Posts filed under ‘Museen’

Gamescom – Teil 1 – Hardware

Liebe Freunde und Unterstützer der Zukunftswerkstatt,

heute beginnen wir mit der Nachbearbeitung der gamescom in Köln. Wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, habe ich mich für vier Tage ins Getümmel gestürzt und viel Zeit mit Ausprobieren, Diskutieren, Lernen und Vernetzen verbracht. Und natürlich hat es auch alles sehr großen Spass gemacht:-)

In diesem und ein paar weiteren Beiträgen möchte ich über meine Erfahrungen auf der gamescom berichten. Mir ist bewusst, dass man von uns auch Antworten auf die Fragen erwartet, was das alles mit der Kultur- und Wissensvermittlung zu tun hat bzw. was Kultur- und Wissensinstitutionen daraus lernen können oder ob sie Gaming in ihre Arbeit integrieren sollen und wenn ja wie. Ich werde versuchen, auf einige dieser Fragen einzugehen. Grundsätzlich können wir aber keine „Gebrauchsanweisung“ für das Thema Gaming anbieten. Vielmehr wird es wichtig sein, gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen. Sicherlich haben wir ein paar Ideen und einige von diesen Ideen haben wir auch schon erfolgreich umsetzen können. Aber so wie die Welt des sog. Web2.0 kein statisches System sondern vielmehr ein Prozess und unserer Meinung nach eine neue Kulturform darstellt, ist auch die Welt der Computergames zu heterogen und zudem einer Prozesshaftigkeit unterworfen, die es uns nur ermöglicht, Visionen zu entwickeln sowie Möglichkeiten, Chancen und Risiken zu beschreiben.

Gaming ist Hochtechnologie
Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass ein großer Teil der Welt der Computergames von Hochtechnologie geprägt ist. Die Gaming-PCs haben z.B. nur wenig mit dem klassischen Office-PC gemeinsam. Zwar verfügen beide über einen Prozessor, eine Grafikkarte, ein Motherboard, ein Festplatte usw. aber allein ein Blick auf die Grafikkarte zeigt, dass es hier um andere Aufgaben geht. Gute Grafikarten kosten mehrere hundert Euro und werden für viele Spiele auch benötigt. Darüber hinaus werden sehr schnelle Monitore benötigt, damit der Spielfluss nicht gestört wird.

Es gibt eine Vielzahl an speziellen Tastaturen und Mäusen, die speziell für Gamer entwickelt werden. Die Controller müssen sehr schnell reagieren und sehr robust sein. Auch spezielle Tastenbelegungen bei Tastaturen und Mäusen sind sehr beliebt. Man mag sich das nicht vorstellen können, aber wenn man zum ersten mal mit solchen Eingabesystemen arbeitet, merkt man den Unterschied. Dies geht soweit, dass man mittels Gewichten das Gewicht der Maus an seine persönlichen Wünsche anpassen kann. Klingt komisch, ist aber durchaus sinnvoll. Schließlich spielen einige Gamer bis zu 6 Stunden am Stück. Darüber hinaus zählen bei einigen Spielen Millisekunden. Jeder Befehl kostet Zeit und jede Sekunde die ich gewinnen kann, kann mich dem Sieg ein bißchen näher bringen.

Es verwundert nicht, dass auch die Hardwarehersteller massiv auf der gamescom mit eigenen Ständen vertreten waren. So wie es manchmal einen regelrechten Kult um bestimmte Games gibt, wird dies auch im Bereich der Hardware praktiziert:

Die beeindruckenste Variante ist aber der individuelle Um- und Neubau von Computergehäusen. Hierzu läßt sich sicherlich viel sagen – aber ich denke die Bilder sprechen für sich.

Gleichzeitig sind der Entwicklung enge Grenzen gesetzt. Viele Gamer verfügen schlichtweg nicht über das Geld, um sich jedes Jahr neue Bauteile oder neue Konsolen zu kaufen. Die Verbreitung bzw. ein damit verbundener Technologiestandart hat also einen wesentlichen Einfluss auf die Entwickler der Spiele. Es geht also letztlich um ein Wechselspiel zwischen der technologischen Entwicklung und den primär finanziellen Mittel der „breiten Masse“.

