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Werdet „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ – Einsendeschluss am 07. Februar 2016

Auch 2016 könnt Ihr Euch auf den Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ bewerben oder tolle Projekte, die Ihr kennt, dafür vorschlagen. Hier der offizielle Ausschreibungstext:

Banner_Zukunftsgestalter2016

Zukunftsgestalter 2016

Wir suchen Personen, Teams und Einrichtungen mit dem Blick nach vorn, die Ideen konkret umsetzen und so Bewegung in die Bibliothekslandschaft bringen. Wir suchen die Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2016.

Der Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ wurde erstmals 2012 vergeben. Er wird vom Verlag De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und dem Netzwerk Zukunftswerkstatt – Kultur- und Wissensvermittlung im Rahmen des 6. Bibliothekskongress im März 2016 in Leipzig verliehen.

Ziel:

Mit dem Preis werden zwei Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagieren.

Prämiert werden konkrete Aktivitäten, die in Bibliotheken selbst, im Umkreis von Bibliotheken oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kommen. Von besonderem Interesse sind Projekte und Services, die Nutzer zum Mitmachen anregen oder sich zur Übertragung auf andere Einrichtungen eignen. Das Projekt soll im Verlaufe der letzten zwei Jahre erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden sein. Sofern das Endresultat schon absehbar ist, können auch Projekte eingereicht werden, die noch in der Entwicklung sind.

Preis:

Beide Preise sind mit € 500 dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten darüber hinaus ein Anerkennungszertifikat und werden eingeladen, ihre Leistung während des 6. Bibliothekskongresses in Leipzig zu präsentieren. Zudem wird ihnen ermöglicht, in der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und auf dem Blog der Zukunftswerkstatt über Ihre Arbeit zu berichten.

Bewerbung:

Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen ist die Annahmebereitschaft vorab zu klären.

Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken und andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum oder in deutschsprachigen Bibliotheken des Auslands.

Einzureichende Unterlagen:

Erforderlich ist eine maximal 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Projektes oder Produktes. Darin sollten die unten genannten Kriterien angesprochen werden. Beizufügen ist eine sehr knappe Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder. Die Unterlagen müssen bis zum 7. 2. 2016 beim Verlag als E-Mail-Attachment vorliegen (senden an: claudia.heyer@degruyter.com).

Bewertungskriterien, Auswahl der Preisträger:

Eine fünfköpfige Jury, die aus Herausgebern der Zeitschrift BFP und Mitgliedern des Netzwerkes Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung zusammengesetzt ist, beurteilt die Vorschläge anhand eines Kriterienkataloges. Die Beratung erfolgt nicht öffentlich, die Auswahlentscheidung ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bei der Entscheidung werden folgende Kriterien berücksichtigt:

Zukunftsrelevanz: Setzt das Projekt neue Standards für die Zukunft? Wie schätzen Sie dieses Potential ein?

Innovation und Kreativität: Was ist an diesem Projekt innovativ oder kreativ? Bitte geben Sie eine Einschätzung dazu ab.
Übernehmbarkeit: Kann es von anderen übernommen oder für deren Zwecke adaptiert werden? Wie schätzen Sie diese Möglichkeit ein? Welche Tools oder Unterstützung werden zur Verfügung gestellt?

Daneben werden bewertet:

Kooperation: Wie wurden Partner in der Konzeption und Umsetzung eingebunden?
Teilnehmeraktivierung: Hat das Projekt zu einer Teilnehmeraktivierung geführt, wird selbständiges Tun bei Teilnehmenden angeregt? Bitte nennen Sie  Beispiele und liefern Sie möglichst einen Nachweis.
Nachhaltigkeit: Wie wird für die Nachhaltigkeit des Projektes gesorgt? Inwieweit ist die Innovation dauerhaft? Welche Maßnahmen haben Sie umgesetzt oder sehen Sie künftig vor?
Effekt: Was hat sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden positiv bewegt?
Motivation: Was waren Motivation und/oder Anlass für das Projekt?

Preisverleihung:

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preisübergabe erfolgt während des 6. Bibliothekskongresses in Leipzig.

Wir freuen uns auf eure Bewerbung oder euren Vorschlag!

 

 

Kontakt:

Claudia Heyer

Library and Information Science

De Gruyter Saur, Rosenheimer Str. 143

D-81671 München

Tel. +49 (0)89 76 902-253

Email: claudia.heyer@degruyter.com

7. Dezember 2015 at 12:06 1 Kommentar

Zur Auflösung des Vereins Zukunftswerkstatt

Liebe Leser,

Unser Auftritt auf dem Bibliothekartag in Bremen war einer der Höhepunkte für die Zukunftswerkstatt. Für uns bedeutete die große Resonanz und das positive Feedback Ermunterung und Verpflichtung zugleich. Wir wissen aber auch, dass dieser super organisierte Auftritt mit einer professionellen Fläche, attraktiven Inhalten, ausländischen Gästen und spannenden, interaktiven Vorträgen nur dank des Engagements eines Kernteams um unsere Vorsitzende Julia Bergmann möglich war. Es wurde dann auch klar, dass es gerade Julia nicht mehr möglich sein würde, sich weiterhin in gleicher Weise zu engagieren. Die Organisation des Auftritts der Zukunftswerkstatt für den Bibliothekartag 2015 in Nürnberg übernahmen deshalb Rudolf Mumenthaler und Uwe Nüstedt.

