Posts tagged ‘Karten’

Tool der Woche – Wikipedia und OpenStreetMap

Heute unternehmen wir einen virtuellen Ausflug an die Nordsee. Dazu nutzen wir die Möglichkeit der direkten Einblendung von Landkarten in Wikipedia-Artikel. Unser Tool der Woche besteht in der produktiven Verknüpfung zweier freier Webprojekte, nämlich Wikipedia und OpenStreetMap. Dabei können wir heute nur einen kleinen Einblick in die Arbeit nehmen, welche vom WikiProjekt Georeferenzierung geleistet und koordiniert wird.

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Abbildung 1: Artikel Varel mit Karteneinblendung

Wir starten im friesischen Varel, einer Stadt am Jadebusen. Die Koordinaten georeferenzierter Wikipedia-Artikel werden oben rechts unter dem Suchfeld eingeblendet. Gleich daneben findet sich der Button mit dem Lupen-Symbol, mit dem eine Karte direkt in den Artikel eingeblendet werden kann. Angezeigt werden ein roter Marker für das betreffende Objekt sowie weitere Ortsmarkierungen aus anderen Artikeln. Die Karte lässt sich zoomen und verschieben.

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Abbildung 2: Karteneinblendung Varel

In einer roten Linie erscheint auch der Umriss der Stadt Varel. Dies wird ermöglicht durch das Unterprojekt WIWOSM (Wikipedia wo in OSM, Wikipedia where in OSM), welches an der Einbindung von Objekten aus OpenStreetMap in Wikipedia arbeitet. Für diese Kartendarstellung ist nur das betreffende Objekt, die Stadt Varel, in die Karte eingeblendet.

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Abbildung 3: Karteneinblendung Varel

Mit der Einstellung „Wikipedia World“ werden alle für den Kartenausschnitt relevanten Ortsmarkierungen aus Wikipedia angezeigt. Je nach Art des Objekts, zum Beispiel Stadt, Flughafen oder Gewässer, werden die Ortsmarkierungen durch spezifische Symbole repräsentiert. Auf der Karte finden wir auch den Marker für das Nordseebad Dangast. Per Mausklick öffnet sich ein Fenster mit einem Vorschaubild vom Schöpfwerk Petershörn sowie einem Link zum deutschsprachigen Artikel.

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Abbildung 4: Karteneinblendung Dangast

Eine Raute ist Ortsmarkierungen vorangestellt, deren Koordinaten innerhalb eines Artikels untergebracht sind. In diesem Fall verweist die Ortsmarkierung auf einen Eintrag in der Liste der niedersächsischen Seehäfen. Das Vorschaubild zeigt aber nicht den Dangaster Hafen, sondern den von Bensersiel. Aber schauen wir uns die Liste mal genauer an.

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Abbildung 5: Karteneinblendung Liste der niedersächsischen Seehäfen

Die Einträge in der Liste der niedersächsischen Seehäfen sind durchgehend georeferenziert. Oben rechts unter dem Suchfeld finden sich Buttons mit der Möglichkeit, alle im Artikel enthaltenen Koordinaten in einer Karte anzuzeigen. Neben der hier aufgerufenen Karte mit den Ortsmarkierungen findet sich links eine Auflistung aller Einträge. Geht man mit der Maus auf eine Ortsmarkierung, wird diese ebenso wie der zugehörige Listeneintrag farbig hervorgehoben und umgekehrt. Mit Hilfe der Kästchen neben den Listeneinträgen lassen sich gezielt nur die Einträge auswählen, welche in der Karte angezeigt werden sollen. Das Beispiel zeigt die Lage der Häfen von Varel und Dangast am Jadebusen.

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Abbildung 6: Karteneinblendung und Artikel Varel

Geokoordinaten lassen sich ebenso direkt in den Text eines Artikels einbinden. Die Ortsmarkierung für die Seeschleuse in Varel enthält einen Link, der direkt zum betreffenden Textabschnitt mit der Koordinateneinbindung führt. Das Fenster mit dem Vorschaubild enthält den Namen des Objekts mit vorangestellter Raute sowie den des verlinkten Artikels.

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Abbildung 7: Karteneinblendung Varel und Artikel Jade

An der Grenze zu Varel mündet die Jade in den Jadebusen. Das Symbol der Ortsmarkierung zeigt an, dass es die Koordinaten eines Gewässers repräsentiert. Für Gewässer wie für viele andere Objekttypen gibt es in der Wikipedia Informationsboxen mit Datenfeldern, die für Fließgewässer beispielsweise die Koordinaten für die Quelle und die Mündung enthalten. Auch diese werden in den Karten berücksichtigt.

