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Tool der Woche – QRpedia

Vor ein paar Monaten besuchte ich mit meinen besten Freunden das wunderschöne Prag. Aus unserem verlängerten Wochenende wurde ein wunderschöner Kurzurlaub. Natürlich konnten wir nur einen kleinen Teil der vielen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt besichtigen, darunter die Prager Rathausuhr.

Als ich später in den Wikipedia-Artikeln über Prag schmökerte, war ich mal wieder verblüfft, wie informativ und ausführlich die ehrenamtlich erstellten Artikel gehalten sind: Es ist sogar beschrieben, wie das astronomische Zifferblatt zu lesen ist. Wer über ein Smartphone verfügt, kann auf diese Erläuterungen sofort zugreifen, wenn er unmittelbar vor dem Astrolabium steht.

Monmouthpedia Abb.: QRpedia-Code in Monmouth (Monmouthshire County Council, Lizenz: CC-BY)

Wie lassen sich Verbindungen zwischen einem Ort oder Objekt und den im Netz verfügbaren Informationen schaffen?

Eine Antwort auf diese Frage stellt QRpedia dar: QR-Codes an Gebäuden, Informationstafeln oder Ausstellungsstücken beinhalten einen Link zur relevanten Wikipedia-Seite. Auf einer eigenen Internetseite können spezielle QR-Codes erzeugt werden. Beim Abrufen eines QRpedia-Codes wird die Spracheinstellung des mobilen Endgeräts ausgelesen und die Verfügbarkeit einer Wikipedia-Seite in der jeweiligen Sprachversion geprüft.

Eine besonders ambitionierte Umsetzung dieser Idee ist Monmouthpedia: Monmouth in Wales ist die erste Wikipedia-Stadt. Ein ähnliches Projekt in Deutschland ist BremenpediA. Auch das Museum für Hamburgische Geschichte setzt QRpedia ein.

C.K.

21. November 2014 at 10:39 Hinterlasse einen Kommentar

Verzweifelt gesucht… Open E-Books in Bibliotheken

Dieser Beitrag von Rudolf Mummenthaler wurde in der Kolumne der Zukunftswerkstatt im Bibliotheksdienst Heft 2/2014 veröffentlicht.

Verzweifelt gesucht… Open E-Books in Bibliotheken

In der Diskussion um Open Access liegt der Fokus bei der Publikation von wissenschaftlichen Beiträgen in Fachzeitschriften. Aber der Grundsatz des ungehinderten öffentlichen Zugangs gilt natürlich auch für Monografien, bzw. E-Books. Noch hat sich hier allerdings kein vernünftiges Verfahren etabliert, wie man als Autorin oder Autor eine Monografie unter einer Open Access-Lizenz bei einem Verlag publizieren kann. Oder anders herum: die Kosten für das „Freikaufen“ eines ganzen E-Books übersteigen die Möglichkeiten von Autorinnen und Autoren massiv.

Ich will jetzt aber gar nicht über mögliche Geschäftsmodelle für den Goldenen Weg bei E-Books reden, sondern darüber, wie Bibliotheken mit Open E-Books umgehen oder eben nicht umgehen. Auf die Problematik aufmerksam wurde ich an der Konferenz OAI8 im Juni 2013 in Genf.[1] Dort berichtete Rupert Gatti von Open Book Publishers[2] über das absurde Phänomen, dass Bibliotheken mit seinem Angebot an Open E-Books nichts anfangen konnten. Erst als er die E-Books seines Verlags via Aggregatoren verkaufte, wurden sie von Bibliotheken gekauft und in ihre Kataloge aufgenommen. OK, diese Open E-Books wären nicht kostenlos (open but not free…) erhältlich gewesen, aber es mutet schon komisch an, wenn erst ein (bestimmt teurer) Umweg über einen Zwischenhändler nötig ist, damit E-Books von Bibliotheken erworben werden.