Leider mussten in den letzten Monaten weitere Mitglieder aus persönlichen Gründen ihr Engagement in der Zukunftswerkstatt stark begrenzen. Zudem sollten am Anfang dieses Jahres unsere Vorstandswahlen stattfinden. Einem Großteil des bisherigen Vorstandes war es aus persönlichen Gründen leider nicht möglich, erneut zu kandidieren. Die anderen Mitglieder sahen sich nicht in der Lage, diese Lücken zufriedenstellend auszufüllen. Da wir in dieser Lage keine gültige Rechtsform mehr darstellen können, kam es nun auf unserer Mitgliederversammlung vom 12.01.2015 zu folgendem Beschluss:

Auflösung des Vereins Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.

Da wir unsere Themen lieber mit vollem, statt mit halbem Herzen angehen und unsere Mitglieder die nötige Zeit und Kraft aktuell nicht aufbringen können, muss der nun ehemalige Verein leider auf eine Teilnahme am Bibliothekartag 2015 verzichten.

Wir alle wünschen uns aber, dass die Vernetzung zwischen den ehemaligen Mitgliedern des Vereins und mit unseren Lesern bestehen bleibt. Dazu werden wir weiterhin auf unserem Blog, Twitter und Facebook aktiv sein. Auch unsere Kolumne im Bibliotheksdienst werden wir in gewohnter Form weiterführen. In den kommenden Wochen werden wir alles entsprechend auf den Titel “Netzwerk Zukunftswerkstatt” umstellen.

Damit soll auch die ursprüngliche Form und Idee unserer Zukunftswerkstatt wiederbelebt werden. Wir haben die Erfahrung machen müssen, dass die Institutionalisierung als gemeinnütziger Verein zu viele Energien bindet. Daher zurück zum Netzwerkgedanken: wir machen weiter, aber in lockerer und unverbindlicher Form – so wie wir damals in Erfurt gestartet sind!

Die derzeitigen Hauptautoren der Rubrik “Tool der Woche“ haben angekündigt, sich auch weiterhin in der Welt nach nützlichen Dingen umzusehen, dabei allerdings den Rhythmus etwas zu lockern. Sicher wird es auch weiterhin Raum für andere Artikel geben.

Allen Zukunftsentwicklern, auch den ehemaligen, sei an dieser Stelle herzlich gedankt: egal, ob ihr schon ewig dabei seit oder erst vor kurzem eingestiegen.

Der größte Dank gilt aber unseren Lesern und Unterstützern, ohne die die letzten fünf Jahre nicht möglich gewesen wären.

Wir hoffen, dass ihr uns auch weiterhin begleitet. In der kommenden Zeit werden wir klären, wie wir uns das künftige Netzwerk vorstellen und wie ihr euch dabei beteiligen könnt.

Eure Zukunftsentwickler

15. Januar 2015 at 10:02 5 Kommentare

Abschied von Fabienne

Fabienne

Fabienne Kneifel, verh. Wassermann ist am 19. Juni 2014, kurz vor ihrem 33. Geburtstag, gestorben. Ihren Namen verbindet man in der Bibliothekswelt sofort mit den Begriffen der Bibliothek 2.0 und dem Katalog der nächsten Generation. Ihre Masterarbeit „Mit Web 2.0 zum Online-Katalog der nächsten Generation“ an der HU Berlin 2008 wurde 2009 b.i.t. Innovationspreis ausgezeichnet. Für das „Handbuch Bibliothek 2.0“ steuerte sie das Kapitel „Katalog 2.0“ bei.

Fabienne kam ganz traditionell über die Liebe zum Buch und über das Lesen zum Beruf der Bibliothekarin. Aber sie brachte noch mehr mit: Neugier, Offenheit und eine ausgeprägte Affinität zu technischen Neuerungen und dem Internet. Auffällig war dabei ihre besondere Schwäche für alles, was mit Äpfeln zu tun hatte 😉 Sie war so unglaublich jung und hat sich doch souverän und mit Sachverstand an der fachlichen Diskussion um das Web 2.0 und seine Potentiale für Bibliotheken beteiligt. Sie hielt Vorträge, schrieb Artikel für Fachzeitschriften und fütterte regelmäßig ihren Blog (the fabilous librarian, bloggte über „bibliothek 2.0, virtuelle auskunftsdienste und andere interessante bibliotheksthemen“). Das alles tat sie sowohl mit Ruhe und Geduld als auch mit echtem Enthusiasmus für die neuen Möglichkeiten des Internets. Ihr hat das alles wahnsinnig viel Spaß gemacht und genau das hat man gemerkt.

Fabienne war Bibliothekarin mit Leib und Seele, klassisch ausgebildet an der Bibliotheksschule Frankfurt und in der Universitätsbibliothek Frankfurt. Sie stand mit beiden Beinen auf dem bibliothekarischen Boden, leitete in der Stadtbücherei Frankfurt das Sachgebiet Katalog. Sie hat den Spagat geschafft zwischen Tradition und Zukunft und war in beiden Bibliothekswelten – 1.0 und 2.0 – zu Hause. Ihr ging es dabei um die Nutzerinnen und Nutzer und dass die Bibliothek in deren Lebenswelten präsent ist. Die wollte sie da abholen, wo sie sind und wenn die sich im Internet tummeln, dann sollte die Bibliothek eben auch dort sein und eine „virtuelle Zweigstelle“ einrichten, um direkt und unkompliziert auf Fragen und Wünsche reagieren zu können.

