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Tool der Woche – Geograph

Geograph ist ein kartenbasiertes Wiki mit dem Ziel, repräsentative Fotos für eine bestimmte Region zu sammeln. Gestartet wurde das Projekt 2005 als Geograph Britain and Ireland, seit 2008 existiert die Projektvariante für Deutschland.

Das Ordnungssystem der deutschen Projektvariante wird durch eine Aufteilung der betreffenden Region in Planquadrate von je einem Quadratkilometer gebildet. Die Grundlage der Aufteilung bildet das UTM-Referenzsystem. Für die Navigation zwischen den Planquadraten sind spezielle Karten und Tools entwickelt worden.

Organisiert ist das Projekt als ein Wettbewerb: Jeder angemeldete Benutzer kann für ein bestimmtes Planquadrat Fotos einreichen. Moderatoren prüfen die eingereichten Fotos und klassifizieren diese als Geobild oder Extrabild. Mit einem Punkt belohnt wird beispielsweise derjenige, welcher das erste Geobild für ein bisher nicht erschlossenes Planquadrat einreicht. Nach und nach entstehen aus den Geobildern der Planquadrate geschlossene Bildmosaiken.

GeographA

Abbildung 1: Die speziellen Karten- und Navigationsinstrumente von Geograph: Bereits eingereichte Geobilder werden im entsprechenden Planquadrat verkleinert angezeigt.

Die Fotos können mit einem Titel und einer – auch mehrsprachigen – Beschreibung versehen werden, weiterhin stehen Kategorien zur Verfügung. Neben den Koordinaten für das abgebildete Motiv können auch die für den Standort des Fotografen eingetragen werden. Dies ermöglicht die Rekonstruktion der Blickrichtung des Fotografen bei der Aufnahme des Fotos.

GeographB

Abbildung 2: Metadaten zu einem Foto: Die Koordinaten werden links in den OpenStreetMap-Ausschnitt eingeblendet.

Alle Projektinhalte unterliegen einer freien Lizenz, sämtliche eingereichten Bilder der Lizenz CC-BY-SA 2.0. Daran anknüpfend bietet das Projekt verschiedene Möglichkeiten, auch die Geodaten zur Weiterverwendung zu exportieren.

Geograph stellt eine besondere Kombination von Geografie- und Fotografie-Wiki dar. Beim Stöbern eröffnen sich dem Benutzer nach und nach die vielen Such- und Gestaltungsmöglichkeiten des Projekts: Beispielsweise kann man das Projekt mit historischen Bildern anreichern sowie thematische Galerien oder kartenbasierte Tourenvorschläge erstellen.

C.K.

Lizenzhinweise zu den Abbildungen: Die abgebildeten Karten von Hansjörg Lipp und weiteren OpenStreetMap-Usern unterliegen der CC-BY-SA 2.5-Lizenz. Die verkleinert abgebildeten Geobilder von Chris, Colin Smith und Rodney Burton unterliegen der CC-BY-SA 2.0-Lizenz.

6. Juni 2014 at 10:15 2 Kommentare

Tool der Woche – Kleks

Mit dem „Kleks“ möchte ich ein vielseitiges Wiki vorstellen, welches gleichermaßen in den Bereichen Forschung, Planung, Bildung oder Tourismus Anwendung finden kann. Hervorheben werde ich einige Funktionen, welche meiner Meinung nach besonders die Web 2.0-Thematik betreffen.