Besonders Gelegenheitsnutzer können in der Wikipedia noch viele Möglichkeiten entdecken. In unserer Bücherei versuche ich, neben den Kartentools auch auf das Kategoriensystem oder Schwesterprojekte wie zum Beispiel Wikimedia Commons hinzuweisen. Und da es in der Welt so viel zu entdecken gibt, bietet die Wissensbaustelle viel Raum zum Mitbasteln…

C.K.

13. Juni 2014 at 07:30 1 Kommentar

Tool der Woche – Geograph

Geograph ist ein kartenbasiertes Wiki mit dem Ziel, repräsentative Fotos für eine bestimmte Region zu sammeln. Gestartet wurde das Projekt 2005 als Geograph Britain and Ireland, seit 2008 existiert die Projektvariante für Deutschland.

Das Ordnungssystem der deutschen Projektvariante wird durch eine Aufteilung der betreffenden Region in Planquadrate von je einem Quadratkilometer gebildet. Die Grundlage der Aufteilung bildet das UTM-Referenzsystem. Für die Navigation zwischen den Planquadraten sind spezielle Karten und Tools entwickelt worden.

Organisiert ist das Projekt als ein Wettbewerb: Jeder angemeldete Benutzer kann für ein bestimmtes Planquadrat Fotos einreichen. Moderatoren prüfen die eingereichten Fotos und klassifizieren diese als Geobild oder Extrabild. Mit einem Punkt belohnt wird beispielsweise derjenige, welcher das erste Geobild für ein bisher nicht erschlossenes Planquadrat einreicht. Nach und nach entstehen aus den Geobildern der Planquadrate geschlossene Bildmosaiken.

GeographA

Abbildung 1: Die speziellen Karten- und Navigationsinstrumente von Geograph: Bereits eingereichte Geobilder werden im entsprechenden Planquadrat verkleinert angezeigt.

Die Fotos können mit einem Titel und einer – auch mehrsprachigen – Beschreibung versehen werden, weiterhin stehen Kategorien zur Verfügung. Neben den Koordinaten für das abgebildete Motiv können auch die für den Standort des Fotografen eingetragen werden. Dies ermöglicht die Rekonstruktion der Blickrichtung des Fotografen bei der Aufnahme des Fotos.

GeographB

Abbildung 2: Metadaten zu einem Foto: Die Koordinaten werden links in den OpenStreetMap-Ausschnitt eingeblendet.

Alle Projektinhalte unterliegen einer freien Lizenz, sämtliche eingereichten Bilder der Lizenz CC-BY-SA 2.0. Daran anknüpfend bietet das Projekt verschiedene Möglichkeiten, auch die Geodaten zur Weiterverwendung zu exportieren.

Geograph stellt eine besondere Kombination von Geografie- und Fotografie-Wiki dar. Beim Stöbern eröffnen sich dem Benutzer nach und nach die vielen Such- und Gestaltungsmöglichkeiten des Projekts: Beispielsweise kann man das Projekt mit historischen Bildern anreichern sowie thematische Galerien oder kartenbasierte Tourenvorschläge erstellen.

C.K.

Lizenzhinweise zu den Abbildungen: Die abgebildeten Karten von Hansjörg Lipp und weiteren OpenStreetMap-Usern unterliegen der CC-BY-SA 2.5-Lizenz. Die verkleinert abgebildeten Geobilder von Chris, Colin Smith und Rodney Burton unterliegen der CC-BY-SA 2.0-Lizenz.

6. Juni 2014 at 10:15 2 Kommentare

Tool der Woche – Kleks

Mit dem „Kleks“ möchte ich ein vielseitiges Wiki vorstellen, welches gleichermaßen in den Bereichen Forschung, Planung, Bildung oder Tourismus Anwendung finden kann. Hervorheben werde ich einige Funktionen, welche meiner Meinung nach besonders die Web 2.0-Thematik betreffen.