Sie wurde für ihre unglaubliche Energie, ihren Fleiß und ihre Kreativität geschätzt und bewundert. Was hätten wir gemeinsam mit ihr noch alles reißen können… Mit ihr wären wir gerne auch ins Web 3.0 gestartet! Doch dazu wird es nicht kommen. Ende 2010 wurde bei Fabienne ein Gehirntumor entdeckt, der trotz Operation und zeitweiliger Genesung (mit Zeit für eine Traumhochzeit in ihrer Lieblingsstadt New York) nun zu ihrem Tod führte. Nicht nur die Bibliotheken in Frankfurt und Stuttgart, in denen sie gearbeitet hat, haben eine hochgeschätzte Kollegin und Mitarbeiterin verloren, sondern die gesamte bibliothekarische Community verliert eine innovative Vordenkerin und Gestalterin.

 

Einige persönlichen Erinnerungen von

 

Heike Schniedermeyer

Ich habe Fabienne 2004 auf der Buchmesse am Stand des US Generalkonsulats kennengelernt. Folgerichtig, bei ihrer USA-Begeisterung. Ich war auch schon mehrmals dort gewesen und wir hatten beide Praktika an Goethe-Instituten gemacht (ich in Johannesburg, sie in New York – wo sonst?), es gab also viele Anknüpfungspunkte. Im ersten Kontakt wirkte sie sehr ruhig und eher zurückhaltend. Aber man merkte schnell, dass sie echt was auf dem Kasten hatte. Wir haben uns dann gegenseitig durch unsere berufsbegleitenden Masterstudiengänge in Berlin und Köln begleitet und diese regelmäßigen Treffen, erst in diversen Starbucks-Filialen in Frankfurt (wegen des „USA-Gefühls“, das wir beide so mochten und ihrer Vorliebe für Kaffeespezialitäten mit ellenlangen Namen), später in einem Cafe im 1. Stock eines Schuhgeschäfts an der Frankfurter Hauptwache mit Blick auf eine große Buchhandlung (wegen der frisch gebackenen Waffeln und den witzigen Bodenkissen, auf denen einem Frankfurt zu Füßen lag), waren eine Mischung aus bibliothekarischer Fachsimpelei und Gesprächen über Gott und die Welt.

Fabienne war für mich immer der Blick in die Zukunft, denn sie war begeistert von der neuen Technik und lebte das beruflich und privat. Sie hat mir als erstes gezeigt, wie man auf einem Display wischt und schaute mal kurz nach, wann die nächste S-Bahn fuhr als das noch nicht völlig normal war. Sie hätte mir sicher noch viele andere Dinge gezeigt, von denen ich vorher noch nie was gehört habe. Die muss ich jetzt selbst entdecken. Mein nächstes Handy kann also nur Fabi heißen.

 

Julia Bergmann

Ich bin Fabienne das erste Mal im Zusammenhang mit dem allerersten Auftritt der Zukunftswerkstatt auf dem Bibliothekartag 2009 in Erfurt begegnet. Natürlich war Fabienne dabei und hat uns mit ihrem Enthusiasmus in unserem Vorhaben unterstützt und auch einen Vortrag über das Thema “Virtuelle Zweigstelle” bei uns gehalten. Ich bin sehr froh, dass wir die Vorträge damals alle auf Video aufgenommen haben und ich mir Fabienne jederzeit so lebendig und und tatkräftig ansehen kann, wie ich sie in Erinnerung behalten werde.

Wer mag, kann sich Ihren Vortrag hier nochmal ansehen: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Als ich 2010 mit Patrick Danowski das “Handbuch Bibliothek 2.0” herausbrachte, war Fabienne selbstverständlich auch wieder mit von der Partie und hat ein Kapitel zu Ihrem Thema, dem Katalog 2.0 beigetragen.

Auch in den folgenden Jahren haben wir uns sowohl beruflich als auch privat immer wieder getroffen und uns ausgetauscht. Fabienne war jederzeit voller Ideen und neuer Pläne, so dass jedes Treffen ein großes Vergnügen war. Die gemeinsamen Treffen in Fankfurt mit Fabienne und Heike werden mir in bester Erinnerung bleiben und mir jederzeit Ansporn sein.

 

Lambert Heller

Ich habe Fabienne beim ersten BibCamp kennengelernt, das 2008 in Berlin und Potsdam stattfand, und habe dann zwei Jahre später auf der Buchmesse in ihrer Heimatstadt Frankfurt mit ihr gemeinsam einen Beitrag zu Veranstaltungsformen wie BibCamps gemacht.