Das Kleks – KulturLandschaftsElementeKataster ist ein Geographisches Informationssystem zur Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente. Als „Kulturlandschafts-Wiki“ steht es jedem zur Nutzung oder Mitarbeit offen:

Wir sammeln Informationen, Texte und Fotos zu Gebäuden, Starkbäumen, alten Verkehrswegen, historischen Stätten und vielem mehr. Alle Daten werden objektorientiert eingearbeitet und mit den Namen der Autoren versehen. Bestehende Datensätze können verändert und ergänzt werden. So ist es z. B. möglich, dass ein Heimatforscher ein neues Landschaftselement auf der digitalen Landkarte einzeichnet, ein Museumsmitarbeiter eine Beschreibung dessen Geschichte ergänzt und ein Landschaftsplanungsbüro ein Foto hinzu fügt, das bei Felderfassungen aufgenommen wurde sowie eine Bewertung des Elements nach planerischen Kriterien vornimmt. (Kleks: Über)

Neben Bau-, Boden- oder Naturdenkmalen werden in das Kleks auch andere landschaftsprägende oder kulturhistorisch relevante Elemente wie zum Beispiel geologische Objekte, Flurnamen oder Sagen aufgenommen. Die einzelnen Elemente werden als Punkt-, Linien-, oder Flächenobjekte in die Karte eingetragen. Hierbei bildet OpenStreetMap die Basiskarte, es lassen sich aber zum Beispiel auch historische Karten oder Luftbilder einblenden.

Je nach Objekttyp erscheint jedes Element mit einem spezifischen Icon auf der Karte. Bewegt man den Cursor über ein Element, wird ein Informationsfenster mit gegebenenfalls einem Vorschaubild angezeigt, mit einem Mausklick wird der Datensatz des jeweiligen Elementes geöffnet:

KleksB

Jeder Datensatz besteht aus drei miteinander verbundenen Informationsebenen: einem „Element“-Bereich mit Geo- und Fachdaten, einem „Artikel“-Bereich zur Erstellung von Texten für Forschung, Bildung oder Tourismus sowie einem „Medien“-Bereich zur Aufnahme von Dokumenten. Durch Klick auf „Web-Link“ wird ein Permalink zum jeweiligen Datensatz ausgegeben. Gelangt man über einen externen Link zu einem Datensatz, ist es möglich, mit „Lokalisieren“ zur Kartenansicht zu wechseln. Aktive Links aus dem Kleks zu anderen Internetseiten können in den „Element“-Bereich eines Datensatzes sowie in die Felder für Literatur- und Quellenangaben im „Artikel“-Bereich eingesetzt werden.

KleksC

Im „Medien“-Bereich können Dokumente unter einer Creative Commons-Lizenz abgelegt werden. Dies ermöglicht die Freigabe selbst erstellter Werke für bestimmte Formen der Nachnutzung ebenso wie die lizenzkonforme Aufnahme CC-lizenzierter Dokumente aus anderen Quellen. Jegliche Änderungen im Kleks müssen, ähnlich wie bei der Wikipedia, erst von Benutzern mit erweiterten Bearbeitungsrechten geprüft und freigegeben werden, um öffentlich einsehbar zu sein.

KleksD

Nicht nur einzelne Elemente, sondern auch bestimmte Kartenausschnitte lassen sich per Link gezielt ansteuern: Durch einen Klick auf das Kettenglied-Symbol oben rechts im Editor werden ein Permalink sowie ein HTML-Einbettungscode für den aktuellen Kartenausschnitt ausgegeben. Permalinks zu einzelnen Kartenausschnitten erlauben die kartographische Zusammenschau verschiedener Elemente eines Gebietes, beispielsweise die eines historischen Ortskerns, eines Herrenhauses, eines Ölfördergebietes oder eines Torfabbaugebietes.

Seine thematische Vielfalt und sein Wiki-Charakter machen das Kleks zu einer spannenden Web 2.0-Plattform. Durch die oben skizzierten Funktionen lässt es sich gut mit anderen Internet-Projekten vernetzen. Und vielleicht finden sich irgendwann die ersten Permalinks zu Datensätzen oder Kartenausschnitten als Belege in wissenschaftlichen Online-Publikationen. Freuen würde ich mich über eine stärkere Verzahnung mit der Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten.

C.K.

11. April 2014 at 08:00 1 Kommentar

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