse in das Suchfeld eingegeben werden. Es öffnet sich eine Kalenderansicht, mit der die unter dieser Adresse gefundenen und archivierten Seiten abgerufen und angezeigt werden können.

WaybackMachineA

Abb. 1: Kalenderansicht über die archivierten Seiten einer Adresse

Das Internet Archive archiviert Schnappschüsse (Snapshots) der Internetseiten, aber nicht im Sinne eines Bildschirmfotos, sondern deren HTML-Struktur. Zu jeder archivierten Version einer Seite erhält man einen Permalink, mit dem sich diese referenzieren lässt.

WaybackMachineB

Abb. 2: Die Domain unserer Zukunftswerkstatt wurde zuvor für ein anderes Projekt genutzt

Beim Stöbern offenbart sich schnell ein Problem, welches für den professionellen Gebrauch unbedingt bedacht werden sollte – die unregelmäßige und unvollständige Indexierung: Wurden viele Schnappschüsse in kurzen zeitlichen Abständen hinterlegt, so spiegelt dies nicht unbedingt einen Veränderungsprozess der archivierten Internetseite wider. Ebenso können Archivierungslücken die Rekonstruktion eines Veränderungsprozesses verunmöglichen. Bei vielen Seiten wurden die Unterseiten nicht mit archiviert, interne und externe Links führen zuweilen ins Leere. Dies gilt besonders für die Archivierung eingebetteter Inhalte.

WaybackWikipedia

Abb. 3: Ein Blick in die Entstehungszeit der Wikipedia

Ebenso faszinierend wie die Expeditionen in die Internet-Geschichte ist die Möglichkeit, selbst Internetseiten zu archivieren: Die betreffende Adresse wird eingetragen und, soweit keine technischen Hürden bestehen, ein Schnappschuss hinterlegt. Wie bei den bereits hinterlegten Seiten erhält man nun einen Permalink zur archivierten Internetseite.

Somit stellt die Wayback-Machine für Blogger oder Wiki(pedia)-Autoren ein besonderes Werkzeug dar: Meldungen oder Inhalte, die vielleicht nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar sind, können so dauerhaft archiviert und referenziert werden. Es entfällt das Risiko, das Links im Laufe der Zeit inaktiv werden oder nicht mehr zu der gewünschten Information führen. Wer selbst Internetseiten archivieren möchte, sollte darauf achten, auch die Unterseiten einer Domain aufzurufen und zu archivieren. Bleibt die Pfadstruktur erhalten, können so auch die archivierten Unterseiten dauerhaft abgerufen werden.

Zum Abschluss sei hier noch auf die Diskussion auf der re:publica 2014 zur Frage “Wer archiviert das Internet?” hingewiesen, bei der neben Elisabeth Niggemann von der Deutschen Nationalbibliothek auch Alexis Rossi vom Internet Archive zu sehen und zu hören ist.

C.K.

25. Juli 2014 at 08:00 Hinterlasse einen Kommentar

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