Virtuelle Wirklichkeiten – in 3D
Die Spiele werden immer realistischer. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob man reale Orte und Personen möglichst wirklichkeitsgetreu darstellen kann. Virtuelle Welten bzw. virtuelle Realitäten werden immer komplexer und detaillierter. Diese Entwicklung wird weitergehen. Viele Spiele erzeugen eine unglaubliche Atmosphäre und zusammen mit dem Sounddesign erlebt man die dahinter liegen Geschichten auf eine Art und Weise die durchaus fesselnd sein kann.

Sehr spannend war das Thema 3D. Ich konnte einige Spiele in 3D ausprobieren und meine anfängliche Skepsis änderte sich schnell in Begeisterung. Und natürlich wird versucht, auf allen Plattformen 3D einzuführen. So wird wohl auch der Nintendo DS mit 3D arbeiten. Zudem wird es in absehbarer Zeit nicht mehr zwingend notwendig sein, eine 3D-Brille zu tragen.

3D wird ein sehr großes Thema werden. Im Moment sind diese Geräte noch verhältnismäßig teuer. In naher Zukunft wird sich dies aber sicherlich ändern. Es ist sehr schwer, in einem Blog 3D zu zeigen. Am besten Ihr probiert es irgendwo mal aus. Ich denke, dass es in den nächsten Wochen in einigen Elektronikmärkten Promotionaktionen hierzu geben wird.

Du bist der Controller
Ein anderer Trend ist die Erweiterung bzw. Neudefinition des Controllers (Eingabegerät). Besuchte man auf der Gamescom eine der Toiletten so wurde man beim Blick in den Spiegel mit dem Slogan „Du bist der Controller“ konfrontiert. Damit war weniger eine Individualisierung oder der Aufbau von Selbstvertrauen als vielmehr ein neues Controller-Konzept gemein. Wie bereits erwähnt hat Microsoft mit dem Projekt „Kinect“ einen neue Ära der Eingabegeräte eingeleitet. Ich habe es zugegeben nicht glauben wollen, dass sowas funktioniert – aber ich habe mich geirrt. Kinect funktioniert – wenn auch nicht in allen Bereichen die ursprünglich angedacht waren. Die Steuerung von Spielen mit dem eigenen Körper ist nun umgesetzt worden. Man kann Boxen, Tiere streicheln und durch einen Parcour führen, Fußball spielen, Tanzen etc. All dies ist wurde präsentiert und erfreute sich großer Beliebtheit. Um zu verstehen, was damit alles möglich ist, solltet Ihr unbedingt folgendes Video anschauen:

Auf der gamescom konnten Besucher das Spiel ausprobieren. Hierfür gab es spezielle Testkabinen. Interessant dabei war, dass das Testen nicht im Geheimen stattfand. Vielmehr konnten alle Besucher den Testdurchgang beobachten. Dies ist eine sehr interessante Form der Transparenz, die letztlich auf einer großen Offenheit und einem großen Vertrauen beruht. Das Ausprobieren findet in aller Öffentlichkeit statt – jeder kann zusehen und lernen…

Auch Sony hat einen neuen Controller entwickelt. Diese Technologie verzichtet nicht ganz auf den Controller als physischens Werkzeug. Aber auch hier wurde seine Funktionalität massiv erweitert:

Alles ist iPad
Natürlich werden nicht nur Spiele für Spielekonsolen und Desktop-PC’s entwickelt. Sobald man davon ausgehen kann, dass sich eine neue Plattform weit verbreiten wird, werden auch Spiele dafür entwickelt. Sicherlich kennt Ihr dies noch von Euren ersten Handys. Spiele waren beinahe immer dabei und erweiterten die Nutzungsmöglichkeiten immens. Ein Handy sollte von Anfang an nicht nur zum Telefonieren genutzt werden. Das iPad ist Euch sicherlich allen bekannt. Und wie auch bei den smartphones gibt es hier bereits eine stetig wachsende Zahl an unterschiedlichen Games. Dabei wird das iPad sowohl als Monitor als auch als Controller genutzt.

Fliegen mit dem iPhone
Natürlich wird auch versucht, über die Grenzen der Konsole bzw. des Computers hinauszugehen. Eine Frage mit der sich nicht nur Gamesentwickler beschäftigen ist die, wie man Gaming mit der Realität verbinden kann. Eine Variante ist der sog. ARDrone. Es handelt sich dabei um eine Art Spielzeughelikopter der über das iPhone gesteuert wird. Neben dem normalen Fliegen kann man auf zwei im Fluggerät befindliche Kameras zugreifen und zudem verschiedene Spiele auf dem iPhone damit spielen. Das zweite Video zeigt die unterschiedlichen Spielmöglichkeiten.

