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Go East

Die Zukunftswerkstatt hat es geschafft in der letzten Zeit zwei Projekte aus zwei verschiedenen Kontinenten zu verbinden. Wir freuen uns sehr immer wieder mal als „Brücke“ Menschen, Ideen und Kulturen vernetzen zu können.

Bücherbaum aus Deutschland

Das Projekt Bücherbaum entstand aus zwei Träumen von Gefängnisbibliothekar Gerhard Peschers aus Münster.

    Am 26. März 2008 träumte ich von einem Baum, der auf einer Gefängnismauer wächst. Die trennende Mauer ist stabil und nicht etwa rissig. Der Baum wurzelt u.a. die Mauer entlang in der einen Erde und verbindet durch seine Wurzeln beide Seiten unterirdisch. Seine Zweige strecken und biegen sich zu beiden Seiten und verbinden sie so. Er trägt Bücher als grüne Blätter und bunte Früchte. Auf der grauen Mauer und unter dem blauen Himmel wirkt er farbenfroh. Ich wachte freudig mit diesem Bild auf und erzählte es gleich meiner Frau. Dabei assoziierte ich auch einen Ausschnitt von der Berliner Mauer, auf der rot aufgemalt steht:

    “THE WORLD’S TOO SMALL FOR WALLS”.

    Dieser Traum bringt Wesentliches von meiner Arbeit und Vision zum Ausdruck. Es geht um Freiheit und Beziehung bei allem Realismus für Begrenzung und Trennung. Im Hinblick auf meine baldigen Referate als Deutscher und Strafvollzugsbediensteter in Israel und Palästina bekommt er noch einen besonderen Kontext….(hier können Sie weiter lesen)

Der Traum von Bücherbaum wurde bis jetzt in 18 Sprachen übersetzt. Nach dem Aufruf von Herr Peschers haben sich viele Künstler aus der ganzen Welt an dem Projekt beteiligt, sie haben den schönen Traum in Form von Bildern gemalt. Die Bilder können auf der Internetseite angesehen werden.

Als wir uns mit Herrn Peschers auf dem Bibliothekskongress in Leipzig getroffen haben, sind wir auf die Idee gekommen den Traum ins Chinesische zu übersetzen und auch in China zu verbreiten.

Das Projekt 1KG aus China

Auf meiner Reise in China habe ich die Gelegenheit gehabt ein chinesisches NGO Projekt 1KG kennen zu lernen und den Traum von Bücherbaum mit den Kollegen zu besprechen. Das Projekt 1KG ist eine Internetplattform von Backpackern. Die Idee von dem Projekt ist, dass die Leute beim Reisen im arme Gegenden 1 Kilo mehr im Gepäck tragen. Es kann zum Beispiel Stifte, Wörterbücher, Medikamente usw. sein. Falls man auf der Reise Kinder oder Schulen trifft, die solche Sache brauchen können, dann können die Reisende es verteilen.

Nach der Reise sollen sie auf der Plattform von 1KG eintragen, wo und was eine Schule noch brauchen können. Das kann dann der nächste Reisende gezielt als 1KG im Rucksack einpacken. Das Projekt gibt es schon seit fünf Jahren in China und bis jetzt sind schon über 800 Schulen auf der Plattform registriert.

Zusammenarbeit

Mit den Kollegen von 1KG haben wir beschlossen, etwas neues auszuprobieren. Wir bringen nicht nur 1KG Stifte und Papier mit und als ganz besonderes bringen wir den schönen Traum Bücherbaum auch mit. Die Kinder können nach der Erklärung von Bücherbaum ein Bild aus eigener Fantasie malen.

Nach einem öffentlichen Aufruf auf der Seite von 1KG, haben sich drei Schulen an dem Projekt beteiligt. Die Kinder bekamen zuerst eine Erklärung von der Idee Bücherbaum, ähnlich wie hier:

Das Ergebnis ist erstaunlich gut, wir haben nicht gedacht, dass die Idee von den Kinder so gut verstanden wird. Die Bilder sind nun erst in Picasa hochgeladen, sie werden später von Herrn Peschers in verschiedenen Ausstellungen präsentiert.

Wir freuen uns sehr das Projekt durchgeführt zu haben und auch die interessante Idee mit den Leuten in Ferner Osten auszutauschen. In der Zukunft werden wir weiter mit den Themen aus diesen Gebiet konzentrieren.

Go East

Jin hat vor einiger Zeit seine Arbeit gekündigt und fährt bald nach China. Mit ihm werden wir das schnell entwickelnde Land durch seinen Augen beobachten. Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Leute dort zum Beispiel mit modernen Technologie umgehen, wie wird die Kultur und das Wissen dort vermittelt und natürlich wie das Bibliothekswesen in China aussieht. Mit dem Aufenthalt von Jin in China können wir das oben genannte Projekt öfter organisieren.

Jin muss leider bei Euch in den realen Welt verabschieden, aber er wird für uns weiter interessante Themen aussuchen und hier in seinen Deutsch präsentieren. Ausserdem bleibt er uns natürlich als 2. Vorsitzender im Verein Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissenvermittlung erhalten. Wir freuen uns auf spannende Projekte mit und in China und den so entstehenden Kultur- und Wissenaustausch mit diesem fremden und interessanten Land.

10. Juli 2010 at 09:31 Hinterlasse einen Kommentar

Interview mit Michael Anti(@mranti)

Im Rahmen des 6. Deutsche Welle Blog Awards hatte ich die Gelegenheit mit dem Jury Michael Anti, der bekannte Journalist und Blogger aus China zu treffen. Wir haben versucht durch Michael Anti ein Chinabild im Bereich Journalismus und Medien für Sie zu ermitteln. Das Interview haben wir auf Chinesisch durchgeführt, hier ist die Übersetzung auf Deutsch.

Zukunftswerkstatt: Hallo Michael Anti, können Sie für unsere Leser die Internetzensur in China erklären?

Michael Anti: Ich beobachte die Internetzensur in China schon seit einigen Jahren. In den ausländischen Medien wurde die Internetzensur in China oft nur mit dem Projekt Great Firewall verbunden, in der Tat ist das Thema viel komplexer. Ich sehe es in folgenden Punkten:

  1. Wie ich schon genannte habe, das Projekt Great Firewall sorgt dafür, dass das gesamte Internet in China in Kontrolle zu bleiben. Einerseits sind alle Webseite außerhalb von China nur durch eine Schnittstelle zu erreichen, anderseits sollen die Webseiten gesperrt werden, die bestimmten Stichwörter auftauchen. (die Liste von gesperrten Seiten in China)
  2. Unter dem Great Firewall existieren noch viele unbekannte lokal Firewall, die von Provinzregierung betrieben wurden.
  3. Als Ergänzung zu der maschinellen Kontrolle ist die Internetpolizei ständig „unterwegs“ und versucht die Inhalte zu kontrollieren.
  4. Die schlimmste Zensur in China sehe ich nicht die technische Kontrolle und Internetpolizei, sondern die Selbstzensur. Wir in China haben ein Bildungssystem sowohl in der Schule und auch in der Familien, dass jede einzelner Person schon als Kind wissen, worüber man sagen darf und worüber nicht. Diese “Überlebensfähigkeit” überträgt man natürlich weiter im Netz. Es bildet im Internet auch ohne die Kontrolle eine unsichtbare Linie, wo man nicht überschritten will. Aber ich sehe auch immer positive Beispiele, die wir in der Kommunikationswissenschaft als “opinion leader” nennen. Als Jury von dem 6. Deutsche Welle Blog Awards ist der junge chinesische Blogger Han Han mein Favorit. Nicht weil er auf seinem Blog schon über 300 Millionen Zugriffe hat. Er versucht im Netz, der großen Öffentlichkeit diese Linie aufzubrechen, die jede Chinesen nicht getraut hat.

