Box Shop in Bibliothek

24. April 2009 at 08:30 4 Kommentare

Box Shop ist ein ganz neues Geschäftsmodell aus Taiwan. In dem Laden kann man ein kleines Fach (ähnlich wie ein Schließfach mit Glastür) für relativ wenig Geld mieten und eigene Ware in dem Fach stellen. Der Vermieter bzw. der Box Shop Besitzer kümmert sich dafür, dass die Ware verkauft wird.

Das Geschäftsmodell ist jetzt in China und Taiwan total angesagt. Viele Leute, die kreative Ideen haben, stellen gerne ihre selbst gebastelte Ware in dem Box Shop. Von selbst gemachte Spielzeuge bis zu Schmucke steht dieser Laden zu ein kreatives Ideenpool und Ausstellungsraum für „Kunstwerke“. Für viele Bastler ist es eine ganz tolle Gelegenheit eigene Kreativität in der Öffentlichkeit zu präsentieren, dafür brauchen sie weder eigener Laden zu öffnen noch viele Zeit zu investieren.

Diese Idee von Box Shop übernimmt auch die Universitätsbibliothek TamKang, in der Bibliothek werden auch Fächer angeboten, die Studenten mieten und mit dem eigene Kreativität verkaufen kann. Aber die Unterschiede zwischen normales Box Shop ist, das Box Shop in der Bibliothek wird in ganz niedrigen Preis vermietet, die Ware dürfen nur selbst gebastelt sein und die Fächer werden von den Studenten selbst betreut.

Die Situation bei Universitäten in China (auch in anderen Ländern) ist ein bisschen anderes als hier in Deutschland, die Studenten wohnen normalerweise auf dem Campus. Die Universitätsbibliotheken kann man unmittelbar in wenigen Minuten erreichen. Einerseits erfüllt die chinesischen Hochschulbibliotheken der Informationsbedarf für die Forschung, andererseits leisten die Bibliotheken eine wichtige Funktion als sozialer Treffpunkt in dieser kleinen Campus-Gesellschaft. (vielleicht kann man sie als wissenschaftlich-öffentliche Bibliothek nennen.)

Mit dem Box Shop in der Universität versuchen die Bibliothek die Studenten untereinander zu vernetzen, Ideen entwickeln und die soziale Funktion der Universitätsbibliothek zu verstärken. Box Shop in Bibliothek – ist es nicht eine Art von user-generated-content in Bibliothek?

Vielen Dank den taiwanesischen Kollege für den Hinweis!

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4 Kommentare Add your own

  • 1. christoph deeg  |  24. April 2009 um 10:32

    Hallo Jin,

    tolle Idee: „wissenschaftlich-öffentliche Bibliotheken“

    Christoph

  • 2. jintan  |  24. April 2009 um 12:41

    Danke Christoph, in China ist das Campus wie eine kleine Gesellschaft. Dadurch, dass die Studentenwohnheime sehr klein und kein schöner Lernort sind, werden die Hochschulbibliotheken viel intensiver genutzt als hier.

    Ich finde es auch toll, wenn die Hochschulbibliothek auch die Funktion als sozialer Treffpunkt leisten können.

  • 3. crocksberlin  |  24. April 2009 um 13:27

    Wollen denn die wissenschaftlichen Bibliotheken auch sozialer Treffpunkt sein? Bzw. wollen sie das nur für Studenten sein? Könnte das Web2.0 zu einer Art virtueller Schnittmenge werden, bei der sowohl die wissenschaftlichen als auch die öffentlichen Bibliotheken zusammenarbeiten – und dabei ihre Eigenständigkeit behalten?

    Was denkst Du?

    Christoph

  • 4. jintan  |  27. April 2009 um 22:18

    Lieber Chris,
    ich finde persönlich, dass die wissenschaftliche Bibliothek ihre soziale Funktion vernachlässigt wird. (es könnte vielleicht der Grund sein, dass hier in Deutschland die Unterschied zwischen wissenschaftlich und öffentliche Bibliothek so stark ausgeprägt wird)

    Es könnte der erste Schritt sein, dass die wissenschaftlichen Bibliotheken die Dienstleistungen sowie Games oder Box Shop anbieten können, damit die wisenschaftlichen Communities in der Bibliothek entstehen können. Im Prinzip sollte es auch mit Web2.0 genau so funktionieren, denke ich mal.

    Liebe Grüße,
    Jin

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