Fabienne gehörte zu denen, die lange vor dem Hype gesehen hatten, dass wir den Austausch unter FachkollegInnen ganz anders organisieren müssen, als dies z.B. bei den damaligen Bibliothekartagen oder anderen Fortbildungs-Formaten der Fall war, und vor allem hat sie diese Einsicht auch ganz selbstverständlich gelebt. Diese Selbstverständlichkeit, Fabiennes große Neugier, Freundlichkeit und Eigensinnigkeit – mit Fabienne etwas gemeinsam zu unternehmen war einfach eine Wonne.

Die Anfrage vom Zukunftsforum des Börsenvereins des deutschen Buchhandels an uns “BibCamper” war  kurzfristig gekommen. Obwohl ich Fabienne ja nur beruflich kannte war es bei der Buchmesse so, dass wir uns ohne nennenswerte gemeinsame Vorbereitungen, sondern eher “aus der Hüfte geschossen” entschlossen hatten, das gemeinsam zu machen. Wir hatten dann aus bibliothekarischer Sicht den KollegInnen aus der Buchbranche etwas zum Thema Community-Bildung und Botton-Up-Engagement erzählt, was mit großem Interesse aufgenommen und diskutiert wurde.

Fabiennes Tod ist traurig, und dieser Tod ist auch ein Verlust für die ganze bibliothekarische Fachcommunity.

26. Juni 2014 at 17:00 2 Kommentare

Bibliothekartag 2014 – es ist angerichtet!

Snapchat Bild

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis die Tore des 103. Bibliothekartages in Bremen öffnen. In den letzten Wochen konntet ihr bei uns auf dem Blog ja schon einiges lesen zu dem, was wir für euch in diesem Jahr vorbereitet haben.

 

Möglich ist all das nur, dank der großen Unterstützung von Unternehmen und Personen, die sich gemeinsam mit uns für die Zukunft der Bibliotheken engagieren.

 

Ein ganz dickes Dankeschön geht daher an unsere Spender und Unterstützer:

Schulz Speyer Bibliothekstechnik AG, OCLC GmbH, FH Potsdam, Satz-Rechen-Zentrum Berlin, Stadtbibliothek Köln, DokLab Netherlands, One Display Solution Netherlands, Cinestar Bremen, metaio GmbH München, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, Herr Dr. Otzen und natürlich dem BIB und dem BII.

Wir sagen Danke!

 

Hier nochmal ein Schnellüberblick zu allen Highlights dieser Woche bei der Zukunftswerkstatt:

 

Auf unserer Aktionsfläche

(Mulitmedialer)Raum und Akustik

Unsere Aktionsfläche wurde von der Firma Schulz Speyer Bibliothekstechnik gestaltet, die sich für uns mit dem Thema (Mulitmedialer)Raum und Akustik auseinandergesetzt hat. Es sind fünf multifunktionale Gaming- und Präsentations-Kabinette entstanden und viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Augmented Reality – Verschmelzung realer und virtueller Räume

In der Möglichkeit die Realität mit Zusatzinformationen auszustatten, stecken viele Nutzungsoptionen um für unsere Kunden neue Services und Mehrwerte zu schaffen.

Google Glass –  Wohl und Wehe neuer Technologien

Oculus Rift  – Virtuelle Welten entdecken

Metaio Creator  – Selbst Augmented Reality erstellen

 

Makerspace und Makertheke

Let’s make it! Die MakerSpace Bewegung in Bibliotheken bietet neue Ansätze im Umgang mit Technologien in Bibliotheken und öffnet neue Räume für die Kontaktaufnahme mit neuen Zielgruppen.

3-D Drucker und 3-D Doodler (Stadtbibliothek Köln) – Druckt euren eigenen Zukunftswerkstatt-Ruby!

 

Makertheke – Probiert es selbst:

MaKey MaKey

Arduino

….und vieles mehr

Das sagt dir nix? – Na, dann erst recht!

 

Multitouch-Tisch/ DokLab Delft

Verschafft euch einen Eindruck, wie man mit einem Multitouch-Tisch (U-Touch, Netherlands) und innovativer Software (DokLab, Netherlands) Informationen neu aufbereiten und zum Entdecken neuer Wissenswelten anregen kann.

 

Dein mobiles Endgerät braucht neue Energie? Kommt einfach zu uns und entspannt euch bei netten Gesprächen und beim spielerischen Ausprobieren neuer Technologien, während euer Gerät sich an unseren Ladestationen neue Energie holt. Wir haben auch Stecker für verschiedenen mobile Endgeräte da.

 

Gewinnt 10 x je 2 Kinokarten von Cinestar

Die ersten 10 Besucher, die bei uns entweder mit Arduino oder MaKey MaKey etwas gestalten oder mit dem Metaio Creator einen Augmented Reality Eintrag erstellen, erhalten je 2 Kinokarten von Cinestar – bundesweit einlösbar.

Die Highlights aus unserem Veranstaltungs- und Vortragsprogramm

Das ganze Vortragsprogramm könnt ihr euch hier als Flyer Vorträge_Zukunftswerkstatt_2014 runterladen. Oder im Kalender-Format in HTML oder iCal Format.

