Innovationsmanagement und Captain Kirk

18. Januar 2011 at 13:44 1 Kommentar

Liebe Leser,

heute möchte ich über ein Thema schreiben, welches ein bißchen nach Science Fiction klingt. Es geht um das Raumschiff Enterprise bzw. die TV-Serie „Star Trek“. Zu genau dieser Serie gab es vor ein paar Tagen auf ARTE eine zweiteilige Dokumentation. In dieser Dokumentation ging es aber nicht um die Dramaturgie oder die Fans oder die Maskenbildner. Es ging vielmehr um die Frage, wie diese TV-Serie unsere reale Welt nachhaltig verändert hat. Wenn man über diese Frage nachdenkt, fällt einem sicherlich zuerst der „Kommunikator“ auf. „Scotty beam me up“ wurde zu einem der bekanntesten TV-Sätze überhaupt. Und in der Tat – die Chefentwickler der Firma Motorola sollen laut dieser Dokumentation auf Basis dieses Kommunikators auf die Idee des Handys gekommen sein. Zudem war es lange Zeit ein wichtiges Ziel genau diese Variante für die mobile Kommunikation zu ermöglichen mit dem uns allen bekannten Klapphandy als Ergebnis.

Ein anderes Beispiel war das Design des Maschinenraumes der Enterprise. Einige Mitarbeiter der NASA nahmen dieses Design zum Vorbild und tatsächlich gibt es Schaltzentralen in der Triebwerksentwicklung, die so aussehen als hätte man sie direkt aus dem Raumschiff übernommen. Gleiches gilt für Tablet-PC’s wie das iPad oder das Galaxy Tab von Samsung. Selbst die Entwicklung des PC als Arbeitsstation inkl. Videochat wird zumindest in Teilen von Entwicklern von Apple und Microsoft der TV-Serie zugeschrieben.

All das mag noch halbwegs nachvollziehbar sein. Ich wusste von einigen dieser Zusammenhänge schon durch Artikel in Zeitungen etc. Dabei wurde sogar immer wieder darauf hingewiesen, dass selbst der Warp-Antrieb physikalisch möglich sei. Das Ganze hat irgendetwas mit Raumkrümmung zu tun. Bitte verzeiht, dass ich aufgrund meiner mangelnden Physikkenntnisse nicht näher darauf eingehe:-)

Was mich aber nun wirklich beeindruckte war die Aussage von Medizinern, dass die TV-Serie auch die Chirurgie beeinflusste. Die Idee ohne oder nur mit minimalen Schnitten auszukommen inkl. Laserbehandlungen bei Krebspatienten etc. soll ebenfalls durch die TV-Serie entstanden sein. Zumindest, so meinte es einer der Mediziner, sei man durch die Krankenstation von Dr. Mc Coy inspiriert worden.

Ob nun Star Trek alle diese Innovationen wirklich alleine hervorgerufen hat, weiß ich nicht. Das eine Science Fiction Serie inspiriert, kann ich mir gut vorstellen. Das Entscheidende ist meiner Meinung nach auch nicht, dass Menschen dadurch auf interessante innovative Ideen kamen. Viel interessanter ist die Tatsache, dass sie offensichtlich in einem Umfeld lebten und arbeiteten, bei dem diese Ideen auf einen fruchtbaren Boden fielen. Sie konnten diese teilweise exotischen Ideen weiter entwickeln. Diese Menschen gingen mit offenen Augen durchs Leben. Sie waren in der Lage auch auf Basis von exotischen Quellen wie der Science Fiction Innovationen zu denken und zu entwickeln.

Nun soll dies kein Aufruf an Kultur- und Bildungsinstitutionen sein, in Zukunft nur noch Star Trek zu schauen. Man muss dieses Genre mögen – sonst macht es keinen Sinn. Was wir aber davon lernen können ist, dass überall um uns herum Innovationen bzw. Inspirationen zu finden sind. Wir müssen nur die Augen aufmachen. Dabei sind es eher die kleinen Dinge, die etwas besser machen. Dr. Rudolf Mumenthaler von der ETH-Bibliothek meinte im Rahmen eines Vortrages, dass für ihn Innovationen auch kleine Verbesserungen sein können. Es muss also nicht immer etwas völlig Neues entwickelt werden. Von einer Cafe-Kette wie Starbucks können wir lernen, wie man einen Raum gestaltet, in dem Menschen gerne lernen – mit freiem WLAN und überteuertem Kaffee. Auch online können wir überall lernen. Überall gibt es spannende Plattformen und Webseiten, z.B. neue Ideen, wie man Twitter und Facebook nutzen kann.

Was wir ebenfalls davon lernen können ist in der eigenen Institution oder dem eigenen Unternehmen ein Klima zu schaffen, dass die Entwicklung von Innovationen begünstigt. Deshalb ist es wichtig, Ideen zuzulassen. Stellen wir uns vor, den Entwickler von Motorola hätte man ausgelacht, als er meinte er habe Star Trek gesehen und da sei er auf eine Idee gekommen….

Beste Grüße

Christoph Deeg

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1 Kommentar Add your own

  • 1. grins  |  22. Januar 2011 um 11:13

    Team Janeway grüßt Team Kirk.😉

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