Was bedeutet dies alles für die Kultur- und Wissensvermittlung?
Die Welt der Computerspiele ist geprägt von Hochtechnologie. Überall konnten wir neue Entwicklungen bestaunen und ausprobieren. Dies alles geht einher mit einer großen Offenheit gegenüber diesen neuen Technologien. Das Neue wird angenommen und ausprobiert. Technologie erscheint als grundsätzlich gut – aber sie muss dem Spieler einen Mehrwert bringen. Dieser Mehrwert erschließt sich vor allem durch eigene Erfahrungen. Dabei sind die Spieler nicht unkritisch. Sie fühlen sich nicht als Technik-Nerds sondern sehen die Technologie als Teil der Spielewelt. Gleichzeitig verläuft der technologische Fortschritt mit sehr großer Geschwindigkeit.

Die gamescom war geprägt von einem Spirit der Offenheit gegenüber neuen Plattformen und den damit verbundenen Möglichkeiten. Technologie ist etwas, dass man entdeckt, ausprobiert und in den eigenen Alltag integriert. Gleichzeitig darf sie nicht so kompliziert sein, dass sie nur von Spezialisten genutzt werden kann und sie muss zudem finanzierbar sein. Kultur- und Wissensinstitutionen könnten versuchen, diese Offenheit und das Ausprobieren als Teil ihrer Arbeits- und Gedankenprozesse zu integrieren. Auf der gamescom wird weniger diskutiert als vielmehr probiert und entwickelt. Der Austausch über Technologie findet kontinuierlich, interdisziplinär und auch zwischen Anbietern und Konsumenten statt. Die Welt der Computerspiele ist vergleichbar mit einem riesigen Labor. Wenn wir Computergames oder auch nur einen Teil dieser bunten Welt als Plattformen für die Kultur- und Wissensvermittlung akzeptieren, können und sollten wir auf dieses riesige Labor zurückgreifen.

Gleichzeitig konnte ich mehrfach erleben, wie offen die Gamer mit Fragen von anderen Gamern umgehen. Ich habe einige Besucher bezüglich der Technologie von Grafikkarten angesprochen. Es war überhaupt kein Problem, dass ich nur sehr wenig darüber wusste. Im Gegenteil, man freute sich mir helfen zu können. In unseren Seminaren und Workshops erleben wir sehr oft, dass sich viele Teilnehmer nicht trauen zuzugeben, dass sie bestimmte scheinbar einfache Dinge nicht verstanden haben. Ein kleiner Test zeigt dies immer ganz genau: Ich frage die Runde, wer die Plattform „Foursquare“ nicht kennt. In der Regel meldet sich niemand. Auch auf die Frage, wer diese Plattform noch nicht genutzt hat gibt es wieder keine Meldung. Frage ich dann, ob sich denn schon alle Teilnehmer am aktuellen Aufenthaltsort angemeldet haben, ernte ich nur fragende Blicke. In der nachfolgenden Diskussion kommt heraus, dass die meisten Teilnehmer Foursquare nicht kennen. Sie haben sich aber nicht getraut, dies vor den Kollegen zuzugeben. Ich glaube, dass es wichtig ist, allen Menschen die sich mit diesen neuen Technologien beschäftigen ein Gefühl der Offenheit und des Respekts entgegen zu bringen. Diejenigen von uns, die schon sehr viele Erfahrungen in diesen Bereichen haben, müssen alles daran setzen, die anderen mitzunehmen. Auch wenn dies bedeutet in bestimmten Fällen ganz von vorne anzufangen.

Wir können heute nahezu jeden kulturellen und wissenschaftlichen Inhalt visualisieren. Wir können immer mehr in die Welt der Computerspiele einsteigen und gleichzeitig werden die Spiele immer mehr Teil unseres Lebensraumes. Sie entwickeln sich zu einer Kulturtechnik und sollten als solche auch genutzt werden. Hierfür ist es notwendig, dass wir in der Breite mehr Know How in den Institutionen bekommen. Dabei geht es nicht darum, in einen technologischen Wettlauf einzusteigen. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Computerspiele wie Bücher und andere Medien Plattformen für die Kultur- und Wissensvermittlung sein können. Wenn wir dies akzeptieren, sollten wir uns nicht nur um die Spiele an sich sondern auch um die daraus resultierende Kultur und ihre Technologie kümmern.

