Party in Hattingen oder wie bloggt man erfolgreich?

15. Juli 2010 at 10:20 1 Kommentar

Liebe Freunde der Zukunftswerkstatt,

in meinem letzten Beitrag habe ich schon ein bisschen über den Workshop für die Stadtbibliothek Hattingen im Rahmen des Projektes Lernort Bibliothek berichtet. Heute möchte ich über den zweiten Tag und die daraus resultierenden Fragestellungen berichten.

Die gute Nachricht zuerst: Die Stadtbibliothek Hattingen hat nun einen eigenen Blog gestartet. Während des Workshops wurde bei WordPress ein Blog angelegt und sofort mit der Erstellung von teilweise sehr amüsanten Inhalten begonnen. Natürlich war man stolz, nun „Teil“ der Welt des Web 2.0 geworden zu sein. Jedoch fragte sich das Team auch, ob überhaupt jemand Interesse daran haben würde? So richtig glaubte man nicht daran und es war die Zeit für einen Test gekommen. Also habe ich fleißig getwittert, dass man sich unbedingt den Blog der Stadtbibliothek Hattingen anschauen sollte. Dies habe ich auf ganz verschiedene Art und Weise getan. Wer sich die Tweets anschauen möchte kann dies hier tun. Nach nichteinmal 45 Minuten waren es bereits 36 Besucher. Mein Vorschlag war nun, ab 50 Besuchern zu feiern. Schließlich einigten wir uns darauf, dass es eine kleine Party geben würde, wenn an diesem Tag mindestens 100 Besucher den Blog besucht hätten. Natürlich habe ich auch dies getwittert und bereits nach 2 Stunden hatten wir die Marke von 100 Besuchern hinter uns gelassen. Heute habe ich erfahren, dass es insgesamt 360 Besucher gab und man fleißig in die Planung der Party eingestiegen ist.

Was können Kulturinstitutionen daraus lernen? Zum Einen ist es möglich, über ein gut funktionierendes Netzwerk eine Vielzahl Lesern zu generieren. Im Web 2.0 werden Informationen meistens sehr schnell verbreitet. Gerade Twitter eignet sich hervorragend, um Einzelpersonen und Gruppen zu aktivieren. Allerdings funktioniert dies nicht automatisch. Es braucht Zeit, genügend Follower bei Twitter zu haben. Zudem ist es wichtig, dass die Follower die getwitterten Informationen als relevant einstufen. Sicherlich würde nicht jedem Aufruf zum Besuch einer bestimmten Seite gefolgt werden. Es geht also um die Frage, ob die Follower meiner Aussage bzw. meinen Inhalten vertrauen.

Zum Anderen darf aber nicht vergessen werden, dass es mit diesem hohen (einmaligen) Besuchsergebnis nicht getan ist. Der Aufruf war gut, um einen einmaligen Event zu starten. Um aber langfristig erfolgreich zu bloggen, brauche ich spannende Inhalte bzw. sinnvolle Serviceangebote. Nur die Inhalte werden dafür sorgen, dass die Besucher meines Blogs auch wieder kommen. Für Kulturinstitutionen bedeutet dies, dass sie sich Gedanken über die zu vermittelnden Inhalte machen. Deshalb sollte überlegt werden, für welche Zielgruppe dieser Blog gedacht ist. Wenn ich z.B über Öffnungszeiten bzw. Ort und Zeitpunkt zukünftige Events schreibe, erreiche ich inhaltlich damit all diejenigen, die sich in der Nähe der Institution befinden. Für mich als Berliner ist es erstmal nicht so wichtig, ob ich weiß, wann ein Museum in Nürnberg, eine Bibliothek in Hamburg oder ein Opernhaus in Lübeck öffnet. (Es sei denn ich möchte es besuchen) Zudem würde ich selbst dann, wenn ich diese Information benötige eher selten darauf antworten. Das Web 2.0 zeichnet sich aber durch Interaktion und Kommunikation aus. Man ist als Kulturinstitution Teil der globalen Community und in dieser Community ist jeder zugleich Sender und Empfänger. Es stellt sich also die Frage, welche Inhalte für Menschen interessant sein könnten, die nicht in der Nähe der Institution wohnen bzw. keinen baldigen Besuch planen. Die gute Nachricht: Es gibt kaum jemanden, der über so viele spannende Inhalte schreiben kann wie Kulturinstitutionen. Ein Blog ist etwas anderes als eine Website – aber er kann sie ersetzen, wenn er gut gemacht wird:-)

Übrigens waren die Hattinger tolle Gastgeber und sehr sehr fleißig, wie man auf den Fotos erkennen kann….

Liebe Grüße

Christoph Deeg

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Einen oder viele Blogs???? Zukunftswerkstatt hat neues Logo

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