In China haben die Internetnutzer viele Möglichkeiten die zensierten Webseiten zu besuchen, es wäre nur der erste Schritt die technische Kontrolle zu überwinden. Wir brauchen aber in China viel mehr Leute wie Han Han, die einen freien Kopf haben, dass sehe ich bei den jungen Generation mit großer Hoffnung.

Zukunftswerkstatt: Michael Anti, Sie haben lange Zeit für unterschiedlichen chinesischen Zeitungen gearbeitet, wie reagieren die klassische Medien mit der Zensur?

Michael Anti: Die chinesische Presse hat eigentlich eine Kultur, dass die Journalisten wie hier in Europa eigene Meinung einbringen kann. Aber in China führt dies bei den einzelnen Journalist oft zur Gefahr. Unter dieser Bedingung wandeln die chinesischen Medien zu dem amerikanischen Modell, das die Journalisten eine Nachricht nicht „beurteilen“, sondern nur über die Tatsache beschreiben kann.

Die Journalisten entwickeln damit aber eine Strategie, dass sie jede Nachricht möglichst detailliert zu berichten und jede Tatsache möglichst transparent zu halten. Es kann nicht verhindern, dass das Ministerium für Propaganda immer neue Regelungen für „Tabuthemen“ vorschreibt. Aber ich hoffe, die oben genannte Strategie zu einem Selbstverständnis oder eine Art Richtlinien in dem Berufsfeld entwickeln kann, damit mindestens was in der Zeitung steht in der Wahrheit bleibt.

Zukunftswerkstatt: welche Rolle spielt die wirtschaftliche Entwicklung für die Internetzensur? Könnte es möglich werden, dass das globale Wirtschaftssystem in der Zukunft die Internetzensur in China aufbricht oder mindesten einen Druck darauf ausübt?

Michael Anti: Die chinesische Wirtschaft gehört zu dem globalen Wirtschaftssystem, ohne die internationale Kommunikation kann die Wirtschaft in China nicht funktionieren. Kurzfristig sehe ich nicht, dass die Regierung sagen, wir schalten komplett das Internet in China aus. Es kann die Wirtschaft stark beeinträchtigen und weiter zu einer sozialen Unruhe führen. Das möchte die Regierung natürlich nicht sehen.

Aber an dem Punkt bin ich auch ein bisschen misstrauisch. China ist momentan das zweite Wirtschaftssystem weltweit, für den Weltmarkt spielt China auch eine große Rolle. Der chinesische Markt hat für viele Länder und Unternehmen eine wichtige Bedeutung. Wir nehmen das Beispiel von Google. Um den chinesischen Markt eintreten zu dürfen, muss Google am Anfang auch selbst zensieren. Es ist jetzt vorbildlich von Google wegen Zensur aus dem chinesischen Markt auszuziehen, aber dieser Verlust kann nicht jede Unternehmen ertragen. Die globale Wirtschaft kann eine weitere Entwicklung im Bereich Internetzensur verhindern, aber sie hat auch ihre Grenze. (Ergänzung: Fernsehen Interview mit Michael Anti über das Thema Google und China)

Zukunftswerkstatt: Was haben die neuen Medien zum Beispiel Twitter China verändert?

Michael Anti: Ich sehe die wichtige Änderung vom Internet an die chinesischen Gesellschaft ist das Praktizieren von den Gesetzen.Trotz der Zensur im Internet sind viele Chinesen schon gewohnt mit dem Medium zu publizieren. Es kann eine Statusmeldung bei QQ sein, eine Anfrage in einem Forum sein oder auch ein Blogartikel sein. Diese Möglichkeit hat vor der Internetzeit überhaupt nicht gegeben.

Im Netz kann man eigene Meinung äußern und die neuen Medien wie Twitter vereinfachen diesen Schritt noch weiter. Der technische Fortschritt führt das „freie“ Publizieren im Netz zu einem Selbstverständnis und weiter als Recht der Internetnutzern. Sobald die publizierten Informationen aus unterschiedlichen Gründen zensiert werden, ist das Recht der einzelnen Person geschadet. In diesen Moment können sie auf den Gesetzen zurückgreifen. Das ist einen wichtigen Schritt die chinesischen Gesetze durch die Anwendung zu praktizieren und weiter das Recht der einzelnen Person zu schützen. Damit kann die Internetzensur in China nicht verhindert werden, aber das Selbstbewusstsein zur Meinungsfreiheit ist eine wichtige Grundlage zum Ziel.

Ein anderer wichtiger Fortschritt ist, die chinesischen Internetnutzer kann auf dieser Plattform „frei“ entscheiden welche Inhalte sie lesen möchten. Diese Publikationsform im Internet ermöglicht die Leser die Informationen nicht nur viel schneller als bei den klassischen Medien zu bekommen und die Interesse nach den zensierten Informationen bildet im Netz einen großen Markt. Zum Beispiel wenn ein Buch oder ein Artikel in der Zeitung zensiert wird, taucht gleich die vollständige Version im Internet. Die Informationen können im Netz wieder zensiert werden, aber die entwickelten Technologien und Geschwindigkeit von der Verbreitung machen die Zensur im Netz immer schwieriger.

Zukunftswerkstatt: Als Journalist und Medienforscher, wie sehen Sie die Zukunft der Bibliothek?

Bibliothek für mich ist eine Vorherrschaft der Information oder sie ist der Anhänger von den Universitäten, den ich als die größte Vorherrschaft des Wissens sehe. Für viele Institutionen bedeutet das Internet ein Prozess zu Dezentralisierung, sie wurden gezwungen im Internet die Macht aufzugeben und ein neues Arbeitsfeld zu finden. Das heißt für die Bibliotheken sie verliert durch den freien Zugang zu Information, was das Internet immer mehr anbietet, ihre Bedeutung. Ich sehe nicht die Bibliothek mit ihrer klassischen Aufgabe als Informationsbewahrer weiter existieren kann. Die Digitalisierung und Open-Access-Bewegung können oder werden die traditionelle Bibliothek ersetzen.

Aber ich muss deutlich betonen, das Lernen in der digitalen Welt hat auch seinen Nachteil. Das Lernprozess oder Teilen vom Wissen braucht ein Ort. Technisch kann es ermöglichen zum Beispiel eine Video Konferenz zu starten, aber diese Form von Kommunikation ist nicht vollständig. Es ist nicht vergleichbar mit der realen Welt. Bibliothek als Lernort wird wahrscheinlich immer noch bleiben, aber sie wird nicht wie früher die Welt der Information beherrschen.

22. April 2010 at 18:23 2 Kommentare

Smartphone Happening auf Bibliothekskongress 2010

Foto von The U.S. National Archives

von The U.S. National Archives

Jakob hat absolut Recht, dass das deutsche Bibliothekswesen momentan mit dem aktuellen Thema “mobile Endgeräte für Bibliotheken” zu wenig beschäftigt. Aber die Situation versuchen wir auf der Bibliothekskongress zu ändern.

Wie Sie sicherlich auf unserer Ankündigung schon erfahren haben, werden wir Sie diesmal in Leipzig unter dem Motto “Die Zukunftswerkstatt bewegt sich” den neuen eBook-Readers, Nintendo DS und Sony PSP Sie vorstellen. Die Geräte können Sie jede Zeit auf unserem Stand ausprobieren und auf dem ganzen Kongressbereich finden Sie die Bauchläden von der Zukunftswerkstatt, die Sie dort die Geräte zusammen mit Kollegen testen können.