 

Mittwoch 04.06.2014

10:00 – 11:30

Open Idea Workout: Offener Ideenaustausch zur Zukunft von Bibliotheken mit Meg Backus, Tara Radniecki, Sergio Dogliani, Erik Boekesteijn, Jaap van de Geer, Koen Rotteveel

Moderation: Julia Bergmann

Unsere Gäste tauschen sich untereinander und mit dem Publikum auf Zuruf spielerisch über innovative Themen aus – Nehmt teil an diesem “Ideen-Battle” zwischen Vertretern Öffentlicher und Wissenschaftlicher Bibliotheken aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden!

Anschließend ist Gelegenheit, die Ideen in Einzelgesprächen mit den Gästen zu vertiefen.

12:00 – 13:00

Preisverleihung „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014“

Dieser Preis wird vom Verlag De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. verliehen. Ausgezeichnet werden zwei Einzelpersonen oder Gruppen, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in Öffentlichen oder Wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagiert haben.

14:00 – 15:30

Live-Show „This week in Libraries“ http://www.thisweekinlibraries.com

Moderation: Erik Boekesteijn and Jaap van de Geer

Dank der Unterstützung der FH Potsdam wird es in diesem Jahr wieder eine Special-Folge von “This Week in Libraries” live vom Bibliothekartag geben. Erik Boekesteijn als Moderator und Jaap van de Geer als Co-Moderator, die normalerweise in der “Openbare Bibliothek Amsterdam” ihre Interviews mit wichtigen Persönlichkeiten aus dem Bibliothekswesen und kulturellen Einrichtungen führen, werden auf unserer Aktionsfläche aktiv und mit ihrem Charme die Teilnehmer in ihren Bann ziehen.

Special Guests:

Meg Backus from Chattanooga Public Library,

Tara Radniecki from DeLaMare Library – University of Nevada

und Sergio Dogliani, Deputy Head of Idea Store, London

 

16:00 – 16:30

Makerspaces: A Revolution? (via Skype)

Lauren Britton, Winner of the Movers & Shakers Award 2013

 

Donnerstag 05.06.2014

09:00 – 09:30

Idea Store: into the second decade

Sergio Dogliani, Idea Stores London

09:30-10:30

Scratch Workshop

Meg Backus, Chattanooga Public Library

Come to where the Makerspace is! Scratch is a fun, very visual programming environment designed with education in mind. Scratch allows a person to create interactive games, animations, and stories by snapping together code blocks like legos. It can be installed on most operating systems or run in a browser, and is available in 40 languages, so it’s very versatile. On its own, it’s a powerful, creative learning tool. Combined with another favorite tool – the Makey Makey – it’s unstoppable force for invention, collaboration, and problem solving. Scratch lets a person make their own game, then Makey Makey lets them create their own controller for the game.

Bitte Laptops mitbringen!

11:00 – 11:30

Making + Innovation = The future of academic libraries

Tara Radniecki, University of Reno/Nevada

Tara Radniecki ist wissenschaftliche Bibliothekarin an der University of Reno in Nevada, USA. Die DeLaMare Library, in der sie tätig ist, ist die erste US-amerikanische Universitätsbibliothek, die ihren Nutzern einen 3D-Drucker anbietet. Tara Radniecki wirkt mit großer Leidenschaft darauf hin, die Makerspace-Bewegung in wissenschaftlichen Bibliotheken voranzubringen. Sie arbeitet u.a. mit Hackerspaces und Forschungsgruppen zusammen, um Forschende unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammenzubringen. Zuvor war sie als Emerging Technologies Librarian tätig und erlangte Master-Abschlüsse an der University of Wisconsin-Madison und der University of York.

 

14:30 – 15:30

MaKey MaKey Workshop

Meg Backus, Chattanooga Public Library

Meg Buckus gibt eine Einführung in die Nutzung von MaKey MaKey – ein beliebtes Tool für den Einsatz in MakerSpaces und wegen seiner Größe, der einfachen Bedienung und seinen schier endlosen kreativen Möglichkeiten auch für kleine Bibliotheken gut geeignet.

Hinter MaKey MaKey verbirgt sich eine kleine, mit einem Rechner verbundene Platine. An ihr werden Kabel befestigt, die wiederum mit leitfähigen Material verbunden werden. Der Computer sieht das MaKey MaKey als Steuerelement und wird der Stromkreis geschlossen, bekommt der Computer ein Steuersignal. So kann man sich beispielsweise bei einem Spiel, das eigentlich über die Tastatur gesteuert wird (mit WASD oder den Pfeiltasten), einen voll funktionsfähigen Controller aus einem Stück Papier und mit Bleistift gezeichneten Steuertasten basteln. Oder man baut sich ein Musikinstrument aus Obst.

Jaaa, zugeben. Das war jetzt doch wieder etwas mehr zu lesen. Aber wo wir doch auch so viele tolle Sachen machen.

 

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Bis nächste Woche,

eure Zukunftsentwickler (denen es schon so richtig in den Fingern kribbelt)

27. Mai 2014 at 09:00 1 Kommentar

Vortragsprogramm der Zukunftswerkstatt – steht!

Danke an alle Beitragenden, die auch dieses Jahr wieder ein spannendes Vortragsprogramm geschaffen haben. Wir freuen uns auf eure Vorträge!

ruby_event

Unsere Vorträge finden dieses Jahr in unserem separaten Vortragsraum, angegliedert an die CCB (Galerie) statt – findet ihr im Raumplan.