Das Kleks – KulturLandschaftsElementeKataster ist ein Geographisches Informationssystem zur Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente. Als „Kulturlandschafts-Wiki“ steht es jedem zur Nutzung oder Mitarbeit offen:

Wir sammeln Informationen, Texte und Fotos zu Gebäuden, Starkbäumen, alten Verkehrswegen, historischen Stätten und vielem mehr. Alle Daten werden objektorientiert eingearbeitet und mit den Namen der Autoren versehen. Bestehende Datensätze können verändert und ergänzt werden. So ist es z. B. möglich, dass ein Heimatforscher ein neues Landschaftselement auf der digitalen Landkarte einzeichnet, ein Museumsmitarbeiter eine Beschreibung dessen Geschichte ergänzt und ein Landschaftsplanungsbüro ein Foto hinzu fügt, das bei Felderfassungen aufgenommen wurde sowie eine Bewertung des Elements nach planerischen Kriterien vornimmt. (Kleks: Über)

Neben Bau-, Boden- oder Naturdenkmalen werden in das Kleks auch andere landschaftsprägende oder kulturhistorisch relevante Elemente wie zum Beispiel geologische Objekte, Flurnamen oder Sagen aufgenommen. Die einzelnen Elemente werden als Punkt-, Linien-, oder Flächenobjekte in die Karte eingetragen. Hierbei bildet OpenStreetMap die Basiskarte, es lassen sich aber zum Beispiel auch historische Karten oder Luftbilder einblenden.

Je nach Objekttyp erscheint jedes Element mit einem spezifischen Icon auf der Karte. Bewegt man den Cursor über ein Element, wird ein Informationsfenster mit gegebenenfalls einem Vorschaubild angezeigt, mit einem Mausklick wird der Datensatz des jeweiligen Elementes geöffnet:

KleksB

Jeder Datensatz besteht aus drei miteinander verbundenen Informationsebenen: einem „Element“-Bereich mit Geo- und Fachdaten, einem „Artikel“-Bereich zur Erstellung von Texten für Forschung, Bildung oder Tourismus sowie einem „Medien“-Bereich zur Aufnahme von Dokumenten. Durch Klick auf „Web-Link“ wird ein Permalink zum jeweiligen Datensatz ausgegeben. Gelangt man über einen externen Link zu einem Datensatz, ist es möglich, mit „Lokalisieren“ zur Kartenansicht zu wechseln. Aktive Links aus dem Kleks zu anderen Internetseiten können in den „Element“-Bereich eines Datensatzes sowie in die Felder für Literatur- und Quellenangaben im „Artikel“-Bereich eingesetzt werden.

KleksC

Im „Medien“-Bereich können Dokumente unter einer Creative Commons-Lizenz abgelegt werden. Dies ermöglicht die Freigabe selbst erstellter Werke für bestimmte Formen der Nachnutzung ebenso wie die lizenzkonforme Aufnahme CC-lizenzierter Dokumente aus anderen Quellen. Jegliche Änderungen im Kleks müssen, ähnlich wie bei der Wikipedia, erst von Benutzern mit erweiterten Bearbeitungsrechten geprüft und freigegeben werden, um öffentlich einsehbar zu sein.

KleksD

Nicht nur einzelne Elemente, sondern auch bestimmte Kartenausschnitte lassen sich per Link gezielt ansteuern: Durch einen Klick auf das Kettenglied-Symbol oben rechts im Editor werden ein Permalink sowie ein HTML-Einbettungscode für den aktuellen Kartenausschnitt ausgegeben. Permalinks zu einzelnen Kartenausschnitten erlauben die kartographische Zusammenschau verschiedener Elemente eines Gebietes, beispielsweise die eines historischen Ortskerns, eines Herrenhauses, eines Ölfördergebietes oder eines Torfabbaugebietes.

Seine thematische Vielfalt und sein Wiki-Charakter machen das Kleks zu einer spannenden Web 2.0-Plattform. Durch die oben skizzierten Funktionen lässt es sich gut mit anderen Internet-Projekten vernetzen. Und vielleicht finden sich irgendwann die ersten Permalinks zu Datensätzen oder Kartenausschnitten als Belege in wissenschaftlichen Online-Publikationen. Freuen würde ich mich über eine stärkere Verzahnung mit der Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten.

C.K.

11. April 2014 at 08:00 1 Kommentar

Tool der Woche – StepMap

Landkarten online erstellen – nein, nicht mit Google Maps, sondern personalisierte Karten für individuelle Bedürfnisse.

In wenigen Klicks gelingt es selbst für Laien sich eine (Übersichts-)Karte zusammen zu stellen. Für private Nutzer ist der Dienst kostenlos.

Ein Beispiel kann man sich hier ansehen: http://www.stepmap.de/karte/vertragsbibliotheken-160918

AL

21. Februar 2014 at 09:00 1 Kommentar

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