Neben den spannden Vorträgen von interessanten Kollegen planen wir jetzt die Veranstaltung „Smartphone Happening“, die am Dienstag den 16.03 von 14:00 bis 16:00 auf dem BID-Stand stattfinden soll, wo Sie auch die Zukunftswerkstatt finden können. Wir werden die Smartphonenutzer (besonderes die iPhonenutzer:-) einladen und jede stellt eine seine Lieblingsapplikation oder Funktion vor. Euch alle sind ganz herzlich eingeladen, auch wenn Sie kein Smartphone besitzen. Es wäre ganz toll, wenn Sie für das „App(s) Show“ unten einen kurzen Kommentar hinterlassen können.

Durch diese Veranstaltung möchten wir für alle Kollegen eine Plattform schaffen, auf dem wir die Erfahrungen mit Smartphones austauschen können. Sehr wichtig ist auch dabei zu diskutieren, wie wir in der Zukunft die Bibliotheksangebote auf den mobilen Endgeräten bringen und wie wir ein besseres Service für den Kunden auf ihren mobilen Endgeräten anbieten können.

Also teilen Sie bitte Ihr Wissen über Smartphone, lernen wir miteinander auf Bibliothekskongress und bringen wir die Bibliotheksinhalte in Bewegung!

p.s. Noch ein sehr wichtiger Hinweis zu der Preisverleihung von B.I.T-Online Innovationspreis auf Bibtag10, Kollegin Regina Pfeifenberger hat mit ihrer Masterarbeit „Bibliotheksdienste für Mobiltelefone” den Preis gewonnen und wird dort ihre Arbeit präsentieren. Wenn an das Thema interessieren, sollen Sie unbedingt zu der Präsentation gehen. (wird wahrscheinlich auch Sekt geben:-)

29. Januar 2010 at 01:21 11 Kommentare

Navigieren in der Bibliothek?

Wenn ihr schon mal die Erfahrung mit iPhone gemacht habt, seid ihr wahrscheinlich auch so glücklich wie ich das Google Map auf dem iPhone nutzen zu können, falls man irgendwo verlaufen ist. Aber was macht man, wenn man in großen Supermärkten, Flughäfen oder auch mal in großen Bibliotheken verlaufen wird?

Eine tolle Applikation auf iPhone ermöglicht die Orientierung im inneren Raum. Micello enthält bis jetzt erst 250 Karte von großen Einkaufsmärkten in der USA und laut der Angabe von ReadWriteWeb soll die Applikation bis Ende 2010 über 5000 Karte enthalten. In dieser Applikation kann man zuerst nach einem bestimmten Lokal suchen, falls das Lokal in der Applikation zu finden ist, dann kann die Karte von innerem Raum mit iPhone öffnet werden. Die Karte zeigt nicht nur den Raumplan, auch eine Angebotsübersicht wird dargestellt.

Foto von ReaderWriteWeb

Ich kann vorstellen, dass die Applikation in der Zukunft weiterentwickeln wird. Sie wird vielleicht sogar unsere Einkaufsgewohnheit verändern. Wir werden die Einkauftliste direkt auf dem iPhone schreiben und wissen sofort genau wo einzelne Artikel zum Beispiel in einem Supermarkt steht. Es wird wahrscheinlich auch eine revolutionäre Entwicklung, wenn diese Technik in der Bibliothek eingesetzt wird.

Stellen Sie mal vor, Sie werden von dem iPhone direkt zu dem Regal geführt, wo das von Ihnen gebrauchte Buch steht. Sie laufen einmal durch das Regal, dann reagiert das iPhone, wenn das gesuchte Buch in Greifnähe ist. (Die neuen Bücher haben einen großen Vorteil als die einzelnen Artikel im Supermarkt, dass sie alle mit RFID vorgesehen ist, damit kann später sicherlich eine Verbindung zwischen iPhone und Buch erstellt werden.)

Wenn man weiter denkt, ist das Navigationssystem auf dem iPhone eigentlich nicht anderes als ein visualisierter Bibliothekskatalog. Man sucht damit nicht nur gezielt nach den Büchern, das System schafft auch einen gesamten Überblick über das Bibliotheksangebot. Das mobile Internet ermöglicht die Bibliothekskunden den elektronischen Bibliothekskatalog im Hand zu halten und mit dieser Applikation können sie sich auch in der Bibliothek gut orientieren.

Diese Applikation ist sehr zukunftsorientiert, sie schafft nicht nur das iPhone als ein Navigationsgerät im Raum, sie betrifft auch gleichzeitig den drei Zukunftsthemen: Internet of thing, Geoinformationen und Informationsvisualisierung. Wir können spannend sein, wie die „kleine“ Applikation unseres Leben verändern und wie diese Technologien in der Bibliothek eingesetzt wird.

24. Januar 2010 at 23:15 3 Kommentare

wie geht das Mobiltelefon weiter?

(Foto von Wired)

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir viel über die japanischen Mobiltelefone gesprochen. Wir haben versucht die Frage zu beantworten, warum die modernen japanischen Mobiltelefone nicht in den Weltmarkt gekommen sind und welche Rolle die kulturellen Unterschiede auf dem asiatischen und europäischen Markt spielt.

Kurz haben wir über das revolutionäre Produkt iPhone gesprochen und die Auswirkung von Betriebssystem erläutert. Auf dem Mobiltelefonmarkt hat in der letzten Zeit wieder viel passiert. Mit neuen Produkten, neuen Applikationen und neuen Betriebssystem sehen wir einen ganz neuen Trend auf dem Mobiltelefonmarkt. Heute versuchen wir mal ein kleines Zukunftsbild von Mobiltelefon zu bemalen.

  • Die Betriebssysteme von Smartphone

Die heutigen Smartphones kann man fast mit einem Rechner vergleichen, sie leistet die Aufgabe schon weit hinaus von einem einfach Telefon. Auf meisten Smartphones können die Nutzer Applikationen installieren und das Smartphone nach eigenem Bedarf gestalten. Dazu spielt das Betriebssystem eine entscheidende Rolle. Wenn man heute zu Tage ein Mobiltelefon kaufen will, kauft in der Tat nicht nur das Gerät, viel wichtiger ist die Plattform, die das Mobiltelefon anbietet. Das Betriebssystem entscheidet welche Software die Endnutzer installieren und welche Funktionen das Mobiltelefon haben kann.

Auf dem Sarmtphone-Markt gibt es momentan circa fünf verschiedene Betriebssysteme, die folgender Marktanteil hat:

OS

Symbian OS wird schon lange als Betriebssystem von vielen großen Smartphone-Herstellern wie Nokia und Sony-Ericsson verwendet, 2008 beschlossen Nokia, Sony-Ericsson, Motorola und NTT Docomo Symbian als gemeinsames Betriebssystem zu nutzen.

Sowie das iPhone OS unterstützt RIM Blackberry OS nur das Smartphone Blackberry, mit den perfekten Kalender- und Emailprogrammen werden Blackberry von vielen Leuten als Pocket PC benutzt.

Als Smartphone kam iPhone eigentlich ziemlich spät in dem Markt, aber in nur fast zwei Jahre besitzt das Produkt schon 13 Prozent des Marktanteils. Die rasante Entwicklung kommt einerseits aus der tollen Hardware und schönen Design, aber entscheidend ist das Geschäftsmodell, was Appel der Markt revolutioniert hat. Das iPhone ist nicht nur ein allein stehendes Produkt, es ist ein Endgerät von dem AppStore. Appel verkauft letztendlich eine Plattform, die Kunden können mit der großen Software-Auswahl ihr Smartphone beliebig gestalten.