Wer einen Überblick über die ganzen tollen Vorträge und Workshops in unserem Raum erhalten möchte, kann aus diesem Angebot an Formaten wählen:

 

Vortrgasflyer zum download Vorträge_Zukunftswerkstatt_2014

 

oder als offenes Kalenderformat:

 

oder ihr schaut in das Onlineprogramm des Bibliothekartages. Da stehen unsere Vorträge und Workshops natürlich auch.

Wer an dem Workshop von Meg Backus zu Scratch teilnehmen möchte, bringt bitte einen Laptop mit. Wir haben nur einige wenige zum ausleihen.

 

Wir freuen uns auf euch!

Eure Zukunftsentwickler

20. Mai 2014 at 16:05 Hinterlasse einen Kommentar

Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014

Auch in diesem Jahr möchten wir euch alle herzlich einladen euch auf den Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ zu bewerben oder tolle Projekte, die Ihr kennt, vorzuschlagen. Hier der offizielle Ausschreibungstext:

Zukunftsgestalter2014

 

 

Einladung zur Bewerbung oder Benennung:

Wir suchen Personen, Teams und Einrichtungen mit dem Blick nach vorn, die Ideen konkret umsetzen und so Bewegung in die Bibliothekslandschaft bringen. Wir suchen die Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014.

Der Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ wurde erstmals 2012 vergeben. Er wird vom Verlag De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. im Rahmen des 103. Bibliothekartags in Bremen im Juni 2014 verliehen.

 

Ziel:

Mit dem Preis werden zwei Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagiert haben.

Prämiert werden jeweils eine Einzelperson oder ein Team. Ausgezeichnet werden konkrete Aktivitäten, die in Bibliotheken selbst, im Umkreis von Bibliotheken oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kommen. Von besonderem Interesse sind Projekte und Services, die Nutzer zum Mitmachen anregen oder sich zur Übertragung auf andere Einrichtungen eignen. Das Projekt soll im Verlaufe der letzten zwei Jahre erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden sein. Es können auch Projekte eingereicht werden, die noch in der Entwicklung sind, sofern das Endresultat schon absehbar ist.

 

Preis:

Beide Preise sind mit € 500 dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten darüber hinaus ein Anerkennungszertifikat und werden eingeladen, ihre Leistung während des 103. Bibliothekartags in Bremen zu präsentieren.

Zudem wird ihnen ermöglicht, in der Zeitschrift BFP und auf dem Blog der Zukunftswerkstatt über Ihre Arbeit zu berichten.

 

Bewerbung:

Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen ist die Annahmebereitschaft vorab zu klären.

Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken und andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum oder in deutschsprachigen Bibliotheken des Auslands.

 

Einzureichende Unterlagen:

Erforderlich ist eine max. 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Projektes oder Produktes. Darin sollten die  unten genannten Kriterien angesprochen werden. Beizufügen ist eine sehr knappe Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder. Die Unterlagen müssen bis zum 31.03.2014 beim Verlag als E-Mail-Attachment vorliegen (senden an: alice.keller@degruyter.com).

 

Bewertung:

Eine fünfköpfige Jury, die aus Herausgebern der Zeitschrift BFP und Mitgliedern der Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung e.V. zusammengesetzt ist, beurteilt die Vorschläge anhand eines Kriterienkataloges. Die Beratung erfolgt nicht öffentlich, die Auswahlentscheidung ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Bei der Entscheidung werden folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Zukunftsrelevanz: Setzt das Projekt neue Standards für die Zukunft? Wie schätzen Sie dieses Potential ein?
  • Innovation und Kreativität: Was ist an diesem Projekt innovativ oder kreativ? Bitte geben eine Einschätzung dazu ab.
  • Übernehmbarkeit: Kann es von anderen übernommen oder für deren Zwecke adaptiert werden? Wie schätzen Sie diese Möglichkeit ein? Welche Tools oder Unterstützung werden zur Verfügung gestellt.

Daneben werden bewertet:

  • Kooperation: Wie wurden Partner in der Konzeption und Umsetzung eingebunden?
  • Teilnehmeraktivierung: Hat das Projekt zu einer Teilnehmeraktivierung geführt, wird selbständiges Tun bei Teilnehmenden angeregt? Bitte nennen Sie Beispiele und liefern Sie möglichst einen Nachweis.
  • Nachhaltigkeit: Wie wird für die Nachhaltigkeit des Projektes gesorgt; inwieweit ist die Innovation dauerhaft? Welche Maßnahmen haben Sie umgesetzt oder sehen Sie künftig vor?
  • Effekt: Was hat sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden positiv bewegt?
  • Motivation: Was waren Motivation und/oder Anlass für das Projekt?

 

Preisträger:

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preisübergabe erfolgt während des 103. Bibliothekartags.

 

Die 2012 und 2013 Gewinnerinnen und Gewinner werden hier vorgestellt: http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi240512.pdf und

http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi130313.pdf

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung oder Ihren Vorschlag.