Für die Institution als Raum ergeben sich durch neue Versionen der Controller und eine verbesserte grafische Darstellung eine Vielzahl an spannenden Möglichkeiten. Wir glauben, dass Spielekonsolen die Arbeit von Museen, Archiven, Bibliotheken, Opernhäusern, Universitäten etc. bereichern könnten. Der erste Schritt wäre die intensive Beschäftigung mit dem Thema – was die eigene Erfahrung mit Computergames einschließt.

Im nächsten Beitrag werde ich auf das Thema Software – also die eigentlichen Spiele eingehen.

Bis dahin seit Ihr alle herzlich eingeladen, mit uns über die Zukunft der Kultur- und Wissensvermittlung zu diskutieren.

Beste Grüße

Euer Christoph Deeg

25. August 2010 at 17:17 4 Kommentare

Party in Hattingen oder wie bloggt man erfolgreich?

Liebe Freunde der Zukunftswerkstatt,

in meinem letzten Beitrag habe ich schon ein bisschen über den Workshop für die Stadtbibliothek Hattingen im Rahmen des Projektes Lernort Bibliothek berichtet. Heute möchte ich über den zweiten Tag und die daraus resultierenden Fragestellungen berichten.

Die gute Nachricht zuerst: Die Stadtbibliothek Hattingen hat nun einen eigenen Blog gestartet. Während des Workshops wurde bei WordPress ein Blog angelegt und sofort mit der Erstellung von teilweise sehr amüsanten Inhalten begonnen. Natürlich war man stolz, nun „Teil“ der Welt des Web 2.0 geworden zu sein. Jedoch fragte sich das Team auch, ob überhaupt jemand Interesse daran haben würde? So richtig glaubte man nicht daran und es war die Zeit für einen Test gekommen. Also habe ich fleißig getwittert, dass man sich unbedingt den Blog der Stadtbibliothek Hattingen anschauen sollte. Dies habe ich auf ganz verschiedene Art und Weise getan. Wer sich die Tweets anschauen möchte kann dies hier tun. Nach nichteinmal 45 Minuten waren es bereits 36 Besucher. Mein Vorschlag war nun, ab 50 Besuchern zu feiern. Schließlich einigten wir uns darauf, dass es eine kleine Party geben würde, wenn an diesem Tag mindestens 100 Besucher den Blog besucht hätten. Natürlich habe ich auch dies getwittert und bereits nach 2 Stunden hatten wir die Marke von 100 Besuchern hinter uns gelassen. Heute habe ich erfahren, dass es insgesamt 360 Besucher gab und man fleißig in die Planung der Party eingestiegen ist.

Was können Kulturinstitutionen daraus lernen? Zum Einen ist es möglich, über ein gut funktionierendes Netzwerk eine Vielzahl Lesern zu generieren. Im Web 2.0 werden Informationen meistens sehr schnell verbreitet. Gerade Twitter eignet sich hervorragend, um Einzelpersonen und Gruppen zu aktivieren. Allerdings funktioniert dies nicht automatisch. Es braucht Zeit, genügend Follower bei Twitter zu haben. Zudem ist es wichtig, dass die Follower die getwitterten Informationen als relevant einstufen. Sicherlich würde nicht jedem Aufruf zum Besuch einer bestimmten Seite gefolgt werden. Es geht also um die Frage, ob die Follower meiner Aussage bzw. meinen Inhalten vertrauen.

