Tool der Woche – MOOCs

28. November 2014 at 10:00 1 Kommentar

Normalerweise wird in der Rubrik „Tool der Woche“ ein konkretes Werkzeug vorgestellt: eine App, eine Software oder ein Programm. In dieser Woche jedoch möchte ich den Begriff Tool weiter fassen und mich mit einem didaktischen Werkzeug befassen, den so genannten MOOCs. Der erste Massive Online Open Course fand 2008 statt und seitdem sind MOOCs ein Trendthema im e-Learning geblieben (wenn auch langsam Begriffe wie mobil learning und gamification den MOOCs den Rang ablaufen).

Aber was genau sind MOOCs eigentlich?

Massive: die Kurse haben eine Vielzahl Teilnehmern. Häufig werden ca. 150 Teilnehmer als niedrigste Teilnehmerzahl genannt; es gibt jedoch viele MOOCs an denen mehrere Zehntausende teilnehmen. Je nach Teilnehmerzahl und dem sich daraus ergebenden didaktische Konzept findet noch einmal eine Unterscheidung statt. Es gibt cMoocs mit einer eher geringen Teilnehmerzahl, die nach konstruktivistischem Design aufgebaut sind. Hier geht es um die aktive Beteiligung der Teilnehmer und die Interaktion im Kurs. Daneben gibt es xMoocs, dabei handelt es sich um die klassischen MOOCs mit einer riesigen Anzahl von Teilnehmern basieren eher auf instruktionaler Wissensvermittlung, ähnlich großer Universitätsvorlesungen.

Online: es handelt sich um reine Online-Kurse; in der Regel gibt es keine Präsenzveranstaltungen. Die zentrale Anlaufstelle ist einen Blog oder Lernmanagementsystem (LMS).

Open: MOOCs sind offen für alle, d.h. es gibt keine Teilnahmevoraussetzungen außerdem sind die Kurse kostenlos (soll am Ende ein Zertifikat erworben werden muss man in vielen Fällen jedoch dafür zahlen).

Course: MOOCs sind kursförmig organisiert,es gibt also einen festen Start- und Endtermin, die Themeneinheiten sind strukturiert und es gibt einen oder mehrere Lehrende, sowie Betreuungsangebote.

Meistens werden die Kurse von Universitäten konzipiert und über zentrale Plattformenangeboten angeboten. Thematisch sind MOOCs keine Grenzen gesetzt. Recherchiert einfach einmal selbst z.B. über die Plattformen iversity oder coursera – man findet zu fast allem etwas. (Reminder: Stephanie hatte euch Anfang des Jahres die Suchmaschine Class Central in einem Blogbeitrag vorgestellt). Grundsätzlich übertrifft das englischsprachige Angebot das deutschsprachige bei Weitem. Mittlerweile haben sogar einige „Metamoocs“ stattgefunden, bei denen es darum geht, wie MOOCs konzipiert werden und ihr didaktische Design sowiedie technischen Möglichkeiten diskutiert werden. Anfang 2013 gab esz.B. einen deutschsprachigen MOOC zum Thema „Gestalten von MOOCs“http://howtomooc.org/ .

Wie in vielen anderen Fachbereichen wird auch imBibliothekswesen überlegt, ob bzw. welche Rolle MOOCs bei der Aus- und Weiterbildung eigener Fachleute und bei der Vermittlung von Informationskompetenz spielen können. Im März 2013 hat OCLCeine Konferenz zum Thema „MOOCs and Libraries: Massive OpportunityorOverwhelming Challenge?“ initiiert. Die Beiträge können teilweise nachgehört oder gelesen werden unter: http://oclc.org/research/events/2013/03-18.html.

MOOCs werden hoch gehandelt, da durch die digitale Vermittlung der Inhalte eine große Anzahl von Menschen erreicht werden kann. Idealerweise können Lernwillige voraussetzungs- und kostenlos(zudem noch ort- und zeitungebunden) an den Kursen teilnehmen – damit bieten MOOCs gleiche Bildungschancen für alle. Aber es gibt auch Kritiker, die die Didaktik (die häufig ähnlich dem klassischen Frontalunterricht ist) als überholt bezeichnen und die fehlende individuelle Betreuung anprangern. Macht euch am besten selbst ein Bild undran an die MOOCs! Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Diskussionen über Facebook und Twitter #moocsandlibraries

Katrin Fleischmann

Quellen:

e-teaching.org: Beitrag zu Moocs. http://www.e-teaching.org/lehrszenarien/mooc/index_html

Schulmeister, Rolf (Hrsg.) (2013). MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? Münster: Waxmannhttp://www.waxmann.com/fileadmin/media/zusatztexte/2960Volltext.pdf

 

 

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