Das Betriebssystem Android hat sich seit diesem Jahr sehr schnell entwickelt und verbessert. Viele Mobiltelefonhersteller planen jetzt neue Produkte mit Android in den Markt zu bringen. Andoid hat zwei große Vorteile, dass das Betriebssystem Open Source ist und Google ihre Dienste durch Android in den Mobiltelefonmarkt erweitern möchte. Als Linux-basierte Betriebssystem hat Android in der Zukunft ein breiter Spielraum als die anderen Betriebssysteme. Der Projektleiter von Android kündigte schon in 2008, dass man Android nicht nur als ein einfaches Betriebssystem für Mobiltelefon verstehen kann. Android kann diverse Geräte betreiben, egal das ist Netbook, Navigation oder auch eBook Reader.

  • Das Hardware (Mobiltelefon)

In der letzten Zeit sind ein paar neuen Smartphones in den Markt gekommen. Drei großen Mobiltelefonhersteller Nokia, Sony-Ericsson und Motorola haben fast gleichzeitig für den Weihnachtmarkt ihre neuen Produkte (Nokia N900, Sony Ericsson Xperia X10 und Motorola Droid) veröffentlicht.

Wenn man die technischen Daten von den drei neuen Produkte anguckt, kann man feststellen, dass sie sehr ähnlich sind. Der große Unterschied ist nur, dass sie unterschiedliche Betriebssysteme haben.

Die Unterschiede von Hardware werden bei Smartphones immer kleiner, die Hardware wie GPS, WiFi, Kamera usw. werden Standartausrüstung. Die Hardware von Smartphone wird immer besser, allerdings ist die Technik nicht mehr der entscheidende Punkt.

  • Applikationen

Sowie oben schon erläutert wurde, dass die Applikationen bei den zukünftigen Smartphones eine entscheidende Rolle spielen wird. Teilweise haben wir Ihnen auch schon einige interessante Anwendungen in Twitter vorgestellt. Durch die Entwicklung von Applikationen kann das Mobiltelefon völlig anderes definiert werden. Zum Beispiel, man kann mit Mobiltelefon nicht nur Musik spielen, man kann auch damit Auto fahren. Es ist nur einer Anfang, dass man viele Anwendungen und Funktionen durch Applikationen auf dem Mobiltelefon integrieren kann.

Google zeigt ein gutes Beispiel, wie man das Navigationsystem auf dem Mobiltelefon integrieren kann. Vor ein paar Woche kündigte Google eine Applikation für die Android-basierten Mobiltelefone, mit dieser Applikation kann man das Smartphone als Navigation verwendet werden. Außer die gängige Funktionen von Navigationssystem unterstützt die Applikation die Ziele durch Sprache einzugeben und das Highlight ist, dass man in der Navigation auch das dreidimensionale Street View gezeigt werden kann.

Google erweitern ihre Dienste durch die Plattform bzw. Betriebssystem Android, es ist wahrscheinlich nicht so lang zu warten, dass Google ihre komplette Angebote auf dieser Plattform anbieten kann. Wir sind gespannend, welche interessante Anwendungen entstehen und wie die Mobiltelefonhersteller mit ihrer Hardware darauf einstellen werden.

  • Ausblick

Zukunft des Mobiltelefons werden sehr wahrscheilich nicht von Hardware und Betriebssystem entschieden, Android OS können nicht einfach die anderen Systemen mit dem Vorteil von Open Source ersetzen und iPhone kann auch nicht immer mit dem schönen Design die Kunden gewinnen. Wenn die Smartphones in der Zukunft einen technischen Standart haben, entscheidend wird dann die erfolgreichen Applikationen und die Offenheit des Betriebssystems.

Nicht wie bei den Betriebssysteme in Computer gibt es zum Glück jetzt schon für Entwicklung von Appikationen Smartphones einige technische Standart. Es ist zu erwarten, dass die Applikationen in verschiedenen Systemen verwendet werden können.

Vielleicht kann man die Zukunft von Mobiltelefon mit dem Webbrowser Firefox vergleichen. Wir werden in der Zukunft doch mit verschiedenen Computer und Betriebssysteme arbeiten, aber viel wichtig ist, dass wir mit einer offenen Plattform viele Applikationen verwenden können und das Browser bzw. das Mobiltelefon nach eigenen Wunsch gestalten.

14. November 2009 at 23:42 5 Kommentare

Der virtuelle Mauerfall

berlintwitterwallZur Erinnerung der 20 Jahre Mauerfall wird eine interessante Seite Berlintwitterwall aufgebaut. Wer auf Twitter über das Mauerfall etwas sagen möchten, kann einfach in einem Tweet das Hashtag #FOTW eingeben. Die Webseite nimmt alle Tweets mit dem Hashtag und zeigen sie als Stream auf einer virtuellen Berliner Mauer. Seit ein paar Stunden ist diese Seite ist sehr wunderlich, fast alle Tweets sind nur auf Chinesisch.

20 Jahre Mauerfall – ein Tabu auf chinesischen öffentlichen Medien

1989 hat nicht nur für Deutschland und westliche Welt eine Bedeutung. Dieses Jahr ist auch ziemlich wichtig auf der chinesischen Geschichte. Der chinesische große Bruder möchte eine totale Vergessenheit schaffen, auch über das 20 Jahre Mauerfall sollen die Chinesen nichts darüber informieren. Bericht über 20 Jahre Mauerfall soll auf öffentlichen Medien nicht stattfinden, so teilte das Ministerium für Propaganda.

Weiterer Ausbau von Great Firewall

Seit anfang Juni sperrt das Great Firewall Projekt weitere Webseiten, wie zum Beispiel Twitter, Facebook usw. Zum 60 Jahre Nationalfeiertag am 01.10 werden auch viele Twitter APIs gesperrt. Das macht ein einfaches Zwitschern viel schwieriger als früher. Ich konnte zu dieser Zeit in China nur mit dem Programm Tor in das freie Netz gehen.

Die Berliner Mauer hat für die Chinesen eine symbolische Bedeutung, man hofft einerseits die Meinungsfreiheit in dem schnell entwickelnden Land und andererseits einen freien Kommunikationskanal mit der Außenwelt. Vermutlich wird die Berlintwitterwall bald in China gesperrt. Aber der große Bruder kann nicht verhindern immer mehr chinesische Twitterer über verschiedenen Möglichkeiten ein Tweets mit #FOTW rauszuschicken. Ich bin sehr gespannt, wie die deutschen Medien auf dieser Aktion von chinesischen Twitterern reagieren werden und ob ein Kultur- und Informationsaustausch trotz der unsinnigen Sperrung stattfinden kann.

    Teile der Welt jetzt deine Gedanken zum Fall der Berliner Mauer mit oder sag uns, welche Mauern für dich noch fallen sollten, damit die Welt lebenswerter wird.

Dank des tollen Konzepts von Berlintwitterwall können die Chinesen auf dieser Plattform ihre Meinung äußern. Wir hoffen alle Mauer schnell wegfallen, sowohl in der realen und auch in der virtuellen Welt.

mehr zum Thema:

26. Oktober 2009 at 11:51 1 Kommentar

Neue Technologie – global oder regional?

softbank-robo-phone

Die Zukunftswerkstatt hat diesmal auf der Frankfurter Buchmesse wieder eine erfolgreiche Podiumsdiskussion veranstaltet. Unter dem Thema „Zukunft lesen? – Games, eBook & web2.0 als Chancen & Herausforderung“ wurde aus viel verschiedenen Aspekten über das Lesen in der Zukunft gesprochen. Es gab viele interessante Punkte aus dem Podium. Für mich war eine Debatte aus der Diskussion besonderes interessant. Es ging darum, ob die neue Technologie zwischen unterschiedlichen Kulturen (Asien und Europa) direkt übertragen kann. (mehr über die Podiumsdiskussion lesen Sie hier)

Die Zukunftswerkstatt beschäftigt sich schon seit lange Zeit mit dem Trends von neuen Technologien. Für uns war immer wichtig zu analysieren, wie die neue Technik auf Menschen und Gesellschaft bewirkt und wie die Kultureinrichtungen darauf einstellen sollen. Oft kommt die neue Technologie aus anderen Ländern, mit großer Begeisterung stellen wir ihnen sie vor, aber wenig haben wir über die Abhängigkeit von den Kulturen gesprochen. Heute nehmen wir Mobiltelefon als Beispiel und versuchen wir eine neue Diskussion zu starten. Die Fragestellung ist, ob eine neue Technologie unabhängig von den Kulturen problemlos verbreitet werden kann.