Zum Anderen darf aber nicht vergessen werden, dass es mit diesem hohen (einmaligen) Besuchsergebnis nicht getan ist. Der Aufruf war gut, um einen einmaligen Event zu starten. Um aber langfristig erfolgreich zu bloggen, brauche ich spannende Inhalte bzw. sinnvolle Serviceangebote. Nur die Inhalte werden dafür sorgen, dass die Besucher meines Blogs auch wieder kommen. Für Kulturinstitutionen bedeutet dies, dass sie sich Gedanken über die zu vermittelnden Inhalte machen. Deshalb sollte überlegt werden, für welche Zielgruppe dieser Blog gedacht ist. Wenn ich z.B über Öffnungszeiten bzw. Ort und Zeitpunkt zukünftige Events schreibe, erreiche ich inhaltlich damit all diejenigen, die sich in der Nähe der Institution befinden. Für mich als Berliner ist es erstmal nicht so wichtig, ob ich weiß, wann ein Museum in Nürnberg, eine Bibliothek in Hamburg oder ein Opernhaus in Lübeck öffnet. (Es sei denn ich möchte es besuchen) Zudem würde ich selbst dann, wenn ich diese Information benötige eher selten darauf antworten. Das Web 2.0 zeichnet sich aber durch Interaktion und Kommunikation aus. Man ist als Kulturinstitution Teil der globalen Community und in dieser Community ist jeder zugleich Sender und Empfänger. Es stellt sich also die Frage, welche Inhalte für Menschen interessant sein könnten, die nicht in der Nähe der Institution wohnen bzw. keinen baldigen Besuch planen. Die gute Nachricht: Es gibt kaum jemanden, der über so viele spannende Inhalte schreiben kann wie Kulturinstitutionen. Ein Blog ist etwas anderes als eine Website – aber er kann sie ersetzen, wenn er gut gemacht wird:-)

Übrigens waren die Hattinger tolle Gastgeber und sehr sehr fleißig, wie man auf den Fotos erkennen kann….

Liebe Grüße

Christoph Deeg

15. Juli 2010 at 10:20 1 Kommentar

Kulturinstitutionen: Vom Verwalter zum Gestalter?

Liebe Freunde und Unterstützer der Zukunftswerkstatt,

vor ein paar Tagen habe ich dieses Video bei Youtube gefunden. Es zeigt eine Präsentation aus dem Jahre 1968. Doug Engelbart präsentiert seine Idee eines Computers der Zukunft. Wer genau hinschaut wird merken, dass es sich dabei um die Ur-Form heutiger PC’s handelt.

Beim Anschauen dieses Videos habe ich mich gefragt, wie lange es eigentlich heute dauert, bis Innovationen als so relevant eingestuft werden, dass man sich überlegt, wie sie z.B die Arbeit von Kultur- und Wissensinstitutionen beeinflussen könnten?

Wie wäre es, wenn die Kultur- und Wissensinstitutionen in der Breite auf Themen wie Web 2.0 und Gaming nicht nur reagieren, sondern diese neuen Kulturformen aktiv mitgestalten würden? Was müsste an den heutigen Strukturen und Arbeitsprozessen innerhalb der Institutionen geändert werden? Können Biblioheken, Museen, Archive, Opern und Theater Innovationsträger sein? Die Gestalter des Web 2.0 sind m.E. nicht Firmen wie Google, Facebook, Twitter oder WordPress. Es sind vielmehr die Millionen von Nutzern, die mit ihren Inhalten das Internet zu dem gemacht haben was es heute ist. Den Nutzer bzw. den Kunden ernst nehmen müsste aber doch dann bedeuten, anzuerkennen, dass das Web 2.0 und Computergames relevant sind. Es geht also um die Frage: sind wir Verwalter oder Gestalter?

Bleibt also die Frage, wie gehen wir mit Innovationen um? Sind Kultur- und Wissensinstitutionen die Ersten oder die Letzten wenn es darum geht neugierig auf Innovationen zu sein? Es wäre doch eine schöne Vision, wenn man in 20 Jahren in jeder Bibliothek ein Buch findet da den Namen trägt: „Wie die Kulturinstitutionen das Web 3.0 gestalteten – ein Rückblick auf 20 Jahre erfolgreiches Innovationsmanagement“

Beste Grüße

Euer Christoph

7. Juni 2010 at 16:30 2 Kommentare

Neue Chance des Museums

(Van Gogh Museum in Second Life, Foto von Don Hosho)

    The relationship between institutions and their audiences would be transformed by the internet. Museums… would become more like multimedia organisations. (via:guardian)

Sir Nicholas Serota und Neil MacGregor, zwei sehr wichtige Persönlichkeiten in Museumsbereich haben die Zukunft des Museums wie oben in diesem Zitat eingeschätzt. Wie verändert sich die Institution in der Welt des Internets und wie werden sie ihre Inhalte und Bestände an den Kunden effektiv vermitteln. Diese Frage beschäftigt nicht nur die Bibliotheken, anscheinend ist die Ausgangssituation in Museumsbereich auch ähnlich.

