Gamescom – Teil 2 – Software

31. August 2010 at 14:44 2 Kommentare

Liebe Freunde und Unterstützer der Zukunftswerkstatt,

heute geht es im zweiten Teil unserer Serie zur gamescom um das Thema Software. Damit sind nicht nur die Computerspiele gemeint. Vielmehr habe ich erleben können, dass auf der gamescom auch weitergehende Software präsentiert wird. Hierzu später mehr. Damit ich mich nicht wiederhole, werde ich auf die Spiele, die ich bereits in meinem letzten Beitrag zur Hardware präsentiert habe nicht nochmal eingehen. Diejenigen, die diesen ersten Beitrag noch nicht gelesen haben, können ihn hier nachlesen. Grundsätzlich sind die meisten Spiele äußerst komplex. Es dauert eine ganze Weile bis man sie soweit verstanden hat, dass man sie in einem eifachen Level spielen kann. Gleichzeitig ist es jedoch wichtig, Computerspiele selber zu testen und sich darüber auszutauschen. Die Zukunftswerkstatt hat hierfür mit dem Aufbau einer eigenen Roadshow begonnen. Dieses Projekt wird sich sowohl mit Computerspielen als auch mit dem Web 2.0 beschäftigen, denn wir glauben, dass beide Bereiche zusammengehören.

Spiele und Software testen auf der gamescom ist sehr anstrengend und macht sehr viel Spass:-) In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei unserem Projektpartner Electronic Arts für die Möglichkeit bedanken, ein paar Spiele in der weitaus ruhigeren Business-Lounge antesten zu können. Zudem waren hier auch Entwickler und fachkundige Promotoren anwesend. In der EA Business-Area habe ich dann auch einen alten Bekannten wieder getroffen:

Grundsätzlich möchte ich anmerken, dass ich bei den folgenden Beschreibungen und Beispielen keine Wertigkeiten einbauen werde. Für diesen Beitrag gibt es keine guten oder bösen Computerspiele. Genausowenig gibt es gute oder böse Spieler und Figuren. Selbst die vermeindlich Bösen lassen sich auf der gamescom gerne fotografieren:

Die Auswahl der Spiele in diesem Beitrag ist willkürlich. Ich möchte einen Überblick über meine Erfahrungen und Erlebnisse auf der gamescom geben. Wer noch mehr über Gaming und Games wissen möchte, kann mich entweder gerne kontaktieren oder aber eines unserer Seminare zum Thema Gaming besuchen.

Portal 2
Beginnen möchte ich mit meinem absoluten Lieblingsspiel. Es handelt sich dabei um den zweiten Teil von Portal.
Dieses Spiel mag auf den ersten Blick wie ein Ego-Shooter aussehen – aber es ist etwas ganz anderes:

Portal 2 ist eine Art dreidimensionales Puzzle mit einer gehörigen Portion Humor. Es geht nicht darum, irgendwelche Wesen zu erschiessen oder ähnliches. Vielmehr soll der Spieler die Physik des Raumes und bestimmter Stoffe verstehen und für sich nutzen. Interessant ist die Darstellung. Sie erinnert sehr stark an einen Ego-Shotter. Das Spiel macht nicht nur großen Spass – es könnte auch eine Art missing link zwischen vermeindlich normalen und den sog. serious games darstellen. Das Potential des Spieles ist hoch. Es zeigt vor allem, was man mit Physik und Räumlichkeit alles anstellen kann – ohne dabei langweilig zu sein. Ich persönlich freue mich sehr auf den Release – und ich denke für alle diejenigen, die nach einem Einstieg in die Welt der Computerspiele suchen ist es sicherlich sehr interessant. Meine Vorfreude geht soweit, dass ich mir nicht nur das T-Shirt zum Spiel sondern auch den Bildschirmhintergrund besorgt habe:-)

Das Youtube-Video wurde direkt während einer Vorführung auf der gamescom gedreht. Wer sich das Video in hoher Qualität ansehen möchte kann dies auf der Herstellerseite tun.

Crysis 2
Natürlich wurden auch die klassischen Ego-Shooter gezeigt. Ein Spiel, welches ich auch etwas länger testen bzw. anspielen konnte war Crysis 2:

In diesem Spiel geht es um einen Delta-Force-Soldaten namens Alcatraz, der die Erde vor einer Alieninvasion retten soll. Alles in allem ist Crysis vor allem eines: sehr schwer zu spielen. Obwohl ich ein bißchen Erfahrung im Spielen von Ego-Shootern habe, hatte ich gegen die Gegner keine Chance. Die KI (künstliche Intelligenz) ist sehr stark und passt sich kontinuierlich meinem Verhalten und meinen Strategien an. Zudem braucht es Zeit, das eigene Team zu organisieren. Die Orte an denen gespielt sind sehr komplex und detailgetreu dargestellt worden. Man mag über das Themengebiet der Ego-Shooter diskutieren. Sicher ist aber, dass dieses Spiel bezogen auf seine Zielsetzung beeindruckend war.