New York Times hat vor kurzer Zeit einen Artikel veröffentlicht. Sie sprach darüber, warum das japanische Mobiltelefon nicht in den Weltmarkt gekommen ist. Wie wir fast alle schon wissen, was an Technologie und Innovation angeht, ist Japan oft der Vorreiter im Markt. Im Branche Mobiltelefon ist Japan auch keine Ausnahme.

    „E-mail capabilities in 1999, camera phones in 2000, third-generation networks in 2001, full music downloads in 2002, electronic payments in 2004 and digital TV in 2005.“

Außer die unendlichen Innovationen besitzen die meisten japanischen Mobiltelefonhersteller eine starke technische Infrastruktur und Know-How. Wie zum Beispiel die Firmen Sharp, NEC, Panasonic, die schon lange mit Hight-Tech beschäftigt haben, bringen die japanischen Mobiltelefone immer in den neusten Stand. Aber die Frage ist, warum solche technisch sehr gut ausgerüsteten Mobiltelefone nicht in den Weltmarkt zu finden sind.

New York Times hat viel aus dem Aspekt vom Hardware gesprochen,  dass die Mobiltelefonhersteller in Japan nur auf der Technik konzentrieren und die Software für die Weltmarkt nicht angepasst haben.

    „Japan’s handset makers must focus more on software and must be more aggressive in hiring foreign talent, and the country’s cellphone carriers must also set their sights overseas.“

Es ist natürlich eine Schlussfolgerung, als jetzt iPhone mit ihren starken Software-Anwendungen den japanischen Handymarkt zerbricht. Aber es löst diese Rätsel immer noch nicht, warum die guten japanischen Handys nicht auf den globalen Markt gekommen sind.

Wie gut sind die japanischen Mobiltelefone überhaupt?

    Hardware-Mashup

Als wir hier in Europa noch über den großen Bildschirm begeistert, gehören das große Bildschirm in Japan schon als Standart. Das neuste Produkt von Sharp hat viel bessere Auflösung und Kontras als iPhone. Auch der größte Mobilfunkanbieter Docomo bringt im Sommer 2009 über 10 neue Modelle in den Markt, alle Handys haben eine mindeste Auflösung von 480×800. (iPhone hat eine Auflösung von 480×320)

Für meiste japanische Mobiltelefonhersteller sind es leicht zu realisieren, in neue Technologie auf dem Handy zu integrieren. Zum Beispiel Hitachi nutzt eigene technische Know-How, baut das erste Handy mit HD-Kamera.japhandy

    Das Netz

Das 3G Netz ist in Japan fast schon eine Vergangenheit, stattdessen wird bald Winmax (eine neue Netzstandart) das ganze Tokyo abdecken, eine Geschwindigkeit von Datentransport kann bis zu 70Mbps erreicht werden.

    Das Design

Es ist manchmal nicht zu nachvollziehen, warum das unpraktische Klapphandy in Japan so beliebig ist und die meisten sind viel schwerer und dicker als die westlichen Handys. Es gibt doch ein wichtiger Grund, warum das japanische Handy so unpraktisch ist. Das erläute ich Ihnen in dem nächsten Abschnitt.

    Die Software

Mit der Kritik von Hardware an japanischen Handyhersteller hat NYT natürlich Recht, wenn man die japanischen Handys in globaler Sicht betrachtet. In der Tat sind die meisten Handys sehr nutzerfreundlich.

Die Handyhersteller integrieren vielen neuen Anwendungen auf den Mobiltelefonen, wie zum Beispiel Kamera, Fernseher, GPS, Gesichterkennung, Solarenergie usw. das ermöglicht den Netzbetreiber gute Dienste auf dem Handy anzubieten.

Was können die japanischen Mobiltelefone?

Mit starker Netzverbindung können die japanischen Handys das HD-Fernsehen empfangen und die Nutzer haben auch die Möglichkeit einzelnes Programm aufzunehmen. Die meisten Software wird von dem Netzanbieter entwickelt, deswegen sind solche Dienste relativ stabil und das Software hat auch wenig Bug.

mixiWenn man in der U-Bahn geht, ist das Ticket schon auf dem Handy integriert. Man halt das Handy bei der Eingangskontrolle wird gleich das Ticket auf dem Handy „gestampelt. Auf der U-Bahn liest man die Nachrichten und Blogs von dem größten japanischen Social Community MIXI. Für ein bisschen Aufregung kann man auch auf dem Handy sein Arvatar in World of Warcraft weiter trainieren oder für ein bisschen Entspannung lädt man das neuste Kapitel von seinem Lieblingshandyroman herunter.

Bei Aussteigen sieht man eine Werbung, der QR-Code steht natürlich auch drauf. Kurz mal abfotografieren, man kann nicht nur über den QR-Code die entsprechende Seite aufrufen. Wenn man bei der Zahlung den QR-Code zeigt, bekommt man noch 5 Prozent Rabatt. Auch die Kreditkarte wird auf dem Handy integriert, man zahlt billiger und schneller mit dem Handy.

shower

Baden ist für die meisten Japaner das Tagesprogramm, entspannt man nach der Arbeit in der Wanne und liest die Nachrichten auf dem Handy. Opps, Handy ist in die Wanne gerutscht! Kein Problem, die japanischen Handys sind wasserdicht.

Wie man sieht, werden die japanischen Mobiltelefone ziemlich nutzerfreundlich gebaut. Aber die oben genannten Funktionen und Dienste hängen stark von den Netzanbieter und die Nutzergewohnheiten ab. Auch das ungewöhnliche Klapphandy ist eigentlich sehr kundenorientiert.

horikitaIn Japan sind die jungen Frauen die größte Nutzergruppe von Mobiltelefon, sie stecken das Handy nie in die Hosetasche, sonder in ihren großen Einkauftasche. Für sie ist die Größe von dem Handy überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, ob das Bildschirm groß genug, ob das Tastatur gut zum Eintippen ist und ob das Handy eine freundliche Farbe hat. Die 21 jährige japanische Film- und Popstar Horikita Maki benutzt zum Beispiel ein Klapphandy, das in beiden Seiten geöffnet werden kann. Das Handy sieht dick und schwer aus, aber damit kann sie in der Badwanne Film gucken.

Warum kommen die japanischen Mobiltelefone nicht in den Weltmarkt?

Japan hat schon eine lange Geschichte mit Mobiltelefonproduktion, aber ein einheitliches System auf dem Handy gibt es immer noch nicht. Wenn ein Handy neu produziert wird, wird auch jedes Programm, auch sogar das ganze Betriebssystem neu geschrieben. Aus dieser Sicht hat Nokia natürlich den Vorteil mit dem System Symbian passende Software darauf zu entwickeln. Auch das Open Sourcen System Android wird das Betriebssystem von Smartphones langsam vereinheitlichen, um eine gemeinsame Softwareentwicklung zu ermöglichen.