Ohne Frage, Museum und Bibliothek leisten immer die Aufgabe, dass sie die Bestände und Informationen sammeln, aufbewahren und verfügbar machen. Aber in Zeit des Internets ist besonderes fröhlich, dass aus der Leitungsebene ein anderer Perspektiv über die neue Aufgabe und Position des Museums vorstellt.

    The future has to be, without question, the museum as a publisher and broadcaster.

Mit „Publisher“ und „Broadcaster“ hoffe ich sehr, dass MacGregor über die Rolle des zukünftigen Museums meinte. Sie müssen nicht nur lernen das Angebot in anderer Art und Weise zu präsentieren, möglichst viele Austausch zu ermöglichen und sie müssen auch lernen wie sie das Angebot vermitteln und vermarkten kann.

Ein ganz interessanter und erleuchtender Punkt (den wahrscheinlich noch nicht in Bibliotheksbereich diskutiert wird) sagte Serota:

    In the past, there has been an imperfect communication between visitors and curators. The possibility for greater level of communication between curators and visitors is the challenge now.

Das ist eigentlich ein strukturelles Problem von allen öffentlichen Einrichtungen. Wir sehen eine große Hoffung von britischen Museen, wenn die Museumsdirektoren versuchen im Bereich Kundenbindung zu tätigen und die Kommunikation zwischen ihren Kunden zu verbessern.

Wir sind die gleiche Meinung wie Serota: es wird in der Zukunft eine große Unterschiede geben zwischen die Institutionen, die diese Chance ergreifen können und denjenigen, die nichts tun.

10. Juli 2009 at 17:42 Hinterlasse einen Kommentar

Berlin – eine lebendes Museum

Wer jetzt nach Berlin (Potsdamer Platz) kommt, kann vieles über die Stadt und die Geschichte der Mauer erfahren. Für 20 Jahre Mauerfall veranstaltet die Stadt Berlin das Projekt „20 Jahre Mauerfall„. Drei großen Veranstaltungen werden unter dem Projekt stattfinden. Sie sind Friedliche Revolution, 9. November und Schauplätze.

PfeilVon der Veranstaltung „Schauplätze“ bin ich heute von einem großen roten Pfeil vor der Stabi aufmerksam geworden. Mit einer so genannten Infobox werden sie zusammen im ganzen Berlin wandern und zeigen ihre Besucher die Geschichte und Entwicklung Berlins nach 20 Jahre Mauerfall.

Auf der Website von der Veranstaltung wird angekündigt:

    Erlebbar werden diese Schauplätze durch spielerische Elemente und Geschichten, die Menschen und Orte erzählen und die Teil individueller Führungen mit außergewöhnlichen Ein- und Ausblicken sind.

Ein sehr interessantes Projekt, die Geschichte Berlins wird erlebbar gemacht. Durch die neue Form von der Ausstellung werden nicht nur die Besucher näher an die Geschichte bzw. Ausstellungsstück gebracht, die Besucher können auch durch viele andere Elemente die 20 Jahre Geschichte von Berlin persönlich spüren. Es ist wahrscheinlich viel effektiver als sie vor einem Schaufenster und ein Stück von Berliner Mauer ansehen.

Sorry, couldn’t find any translationPlease support us by using Babylon search engine

29. Januar 2009 at 15:30 Hinterlasse einen Kommentar

Ein Stein erzählt die Geschichte

Gestern haben wir über die neue Präsentationsform des Kunstwerks im Prado-Museum gesprochen. Heute zeigen wir Ihnen anderes Beispiel von Kulturhistorisk Museum Randers und stellen Ihnen vor, wie das Museum ihr Ausstellungsstück in einer völlig neuen Form präsentiert.

Was werden Sie denken, wenn Sie in einem Museum einen tausendjährigen Stein mit gravierten alten Schriften sehen? Denken Sie vielleicht, was der Stein in den Tausend Jahren erlebt hat, was er gesehen und gehört hat? Wer und wie hat der Schrift auf dem Stein graviert und was wollen unsere Vorfahren uns damit sagen?