Fuball Manager 11
Spiele, die sich inhaltlich mit Sport befassen sind sehr beliebt. Ich selber teste für die Zukunftswerkstatt gerade den Fußball Manager 10. Dieses Spiel ist eine sehr komplexe Management-Simulation. Leider habe ich nur einen Trailer für FM10 finden können:

Es gibt eine riesige Zahl un unterschiedlichen Parametern, die einen Einfluss auf das Spiel haben. Man ist nicht nur Trainer sondern auch Manager eines ganzen Vereins. Als Trainer ist man verantwortlich für eine erste, eine zweite sowie einige Jugendmanschaften. Dies bedeutet Verantwortung für mehr als 100 individuelle Spieler. Als Manager trage ich die Verantwortung für den gesamten Verein inkl. Mitarbeiter, Marketing, Finanzen etc. Das Spiel ist zu komplex, um es hier zu beschreiben. Die Tiefe der Simulation zeigt aber, dass heute selbst komplexeste Simulationen möglich sind, die immer mehr der Komplexität der Realität entsprechen.

Pro Evolution Soccer
Ebenso komplex und detailgetreu ist das Spiel Pro Evolution Soccer. Hierbei geht es vor allem um das eigentliche Fußballmatch. Der Spieler tritt gegen den Computer oder andere reale Spieler an. Auch hier gibt es eine Vielzahl an einstellbaren Parametern. Dazu kommt die Notwendigkeit die verschiedenen Bewegungsabläufe der Figuren in all ihrer Komplexität zu verstehen und zu lernen.

Es braucht eine lange Zeit, die einzelnen Bewegungsabläufe der Spieler zu erlernen. Interessant ist hier vor allem die immer komplexer werdende Visualierung. Sowohl die Spieler, die Stadien als auch die Spielzüge und vor allem die Physik des Raumes inkl. Ball werden immer komplexer dargestellt.

Starcraft II
Mit Sicherheit eines der am meisten besuchten und erwarteten Spiele war Starcraft II. Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Echtzeit-Strategiespiel:

Im folgenden Video erfährt man mehr über das Spielsystem:

Spiele wie Starcraft II entwickeln sich immer mehr zu komplexen virtuellen Welten. Die Anzahl der zu treffenden Entscheidungen wächst stetig. Ziel ist es in der Regel einen Gegner zu bekämpfen bzw. bestimmte Sonderaufgaben zu erfüllen. Das Spiel kann sowohl alleine als auch zusammen mit anderen gespielt werden. Letzteres macht den eigentlichen Reiz des Spieles aus. Dabei kann es durchaus höchst professionell zugehen. Einige der Starcraft-Spieler verdienen bis zu 100.000.- € im Jahr. Der wahrscheinlich bekannteste Event sind die World Cyber Games.

Creative Gaming
Und nun zu einem ganz anderen Thema. Auf der gamescom konnte ich ein sehr spannendes Projekt kennenlernen: Die Initiative Cerative Gaming. Dieses Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels verschiedener Aktivitäten spielerisch mit Computergames zu arbeiten. Das Besondere: Einige der bekannten Computerspiele – inkl. Ego-Shooter – werden durch neue Funktionen erweitert bzw. werden ihre Möglichkeiten auf neue Art und Weise genutzt. Es ist nämlich ohne weiteres möglich, in Computerspielen etwas anderes zu machen als ursprünglich geplant wurde. Zwei Beispiele:

1. Trackmania

Das Auto-Rennspiel Trackmania ist sehr erfolgreich. Das Besondere an diesem Spiel ist die Möglichkeit, eigene Rennstrecken zu kreieren. Im normalen Spiel sieht dies so aus:

Mit ein bißchen Phantasie und ein bißchen Ausprobieren wird dann ein Ballett daraus:

Ein anderes Beispiel ist Halo, welches speziell für die XBOX360 und den PC entwickelt wurde. Das Spiel an sich sieht so aus:

Man muss aber nicht wild durch die Gegend schießen. Man kann, wenn man zusammen spielt, auch eine Talkshow in Halo durchführen:

Die Initiative veranstaltet auch das unabhängige Festival für Computerspiele Play10 in Potsdam.