 

Kontakt:

Dr. Alice Keller, Senior Editorial Director

Library and Information Science & Reference

De Gruyter Saur, Rosenheimer Str. 143

D-81671 München

 

 

Tel. +49 (0)89 76 902-253

Email: alice.keller@degruyter.com

 

18. November 2013 at 12:32 Hinterlasse einen Kommentar

Peer to peer und Dezentralität – von den Wurzeln des Netzes zu den aktuellen Trends

Ein Beitrag von Lambert Heller, Leiter des Open Science Lab der TIB Hannover. Auch nachzulesen in der Zukunftswerkstatt-Kolumne im Bibliotheksdienst 2013 (47) 8

Telefon, Textnachrichten, Speicher und soziale Netzwerke – wir haben uns in den letzten Jahren daran gewöhnt, unsere Gespräche und unser Gedächtnis Internetdiensten anzuvertrauen, die zentralistisch aufgebaut sind, von Whatsapp bis Facebook. Und das, obwohl wir diese alltäglichen Dinge ja eigentlich für uns selbst benutzen wollen, oder mit unseren eigenen sozialen Kreisen.

Das Netz funktionierte von Anfang an dezentral. An drei klassischen Netzanwendungen – Mail, Web und Blog – ist das exemplarisch zu erkennen.

Per Mailprotokoll kann jeder jedem Nachrichten schicken, egal, welchen Mailserver er benutzt. Nur das Internet selbst und die Konventionen des Mailverkehrs sind Voraussetzung. Das gilt selbst dann noch, wenn die meisten bei einem der heute dominierenden Großanbieter wie Google Mail, Yahoo oder Outlook sind.

Ähnlich das Lesen im Web. Man kann darin auf HTML-Dokumente verlinken, die irgendwo auf irgendwelchen Servern liegen. Ein Klick auf den Link öffnet das Dokument im Browser, ohne dass der Benutzer etwas über die Technik des jeweiligen Webservers wissen muss. Welch ein Fortschritt gegenüber Telnet oder Bulletin Board-Systemen! Alles daran beruht heute allein auf den Konventionen des Webs. (Wie etwa HTML.)

Selbst die Blogs, mit denen Ende der 1990er Jahre auf der Grundlage des Web de facto erstmals strukturierte soziale Netzwerke entstanden, waren dezentral. Die verstreuten, in sich geschlossenen HTML-Dokumente des “Ur-Webs” wurden nun durch kleine Content Management-Systeme ersetzt. (Blogsoftware wie Movable Type, B2 oder WordPress). Mit diesen können einzelne Autoren in eigener Regie ständig neue Nachrichten publizieren. Blogrolls, Trackbacks, RSS-Feeds und Blog-Aggregatoren sorgen dafür, dass das Netzwerk der Blogs navigierbar und lesbar bleibt, ohne dass irgendjemand einer “Blogzentrale” vertrauen müsste.

Netzjahre sind so kurz wie Hundejahre, wenn nicht kürzer. All das scheint längst vergangen und vergessen zu sein. Heutzutage muß es scheinbar zentralisiert zugehen, wenn gewinnorientierte Unternehmen uns maximal nützliche und einfache Lösungen anbieten – siehe ganz oben.

Doch wer sich heute nach dem Neuen, Innovativen und Interessanten im Netz umschaut wird feststellen, dass die Konzepte von Dezentralität und Peer-to-peer lebendiger und vielfältiger sind als je zuvor, wie die folgenden Beispiele aus verschiedenen Anwendungsbereichen zeigen.

Beim Thema Cloud-Speicher denken wir heute typischerweise an zentrale Dienste wie Dropbox oder Google Drive, die ihren Benutzern ein paar Gigabyte Speicher anbieten, der auf den Serverfarmen der jeweiligen Firma genutzt werden kann. Von dort werden die Inhalte der eigenen Festplatte(n) synchronisiert und ggf. noch um zusätzliche Dienste wie browserbasierte Bildbetrachtung oder Textverarbeitung angereichert.

Dieses Modell wurde erstmals 2010 von der Open Source-Lösung Owncloud umformuliert. Bei Owncloud reicht es, ein wenig Webspace gemietet zu haben, auf dem man ein eigenes PHP-Skript laufen lassen kann. Damit wird man als Benutzer dann zum Administrator des eigenen Cloudspeichers, mit voller Kontrolle über die Daten und deren Bewegungen. Die Features von Owncloud stehen nicht hinter den All-Inclusive-Angeboten wie Dropbox zurück, bis hin zu Versionierung von Dokumenten, integrierter Suche und einem ausgeklügelten Rollen- und Rechtesystem.

Und doch: Dropbox, bei dem man sich in 10 Sekunden registriert hat, verhält sich zu völlig nutzergesteuerten Lösungen wie OwnCloud ungefähr so wie Facebook zu einem selbstgehosteten WordPress-Blog. Noch einen Schritt weiter geht deshalb das gecrowdfundete Projekt Spacemonkey. (http://www.theverge.com/2013/5/14/4330116/down-with-the-cloud-p2p-distributed-datacenter) In den Wohnzimmern der Spacemonkey-Benutzer soll quasi die gigantische Serverfarm von Google und seinen Konkurrenten dezentral nachgebaut werden. Jeder verbindet sein Spacemonkey-Gerät – ein gemieteter, vorkonfigurierter kleiner Netzwerkspeicher – mit seinem Internetanschluß. Peer-to-peer-Technik und Kryptographie sorgen dafür, dass im verteilten Netz von Spacemonkey die Daten der Nutzer sicher als Kopien hinterlegt werden können. Wo genau das ist braucht mich als Nutzer nicht zu kümmern. Nur ich habe Zugriff, und einer zentralen Instanz a la Dropbox brauche ich nicht zu vertrauen.