Mit moderner Licht- und Tontechnik ermöglicht das Museum den Stein eigene Geschichte für seine Besucher zu erzählen. Diese neue Form von Präsentation eines Ausstellungsstücks könnte vielleicht sogar effizienter als eine persönliche Einführung. Weil durch die technische Darstellung einen direkt Kontakt zwischen Ausstellungswerk und Publikum ermöglicht wird. Und die Interpretation eines Ausstellungswerkes könnte weniger abhängig von persönlicher(subjektiv) Einführung sein.

Nehmen Sie fünf Minuten Zeit für den Stein und sehen Sie das Video, er wird Ihnen eine sehr spannende Geschichte erzählen.

23. Januar 2009 at 00:57 2 Kommentare

Wie vermitteln die moderne Museen ihre Inhalte?


Bei Google Earth ist normalerweise so, dass die Nutzer vor ihrem Computer die Welt dreidimensional betrachten können. Auch die Stadt Madrid kann man in Vogelblick über Google Earth sehen, viele Sehenswürdigkeiten, wie Prado-Museum kann man auch von Außen sehen. Seit einigen Tagen stellen die Mitarbeitern von dem Museum ihre Kunstschätze auch in der Google Earth Filiale, damit die Besucher die Ausstellungsstücke auch über anderen Weg ansehen können.

Zuerst stellt das Prado-Museum 14 wichtigste Malereien auf Google Earth. Wenn Sie Google Earth öffnet, klicken Sie auf folgender Rubrik: 3D Buildungs->Geographic Web->Places->Preview->Museo Prado, dann finden Sie das Museumsgebäude. Wenn Sie weiter auf die Gebäude klicken, werden die 14 Malereien aufgelistet. Zu einzelnen Malerei stehen auch fast alle Informationen zur Verfügung.

Alle 14 Malereien wurden in einer sehr hohen Qualität angeboten, jedes Bild hat ca. 14 Gigapixel. Laut der Ankündigung von Google sind die Bilder 1400-mal detaillierter als ein Bild von normaler Kamera. Wie die Mitarbeitern das gemacht haben, können Sie das oben genannte Video angucken.

    We now have an amazing tool for researchers, teachers and art lovers.

sagte Miguel Zugaza, Direktor des Prado-Museums, ganz stolz. Wir sind auch erstaunt, dass das Museum mit moderner Informationsplattform ihre Inhalte öffentlich zugänglich gemacht hat. Wir glauben fest daran, dass das Tool nicht nur „amazing“ bleiben wird. Es wird auch mehr Menschen die Interesse an echte Kunst und echte Museen aufwecken.

Als Gegensatz hat der Kunsthistoriker Jonathan Browne befürchtet, dass die Leute durch Zugriff auf digitalen Kunstwerken von Museum entfernen werden können und sagte er:

    Looking at a painting in person is a living experience. You communicate with the picture, and it communicates with you.

Keine Angst vor der digitalen Medien, das Beispiel von Google Earth ist nur eine von vielen Präsentationsform der Kunst, sie wird (und kann auch nicht) das echte Museum ersetzen. Die digitalen Medien werden nur die Präsentationsform von Museum erweitern. Museum als Medium ist wahrscheinlich die beste Kommunikationsform zwischen Kunstwerk und ihr Publikum. Aber Museum als Ort oder Gebäude kann schwer möglichst viele Leute erreichen, deswegen nutzen Sie doch Google Earth einfach als Museumsplakate. 🙂

22. Januar 2009 at 10:41 2 Kommentare

Spannende Ausstellungseröffnung „Bookmarks – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube“

Heute startet in Hannover die Ausstellung „Bookmarks – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube“. Genau wie wir von der Zukunftswerkstatt glauben auch die Macher dieser Ausstellung, dass sich der Umgang mit wissenschaftlichen und kulturellen Inhalten und damit verbunden die Interessen der User/Kunden durch das Internet radikal verändert hat und weiter verändern wird. Dabei liegt der Schwerpunkt der Ausstellung auf der Auseinandersetzung mit der gegenwärtig entstehenden Wissenskultur am Beispiel einer ihrer populärsten Ausprägungen: YouTube. Über die Grenzen der Visualisierung aktueller Angebote und Herangehensweisen hinaus werden neben der Ausstellung eine Vielzahl an weiteren Veranstaltungen stattfinden. Diskussion und Vorträge sollen die Besucher einladen, miteinander über neue Möglichkeiten der Kultur- und Wissensvermittlung nachzudenken.