Als Android noch keine große Wirkung auf dem Mobiltelefonmarkt gezeigt hat, zerbricht iPhone die Vorstellung von japanischen Mobiltelefonherstellern mit Software. Sie können endlich ein Beispiel sehen, was die Software auf einem guten funktionierenden System bedeutet.

Leider ist die Vortellung von den japanischen Mobiltelefonherstellern über das Hardware so fest verankert, dass sie über das Erfolg von iPhone nur sagte: This is the kind of phone I wanted to make. Sie haben wahrscheinlich noch nicht verstanden, was AppStor bei dem Erfolg geleistet hat. Es geht nicht um iPhone das Gerät selbst, der großte Erfolg von iPhone ist die umfangreichen Softwareanwendungen.

Übertragung von neue Technologie

Das Mobiltelefon in Japan und die westlichen Ländern hat in den letzten Jahren in völlig verschiedenen Richtungen entwickelt. Man kann schwer einschätzen, ob ein dickes aber modernes Klapphandy in Europa gut zu verkaufen ist und ob ein Handy auf dem europäischen Markt wasserdicht bauen soll. Es hängt natürlich stark davon ab, wo die Technologie angewendet wird.

Wenn wir über neue Technologie und ihre Anwendbarkeit sprechen, müssen wir auch die kulturellen Aspekte berücksichtigen. Das haben wir diesmal auf der Frankfurter Buchmesse von der Podiumsdiskussion gelernt. Noch einmal ganz herzlichen Dank an allen unseren Podiumsteilnehmer.

25. Oktober 2009 at 15:09 3 Kommentare

Rückschau auf die Veranstaltung „Das Fremde in uns und wir im Fremden“

Das Fremde in uns und wir im Fremdenvon Wolfgang Kaiser

Zu Beginn sollte noch einmal der Zusammenhang zwischen der Zukunftswerkstatt und dem Anliegen dieser Veranstaltung erklärt werden. Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland ist bereits mit der Einwanderung von Gastarbeitern in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts heterogener geworden. Spätestens mit dem Zuwanderungsgesetz aus dem Jahr 2005 und der Diplomarbeit (PDF) von Katrin Sauermann, kam das Thema auch in der Bibliothekswelt an, was ja durchaus eine lange Zeit der Anerkennung war.

Vo wenigen Jahren kam es schließlich zur Gründung der dbv-Kommission Interkulturelle Bibliotheksarbeit, deren strategisches Ziel es ist ein „Intercultural mainstreaming“ als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen, vom Bestandsaufbau bis zur Personalpolitik umzusetzen. Sauermann bezeichnete Deutschland verglichen mit Australien als Bibliotheksentwicklungsland in Bezug auf die multikulturelle Bibliotheksarbeit. Tatsache ist, dass ein Land wie Deutschland, dass sich ja erst seit wenigen Jahren offiziell als Einwanderungsland versteht zukünftig auch sein Bibliothekswesen auf eine interkulturelle Standards ausrichten sollte, die nicht abhängig sind vom finanziellen Mitteln einzelner Kommunen, die das als „Sonderaufgabe“ verstehen. In sehr vielen Kommunen Deutschlands kann man hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung bereits von einer sog. Majority-Minority sprechen, womit gemeint ist, dass der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund der dem der anderen Deutschen bei weitem übersteigt. Dieses Soziogruppe ist ebenfalls sehr heterogen, aber bisher wurde auch das zu wenig beachtet, wenn von „den Migranten“ die Rede war. Die Veranstaltung sollte dazu dienen dieses Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken und Experten zu Wort kommen zu lassen, die ihrerseits ein wichtigen Input lieferten für die Gäste, die ja größtenteils aus der bibliothekarischen Praxis kamen. Es hängt ja von der Zukunftsfähigkeit der Bibliothek ab, ob sie den Tatsachen der demographischen Entwicklung Rechnung tragen, denn bisher wird die Bibliothek als Einrichtung von nur 30 % der Bevölkerung(PDF) in Deutschland genutzt.

Am Mittwoch, den 7. Oktober um 18 Uhr war es endlich soweit, die Veranstaltung „Das Fremde in uns und wir im Fremden – Wohnen im gemeinsamen Haus Integration und Partizipation“ konnte beginnen. Den Anfang machte die Vorstellung folgender Bücher durch die ebenfalls anwesenden Autoren, die alle Zukunftsthemen beinhalteten und am aktuellen Puls der Entwicklung des Bibliothekswesens sind. Zu den Inhalten kann in diesem einen Blogeeintrag nicht zu ausführlich Bezug genommen werden kann (Mehr dazu unter: Simon Verlag).

  • Wolfgang Kaiser: Diversity Management– Eine neue Managementkultur der Vielfalt- für ein neues Image der Bibliotheken.

Diversity Management will die Heterogenität von Mitarbeitern mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen und wahrnehmbaren Unterschieden als Bereicherung einer (Non-)Profitorganisation nutzen. Die Bibliothek als öffentlicher Ort der Kommunikation, sollte die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Zielgerichtetes DiM könnte in Deutschlands Bibliotheken eine strukturelle Veränderung in die Wege leiten, so dass in Zukunft nicht allein ihre Dienstleistungen, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich die Vielfalt einer individualisierten und pluralistischen Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensstilen ethnischen und religiösen Herkünften, unterschiedlichen Altersstrukturen und Wertorientierungen widerspiegeln.

  • Maria Kabo: Die Bibliothek als Integrationsfaktor

Der zunehmenden Forderung nach dem Zugang zu den Informationen und Informationsquellen steht immer noch die mangelnde Informationskompetenz großer Teile der Bevölkerung entgegen. Wenn die Öffnung und die Nutzung der Informationen in Zukunft auch über den wirtschaftlichen Standort der Länder und Staaten entscheiden werden, ist dies ein bedrohliches Bild, auch gesamtstaatlich. Das Buch untersucht an Beispielen die Integrationsarbeit einzelner Bibliotheken und zeigt damit Wege der Praxis, wie die Vermittlung von Informationskompetenz für Migranten neben oft hohlen Absichtserklärungen praktisch umgesetzt werden kann.

  • Franziska Ahlfänger: Jugend – Bildung – Bibliotheken: Modelle der Finanzierung und Projektförderung. Mit praktischen Beispielen. Mit einem Vorwort von Barack Obama.

In ihrem Buch „Jugend – Bildung – Bibliotheken. Modelle der Finanzierung und Projektförderung“ (Simon Verlag für Bibliothekswissen 2009; 176 Seiten) geht Franziska Ahlfänger der Frage nach dem Ausbau und der Finanzierung von Jugendbibliotheken nach. Dabei liefert sie eine Fülle von Ansätzen und Ideen, wie solche Jugendbibliotheken konzipiert und finanziert werden können. Grundthese der Autorin ist, dass die Zielgruppe der Jugendlichen ein bedeutender Zukunftsfaktor für Öffentliche Bibliotheken ist und eigenständig betrachtet werden muss. Aufgrund der Definitionsschwierigkeit dessen, was „Jugend“ sei, verwendet die Autorin einen sozialwissenschaftlichen, dynamischen Jugendbegriff, der diesen Entwicklungsabschnitt über die Lebensspanne verortet.