Minimalistischer ist der Ansatz von Bittorent Sync (BTsync): Hier installiere ich eine Software auf meinen Rechnern und kann damit beliebige Verzeichnisse komplett auf beliebige andere Rechner synchronisieren. Eine zentrale Instanz gibt es auch hier nicht, und somit kein Vertrauensproblem und auch keine Größenbeschränkung. Diese Lösung ist ein Segen z.B. für verteilte Teams, die im Multimedia-Bereich aktiv sind und ständig Gigabyte-große Dateien gemeinsam lesen und bearbeiten.

Übrigens arbeitet das Internet Archive seit 2012 mit Bittorrent zusammen, und das CERN bietet seit 2013 in seinem Repository Zenodo auch einen Upload via Dropbox an.

Auf die Anwendung von BitCoin als einer völlig dezentralen “virtuellen Währung” kann ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Doch allein die Innovationen, die auf dieses Peer-to-peer-System aufbauen, sind bemerkenswert. Hervorzuheben ist an dieser Stelle BitMessage, das – obgleich noch in einem frühen Entwicklungsstadium – das Potential hat, zu einer Alternative sowohl für Email als auch für soziale Netzwerkdienste zu werden. (http://bitcoinmagazine.com/bitmessage-a-model-for-a-new-web-2-0/)

Bemerkenswert ist, dass in BitMessage starke Verschlüsselung sowie echte Pseudonymität “eingebaut” sind, und ganz nebenbei Spam sowie Denial of Service-Angriffe ausgeschlossen werden können. E-Mail hatte stets das Defizit, dass sichere Verschlüsselung a la PGP/GnuPG nachträglich “drangeschraubt” werden musste und sich deren Verbreitung daher stets in engen Grenzen hielt.

Immer mehr anspruchsvolle Anwendungen, die bislang als Software auf dem Rechner installiert werden mußten, laufen heute im Browser – dank neuerer Entwicklungen (die Stichworte dazu sind  Javascript und HTML 5) auch ohne zusätzliche Plugins. Die von Google initiierten Konventionen für Multimedia und Peer-to-peer-Verbindungen im Browser (Stichwort WebRTC) lassen es denkbar erscheinen, dass Skype und Co. demnächst Konkurrenz von Startups mit möglicherweise dezentralen, jedenfalls rein browserbasierten Anwendungen wie Palava.tv bekommen.

Doch was heißt das für unsere Branche? Wer Informationsdienste anbietet, arbeitet heute unweigerlich im und mit dem Netz. Und in diesem Netz ging und geht es um den direkten Nutzen vieler Einzelner (meine Daten, meine Anwendungen) sowie die Verbindungen und Gespräche zwischen diesen Einzelnen. Letzteres war bereits 1999 im Cluetrain Manifesto treffend festgehalten worden, lange bevor Social Media zum Hype geworden war.

Wer seine Informationsdienste erfolgreich weiterentwickeln will ist gut beraten, sich nicht zum Flachbildschirmrückseiten-Berater (frei nach Gunter Dueck) eines zentralen Diensteanbieters herunterzuqualifizieren, an dessen Angebot sich wenig bis gar nichts drehen lasst. Um das Potential des Netzes zu hebe müssen wir unsere Angebote vielmehr selbst in die Hand nehmen. Die kreativen Impulse dafür werden immer wieder aus Gesprächen in Blogs und Barcamps hervorgehen; sie lassen sich hingegen nicht zentral planen.

Die oben skizzierte (Weiter-)Entwicklung des Netzes wirft genug spannende Fragen auf. Mit welchen Diensten unterstützen wir Menschen dabei, Informationen unter einem Pseudonym zu veröffentlichen – oder zu konsumieren? Wie sieht die passende Informationsumgebungen für ein Lernen aus, das seine formalisierte, institutionalisierte Hülle abstreift und nicht mehr hinter den Paßwortschutz eines “Lernmanagement”-Systems passt? Und wie organisieren wir den langen Abschied vom singulären, in sich geschlossenen Dokument? Das Netz wird zu einer weltweiten, verteilten Festplatte, auf der natürlich auch Kultur und Wissenschaft produziert und remixt werden. Aber was wird dann z.B. aus der Forschung? Eines ist klar: Forschung ist ein Messie. Aber wenn das so ist: Wer organisiert die Partition “Forschung” der weltweiten Festplatte? Dies sind nur einige der Fragen, die wir uns stellen sollten.

Lambert Heller Lambert Heller ist Bibliothekar. Seit 2013 ist er Leiter des Open Science Lab der TIB Hannover. In Vorträgen, Publikationen und vielen Tweets (@Lambo) beschäftigt er sich mit Wissenschaftskommunikation im Netz, Open Access, Open Knowledge Production, Literaturverwaltung und anderen Themen.


Dies ist eine Open Access-Version eines im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne abgedruckten Textes in: Bibliotheksdienst 2013 (47) 8.

26. September 2013 at 08:00 2 Kommentare

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