Auf der Webseite www.bookmarks2009.de kann man in der Schatzkammer der Ausstellung Texte und Bilder zu 42 wertvollen Büchern, Schriften und Exponaten der vergangenen Jahrhunderte aus der Schatzkammer der GWLB, sowie einer Keilschrift aus der Sammlung des Museums August Kestner (MAK) finden, die von Paradigmenwechseln in der Wissensproduktion vergangener Zeiten erzählen.

Unter www.youtube.com/bookmarks2009 werden die Besucher zu einer YouTube-Tour eingeladen, die von YouTube Nutzern und Museumbesuchern zusammengestellt wird.

Entstanden ist diese spannende Ausstellung durch die Zusammenarbeit der Kestnergesellschaft in Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und der Leibniz Universität Hannover. Hier zeigt sich, was für tolle Projekte entstehen, wenn sich die Akteure der Kultur- und Wissensgesellschaft vernetzen und zusammenarbeiten.

Das Spannende an dem Projekt ist die Verknüpfung von Online- und Offlineinhalten. Wir glauben, dass es nicht darum geht – und auch nie darum ging – sich für die reale oder die virtuelle Welt entscheiden zu müssen. Die Kooperation, die Vernetzung beiderVermittlungsformen werden zum Erfolg führen. Reale Museen, Bibliotheken, Archive usw. werden und dürfen nicht zu Gunsten virtueller Plattformen verschwinden. Vielmehr wird die Arbeit dieser so wichtigen Institutionen durch das Internet und seine vielfältigen Möglichkeiten erleichtert, erweitert und beeinflusst werden.

16. Januar 2009 at 11:16 Hinterlasse einen Kommentar

Kunstwidget aus Amsterdam

Das Web 2.0 auch für Museen interessant sein kann, sieht man hier. Jeden Tag gibt ein neues Exponat zu sehen. Ein schöner Anfang um als Museum mit dem Internet zu spielen. Auf diese Art und Weise können kulturelle Inhalte immer mehr Teil unseres alltäglichen Lebens werden. Mehr Infos zu dem Widget findet Ihr hier.

Christoph Deeg

2. Dezember 2008 at 15:48 Hinterlasse einen Kommentar

Die virtuelle Verbotene Stadt

Waren Sie schon mal in Verbotene Stadt? Wenn nicht, können Sie jetzt hier im Internet diese chinesische Sehenswürdigkeit erleben.

Die verbotene Stadt ist der kaiserliche Palast von Qing– und Ming-Dynastie (1368-1911), 1925 ist die verbotene Stadt als Palast Museum begründet. Als größtes Museum Chinas spielt Palast Museum ein großer Roll in Kultur und Wissenschaft. Für das Museum ist auch in langer Zeit eine Frage, wie sie ihre kostbare Bestände und die chinesische Geschichte präsentieren soll.

Seit kurz arbeiten Palast Museum und IBM zusammen und öffnet seit Oktober ein 3D Museum im Internet, sie haben das Palast Museum komplett nachgebaut. Sowie bei Second Life können die Besucher ein Client herunterladen und auf dem Rechner installieren, dann kann man das virtuelle Museum besuchen. Pressesprecher von Palast Museum erklärt, das virtuelle Museum dient nicht nur als eine Präsentationsplattform von Beständen. Viel wichtiger ist, dass das Museum auch die chinesische Geschichte, Bräuche und Tradition durch diese Plattform vermittelt wird.

Wie bei die übliche virtuelle Welten kann man auch in dem dreidimensionalen Palast Museum ein Avatar erzeugen. Die Kleidung kann man von vielen traditionellen chinesischen Kleidungsstücken auswählen, dann können die Besucher das Museum besichtigen. Besonderes werden viele traditionelle Spiele, die die Kaiser auch mal gespielt haben, angeboten. Die Besucher können sowie der Kaiser auch mal die alte Zeit erleben und mit anderen Besucher unterhalten.

Mit dem Thema „virtuelle Welt“ beschäftigen wir auch in dem Projekt Zukunftswerkstatt, gerne zeigen wir verschiedene Anwendungen in virtueller Welt und zusammen mit Ihnen diskutieren. Wir freuen uns über Ihr Besuch.

6. November 2008 at 08:30 Hinterlasse einen Kommentar

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