  • Prof. Günter Beyersdorff (HU Berlin und Gutachter von M.Schulz): Soziale Bibliotheksarbeit – „Kompensationsinstrument“ zwischen Anspruch und Wirklichkeit im öffentlichen Bibliothekswesen von Manuela Schulz

Das Buch analysiert die verschiedenen Sichtweisen auf das Konzept der Sozialen Bibliotheksarbeit in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis heute, die Tragweite und Möglichkeiten, die dem unter dem diesem Begriff erfassten konzeptionellen Spektrum in diesem Zusammenhang zukommen. Gerade die sich seit mehreren Jahren abzeichnende strukturelle bzw. Jugendarbeitslosigkeit, Integrationsprobleme und öffentlich thematisierte Bildungsunterschiede veranlassen Bibliothekare, sich intensiver mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Anschließend wurden vor allem über die Themen (soziale) Teilhabe, Integration, Lebenslanges Lernen, Bibliotheksverständnis, Antidiskriminierung und Mehrsprachigkeit im Round Table heiß diskutiert. Die Gäste beim waren Herr Prof. Dr. Hobohm (Dekan, FH Potsdam), Frau Lourina de Voogd (Vereniging van Openbare Bibliotheken VOB, Netherlands Public Library Association, Den Haag), Herr Mark Terkessidis (Migrationsforscher, Radiomodertor und Autor), Frau Canan Bayram, (Migrationspolitische Sprecherin der Grünen, MdA) und der Leiter des Afrikahauses Berlin, Oumar Diallo.

Im Einzelnen kann auch hier nur auf wichtige Statements eingegangen werden. Herr Terkessidis meinte, dass Bibliotheken es in der Vergangenheit nicht geschafft haben der Politik und der Öffentlichkeit ihre Rolle als Ort des Lebenslangen Lernens zu vermitteln im Gegensatz zu anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen. Zudem nannte er auch andere Kultureinrichtungen, die sich bisher noch nicht interkulturell geöffnet haben hinsichtlich einer Zielgruppenorientierung, die außer der „weißen Mittelschicht“ und des Bildungsbürgertums auch Migranten als Schauspieler im Theater etwa einstellt. Dasselbe gilt natürlich auch für Bibliotheken.

Prof. Dr. Hobohm sprach von einer Technologieüberwertung, die uns nun wieder auf den Menschen zurückwirft und plädierte für eine Betonung der Bibliothek als „Ort der Begegnung“. Er stimmte der Tatsache von W. Kaiser zu, dass sie eine monokulturelle Einrichtung ist, aber forderte gleichzeitig auf, auch andere Kulturen stärker zu vermitteln als die „alten Werte“ der Antike. Für den Bibliothekar / die Bibliothekarin hofft Prof. Hobohm, dass diese zukünftig stärker „das Fremde“ in sich tragen.

Frau De Voogd machte auf die schlimme Entwicklung in den Niederlanden aufmerksam, wo es nun politische Mehrheiten gibt, welche die Kosten der bisherigen Migration ermitteln wollen, was dem politischen und sozialen Klima eher schadet.

Herr Diallo forderte eine stärkere Zugänglichmachung der Bibliothek für aus Afrika stammende Menschen, deren Informationsbedürfnisse und deren Bibliotheksverständnis den Bibliothekaren noch nicht bekannt sind. Frau Bayram verwies auf den New Green Deal (Stichwort Migration Budgeting), der einige Vorschläge macht, wie bestimmte Migranten stärker teilhaben und partizipieren könnten. Speziell für die Berliner Stadtteilbibliotheken insbesondere in Friedrichshain wünscht sie sich einen Mindeststandard an Interkulturalität. Dennoch betonte sie, dass Bibliotheken schon recht viel anbieten. Was durchweg auf positive Zustimmung stieß – auch später bei den Statements der Bibliothekare im Publikum -, war die Einladung von Frau Bayram von Berliner Schulklassen ins Berliner Abgeordnetenhaus, um dort vor Ort von den Kindern zu hören, was sie bewegt und was sie sich von und für Bibliotheken stärker wünschen. Zudem verwies sie auf die Chancen der Mehrsprachigkeit, die Sichtbarkeit, Offenheit und das Verbindende schaffen, was ja durchaus zu bemerken war an den Gästen des Round Table, aber auch an den Autoren, die allesamt einen Migrationshintergrund vorweisen konnten.

Eine Wortmeldung als die Teilnehmer mit Migrationshintergrund gefragt wurden, ob sie denn noch Ihre Herkunftskultur pflegen, sorgte bei so manch einem Gast für Kopfschütteln. Spätestens bei der Beantwortung der Frage wurde hoffentlich allen klar, dass Kulturen schon immer nebeneinander existiert haben und deren Einflüsse in einer Wechselwirkung miteinander stehen und somit auch die türkische, die DDR-Kultur, die griechische, die afrikanische (aus Guinea) und estnische Kultur sehr heterogen zu interpretieren sind.

Am Ende sprach sich Herr Terkessidis für mehr Flexibilität im Denken und der Offenheit Neues zu probieren, aus. Diese Forderung war nicht nur an Bibliothekare und Bibliothekarinnen gerichtet, sondern an die typische Haltung vieler Deutscher, die bisher immer nach dem Prinzip „wir tun das, weil man es immer schon so gemacht hat“ vorgehen. Frau De Voogd verwies auf die Publikation des IFLA Multicultural Library Manifesto in 14 Sprachen.

Es konnten zwar nicht alle Fragen beantwortet werden, aber dennoch war diese Veranstaltung sehr gut besucht und das Thema wird hoffentlich dank der Zukunftswerkstatt, anderen Multiplikatoren und Bibliothekaren aus dem Nischendasein verschwinden, welche die Interkulturelle Bibliotheksarbeit als Sonderaufgabe versteht, wie es momentan ja noch der Fall ist. Auf Anfrage ist es möglich eine Aufzeichnung der Veranstaltung vom Simon-Verlag für Bibliothekswissen zu erhalten.

12. Oktober 2009 at 10:46 2 Kommentare

Monopoly auf Google Map

Die Computerspiele entwickeln sich nicht nur allein in der Richtung multimediale und bessere Grafik. Sie als Medium schmelzen sich stark auch mit den anderen Medien. Twitter für die virtuelle Welt World of Warcraft zeigt schon wie die Computerspiele mit Web2.0 vermischt, das Computerspiel Monopolycitystreets zeigt wieder, wie die Computerspiele die reale Welt verbindet.

Das Spiel hat das Prinzip von Monopoly, basiert aber auf Google Map. Das heißt man kann in dem Spiel ein „reale Strasse“ kaufen. Interessant wäre auch die soziale Komponente, die in dem Spiel besonderes geprägt ist. Die Kaufinteressen verbinden die Menschen zusammen, die ein Strasse, die die Spieler kaufen wollen, kann man wahrscheinlich in der realen Welt oder sogar dort wohnen. Ich bin gespannt, ob meine Nachbarn mit mir um unsere Strasse kämpfen werden.

11. September 2009 at 17:08 Hinterlasse einen Kommentar

Wie zwitschern die Bibliotheken?

Wie benutzt man eigentlich Twitter für die Bibliotheksarbeit? Diese Frage haben Jürgen Plieninger und Edlef Stabenau mit einem ganz übersichtlichen Ratgeber zum Thema „Twitter für (one-person) Library(PDF)“ geantwortet. Dort wird Twitter nicht nur von den technischen Seiten wie zum Beispiel viele praktische Tools für Twitter ausführlich vorgestellt und viele wertvolle Erfahrungen mit Twitter bringen den beiden Autoren bzw. Bibliothekare auch in dem Artikel ein. Wenn Sie oder Ihre Bibliothek bereits in Twitter einsteigen wollen, ist der Artikel ein sehr guter Wegweiser.