Virtual Playbook
Eine anderes Thema ist die Frage, wie die Technologien aus dem Bereich Gaming für andere Aufgaben genutzt werden können. Dabei bin ich auf Virtual Playbook von Electronic Arts gestossen. Was ist Virtual Playbook? EA verfügt über einen hochentwickelte Grafik-Engine. Diese ermöglicht es, in Spielen hochauflösende und detailgenaue Grafiken zu verwirklichen. Daraus resultierend können auch reale Personen immer realitätsnäher dargestellt werden. Virtual Playbook nutzt dies aus, um die Darstellung realer Begebenheiten zu ermöglichen. In den USA wird dies vor allem bei der Sportberichterstattung genutzt. Die aufgenommenen Spielzüge werden durch die Games-Engine neu dargestellt. Dabei kann z.B. der Bewegungsablauf eines Sportlers angehalten werden oder aber seine die Kamerastellung neu berechnet bzw. geändert werden – was mit dem echten Video nicht möglich wäre. In der Realität sieht das dann so aus:

Kommen wir zum Abschluss der Beispiele zu einem Thema welches ich schon in meinem ersten Blogbeitrag zur gamescom angesprochen habe: Visualisierung. Dabei geht es um zwei zentrale Themen: 1. Die möglichst detailgenaue Darstellung von Phantasiewelten. 2. Die möglichst realitätsnahe Darstellung virtuell-realer Situationen. Die Qualität der Visualisierung ist in beiden Bereichen wirklich beeindruckend. Bezüglich der Darstellung realer Orte möchte ich Euch bitten, folgendes Video anzusehen. Der Bildschirm links oben ist das Spiel, während der Bildschirm rechts unten ein Fernsehmittschnitt eines echten Autorennens ist:

Was bedeutet dies nun alles für die Kultur- und Wissensvermittlung?
Computerspiele als Plattformen für die Kultur- und Wissensvermittlung – das alles klingt noch sehr exotisch. Allerdings gibt es es einige Gründe die dafür sprechen:

Computerspiele können heute nahezu jeden Inhalt sehr detailgenau visuell darstellen. Dabei ist es egal, ob es um virtuelle oder reale Inhalte geht. Die Computerpiele können aber nicht nur visualisieren. Sie können zudem komplexe Inhalte erfahrbar bzw. begreifbar machen. Simulationen und Strategiespiele aber auch die oft diskutierten Ego-Shooter sind in ihrer Handlung unglaublich komplex. Die Anforderungen an den Spieler gehen weit über die einfache Hand-Augen-Koordination hinaus. Für die Kultur- und Wissensvermittlung bedeutet dies, dass sie sich – m.E. auf gleicher Höhe wie Bücher – zur Darstellung bzw. Vermittlung selbst komplexer Inhalte sehr gut eignen. Die Gamesindustrie geht schon einen Schritt weiter. Angebote wie das Virtual Playbook von EA zeigen, dass die Möglichkeiten des Gamings immer mehr Teil unserer realen Welt werden.

Die meisten Spiele werden zusammen mit Anderen gespielt. Gamer sind mit dem Internet verbunden und ermöglichen es nicht nur zu spielen, sondern sich mit anderen über das jeweilige Spiel auszutauschen. Viele Spiele erinnern in ihrer Ästhetik und ihrem Design an Figuren und Formen aus unserer Kultur, unserer Geschichte und unserer aktuellen Realität. Sie zeigen zudem mögliche zukünftige Nutzungsformen von Medien.

Für Kultur- und Wissensinstitutionen ist es wichtig, zu verstehen, dass der Einfluss der Computerspiele auf die Kultur- und Wissensvermittlung in etwa genauso groß sein kann wie das Buch oder das Internet inkl. Web 2.0. Deshalb wird es notwendig sein, bereits jetzt mit dem Erlernen der Kulturtechnik Gaming zu beginnen. Auch wenn im Moment in der Kultur- und Wissensvermittlung nur sehr wenig mit Computerspielen passiert, sollte der richtige Zeitpunkt nicht verpasst werden. Ich möchte als Beispiel das Internet nennen. Um mit dem modernen Internet arbeiten zu können, werden eine Vielzahl an Kenntnissen vorrausgesetzt. Dabei geht es zum Einen um Technologie z.B. wie bediene ich einen Computer und zum Anderen um Gedankengänge z.B. wie erschließe und entdecke ich kontinuierlich neue Plattformen und Werkzeuge. Bei den Computerspielen verhält es sich genauso. Es ist wichtig zu verstehen, was jetzt gerade passiert, um sich auf kommende Aufgaben vorzubereiten.

Das man mit einen bißchen Phantasie beeindruckende Projekte entwickeln kann zeigt ganz deutlich das Projekt creative gaming. Ich denke wir sollten dieses Projekt als Vorbild nehmen. Es geht also nicht nur darum, Spiele zu verstehen oder sie zu spielen. Vielmehr sollte man mit den Spielen spielerisch spielen und sich dann überlegen, was man damit alles anfangen kann.

Beste Grüße

Euer Christoph Deeg

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Gamescom – Teil 1 – Hardware Gamescom – Teil 3 – Unsere Aktivitäten auf der Gamescom

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