Zu Ergänzen empfehle ich Ihnen eine andere Veröffentlichung „Template Twitter strategy for Government Departments(PDF)“ von der britischen Regierung, die auch vor ein paar Tage frisch ausgegeben wurde. Diese Veröffentlichung richtet sich an den Mitarbeiter von britischer Regierung und erklärt was ist Twitter und wie man Twitter richtig für die Arbeit benutzen kann. Den großen Teil überschneidet sich mit dem Artikel „Twitter für (one-person) Library“, aber ein paar interessante Empfehlungen liste ich hier auf und diskutiere mit Ihnen zusammen:

1. Twitter ist nicht nur eine Veröffentlichungsplattform.

Es ist natürlich sehr erfreulich, dass immer mehr Institutionen Twitter benutzen, aber einige haben das Spielprinzip nicht verstanden. Twitter ist zwar ein Tool, wo man die kurze Nachrichten Online stellen kann, aber es ist doch zu unterscheiden mit Weblog. Twitter hat einen sehr starken Netzwerk-Charakter. Es nützt überhaupt nichts (oder führt sogar zu Imageschaden), wenn ein Institutionstwitter ihre Follower ein Mal im Monat über Änderung der Öffnungszeit informiert und kein Mensch zurück folgen (following).

Mit dem Problem von „Following“ und „Follower“ empfehlt die britische Regierung „follow back anyone who follows our account“. Es ist nicht nur die Höflichkeit, die Follower fühlt sich einfach aufgenommen und akzeptiert zu haben, das ist gerade was für die Unternehmen und Institutionen sehr wichtig bedeutet.

Um mehr Kunden zu erreichen und sie im Kontakte zu bleiben, ist das „Following“ und „Follower“ nur der erste Schritt. Jede Replies und Direct Message wurden bei der britischen Regierung von einem „Digital Media Team“ berücksichtigt, dadurch haben die Follower von den Regierungsaccounts die Möglichkeit mitzudiskutieren.

Ein negatives Beispiel: Library of Congress ist schon über zwei Jahre in Twitter vertreten, sie hat in den zwei Jahre nur 400 Tweets (bis 05.08.2009) veröffentlicht. Trotz so wenigen Aktivitäten schaffen sie über diesen Informationskanal als einer der bekanntesten Bibliothek der Welt über 13,500 Follower zu haben. Leider ist die Bibliothek nicht auf die Idee gekommen, ihre Follower auch zurück zu folgen(following). Wenn man liest, was sie in Twitter veröffentlicht hat, kann man auch feststellen, Library of Congress benutzt Twitter nur als eine Veröffentlichungsplattform.

Jede Bibliothek ist wahrscheinlich neidisch auf Library of Congress, dass sie mit einem Tweet sofort 13,500 Leute erreichen kann, aber dieser Informationskanal ist leider nicht von der Bibliothek effektiv benutzt. Mit Twitter erreicht Library of Congress viele Leute, aber dieses zusammen gekommene Community wurde von der Bibliothek einfach ignoriert und sie haben schon ganz viele mögliche Dialoge mit ihren Kunden verpasst.

Twitter ist flach, es gibt kein richtiger Informationssender und –empfänger. In Twitter können solche Kommunikationsmodelle „von Oben nach Unten“ oder „von Eins zu Mehr“ vielleicht nur bei solchen „mächtigen“ Institutionen wie Library of Congress funktionieren. Was eigentlich in Twitter passiert, ist eine lebende Kommunikation.

Nutzen Sie Twitter nicht nur als eine Veröffentlichungsplattform!

Tipps: Follow Sie auch Ihre Follower; Reagieren Sie auf @replies und Direct Message.

2. Promotion

Ein Institutionstwitter mit nur 10 Follower. Lohnt es sich überhaupt, so viele Arbeit einzustecken? Aller Anfang ist schwer, die Follower bekommt man nicht automatisch. Wie man als Institution die Twitter vermarkten, diese Frage hat Anne Christensen schon auf einem Beratungsgespräch beantwortet und auf die Richtlinien von britischer Regierung wurde auch empfohlen, dass man an die Anfangsphase die ähnliche Organisationen und Experten in dem Fachwelt verfolgen soll. Die Tweets soll man am besten auf Homepage einbinden und die Nutzer auf verschiedenen Kommunikationskanälen informieren, wie zum Beispiel Newsletter oder Blog.

Tipps: Follow Sie am Anfang die relevante Twitterer; Vermarkten Sie Ihr Twitter in verschiedenen Kanälen(auch Mundpropaganda).

3. Wie soll man twittern?

Über den Inhalt kann man schwer bestimmen. Es hängt davon ab, welche Zielgruppe eine Institution über Twitter erreichen und was sie auf dem Informationskanal veröffentlichen möchten.

Auf dem Richtlinien von britischer Regierung wurde empfehlen, die Inhalte sowie Ankündigung von Neuigkeiten (Veranstaltungen, Bekanntmachung, Neuerwerbung…), Live-Tweeting aus Konferenz oder Veranstaltung, neue Kenntnisse aus Web(Nachrichten zum Empfehlen oder Retwitter), aktuelle Onlinepublikationen(von Youtube, Flickr oder neuer Blogartikel), tagtägliche Kommunikation zwischen Followers.

Aber die britische Regierung wahrt gleich den aktiven Twitter-Nutzer nicht zu viel und zu oft zu twittern. Als Institution soll man mindestens zwei Tweets pro Tag verschicken, aber nicht mehr als 10 und die Tweets soll einen Abstand von mindestens halb Stunde haben.

Überprüfen Sie genau die Information, bevor Sie ein Tweet retwittern möchten. Überprüfen die Richtigkeit, Verfügbarkeit eines Links und die Sprache. Twitter erlaubt nicht den veröffentlichten Tweets nachträglich zu verändern. Es sollte vermeiden, die falsche Information zu liefern und wieder von anderen retwittertet wird.

Formulieren Sie die Sprache möglichst kurz und nutzen Sie die 140 Zeichen nicht komplett aus, für jede Tweet lassen Sie ungefähr noch 10 Zeichen übrig. Falls jemand retwittern möchtet, hat er dann keine Schwierigkeit bei den ungenügenden Zeichen.

Es gibt viele Tools, dass man die Twitterinhalte automatisiert veröffentlichen kann. Oft wird Twitterfeed benutzt, mit dem die RSS-Feeds in Twitter importiert werden und Aktualisierungen von RSS-Feeds werden automatisch in Twitter veröffentlicht können. Das ist sehr nützlich, wenn man mit Weblog, Youtube, Flickr usw. verbindet. Aber ein Institutionstwitter soll nicht komplett automatisiert werden und die automatisierten Inhalte sollen möglichst wenigen Anteil haben, weil solche Tweets man fast als Linksammlung definieren kann und schwer zu einem Gespräch einführt. Auch die Neuerwerbungslist soll nicht in Twitter importiert werden, das ist nur unselektierten Informationen und belastet nur die Follower.

Tipps: vielfältige Inhalte; wenige Automatisierung; Belasten die Follower nicht.

4. das Design

Ein schönes und professionelles Design ist für Institutionstwitter sehr wichtig, mit Hilfe von vielen Tools können Sie das Design von Twitter auch selbst gestalten. Zum Thema Twitter-Design empfehle ich Ihnen ein ganz toller Artikel von PR Blogger zu lesen. Dort wird die Tools, Background, Farbe usw. sehr ausführlich vorgestellt und viele Best Practices wurden dort vorgestellt.

Wie jede Web2.0 Dienste, muss Twitter auch pflegt werden. (wenn wir heute über ein Weblog sprechen, den niemand schreibt, können Sie vielleicht auch nachvollziehen, wie ein guter Institutionstwitter funktionieren soll.) Die Arbeit um ein Institutionstwitter zu betreiben wird wahrscheinlich sehr groß, aber schauen Sie bitte die anderen Bibliotheken in den USA oder auch hier in Deutschland, vielleicht können Sie noch ein paar persönliche Eindrücke bekommen.

5. August 2009 at 14:47 4 Kommentare

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