Wir haben uns auf der Konferenz über die möglichen Gründe unterhalten. Wir sind dabei zur Einsicht gekommen, dass diese freien E-Books den gängigen Geschäftsprozessen in Bibliotheken zuwiderlaufen und dass sie deshalb nicht berücksichtigt werden. Da wäre zum einen das Format: ein E-Book im EPUB-Format liegt als Datei in dem entsprechenden Format vor (z.B. mybook.epub), die auf einer Website zum Download bereitgestellt wird. Nun müsste eine Bibliothek, möchte sie diese Datei in ihren Bestand übernehmen, dieses File auf einem eigenen Server zum Download für ihre Kunden bereitstellen, wenn es nicht in die Plattform eines Verlags integriert ist und von dort bezogen werden kann. Eigentlich wäre ein Repositorium, wie es an vielen Hochschulen betrieben wird, dafür durchaus geeignet. Doch sind diese Repositorien in der Regel nur für Publikationen aus der eigenen Hochschule gedacht und können deshalb nicht als Plattform für beliebige Dateien genutzt werden. Glücklich ist, wer an seiner eigenen Hochschule über eine Plattform verfügt, die geeignet ist, ein E-Book in mehreren Formaten abzuspeichern und anzubieten. In dieser Lage ist man an der ETH Zürich: die ETH E-Collection bietet die Möglichkeit, ein E-Book als EPUB, Mobi und als PDF abzuspeichern und liefert dazu gleich noch eine DOI.[3] Und seit neustem noch den Button zum Download nach Mendeley… Gut, das abgebildete Beispiel ist kein „wirkliches“ E-Book, also keine Monografie, sondern nur ein Artikel aus einem Sammelband. Aber das Prinzip ist das Gleiche. Und über diesen Eintrag in der ETH E-Collection wird das E-Book im Bibliothekskatalog (bzw. dem Wissensportal der ETH-Bibliothek[4]) als „Online-Ressource“ angezeigt und von da an den Gesamtkatalog Swissbib weitergereicht, wo es als „E-Book“ such- und findbar ist.[5] So sollte es eigentlich sein…

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Abbildung 1: Screenshot aus dem Repositorium ETH E-Collection mit einem E-Book in drei Formaten

Einfacher wird die Aufnahme in den Katalog, wenn das E-Book auch in einer Webversion vorliegt. Darauf sind Bibliotheken und ihre Regelwerke mittlerweile eingestellt, und diese Website lässt sich dann als „Online-Ressource“ katalogisieren. Auf diese Weise hat mich unsere Bibliothekarin an der HTW Chur überrascht, als sie mir mitteilte, sie hätte jetzt mein E-Book über E-Books katalogisiert. Dabei handelt es sich um ein E-Book, das als Website und in verschiedenen Formaten vorliegt – produziert mit WordPress über den Anbieter Pressbooks.[6] Bei der Selbstpublikation von E-Books ist also ratsam, den Inhalt auch über eine Website zugänglich zu machen.

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Abbildung 2: Screenshot der Webversion eines E-Books in der Titelanzeige im Verbundkatalog NEBIS

Zudem spielt bei der zögerlichen Haltung der Bibliotheken gegenüber Open E-Books noch der Aspekt der Qualitätssicherung mit: bei selbstpublizierten E-Books stellt sich die Frage, wie vertrauenswürdig die Quelle, die Plattform oder die Autorin/der Autor ist. Entsprechend tun sich Bibliothekarinnen und Bibliothekare etwas schwer bei der Auswahl, zumal E-Books sonst „bequem“ in Form von Paketen gekauft oder lizenziert werden.

In der Folge bin ich dem Phänomen Open E-Books in Bibliotheken weiter nachgegangen. Ich habe stichprobenartig getestet, ob als Open E-Books vorliegende Klassiker in Bibliotheksbeständen nachgewiesen werden. Dafür ist das Project Gutenberg die ideale Quelle.[7] Hier wurden bisher gegen 44’000 gemeinfreie Klassiker digitalisiert, die unter einer offenen Lizenz in unterschiedlichsten Formaten online angeboten werden. Ich habe den Test mit Ulysses von James Joyce gemacht. Das Werk ist samt Katalogisat auf einer Webseite zugänglich.[8] Einen kleinen Haken habe ich hier allerdings gefunden: es gibt keinen persistent identifier für diese Seite, also weder eine URN noch eine DOI. Eine Recherche in verschiedenen Bibliothekskatalogen und Portalen – unter anderen in Swissbib,[9] dem Gesamtkatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken, oder im KVK[10] – hat keinen einzigen Treffer zu diesem E-Book ergeben. Im KVK findet sich zwar eine E-Book-Ausgabe von Ulysses, es stammt jedoch bezeichnenderweise aus einem lizenzierten Paket, das über den Aggregator EBL angeboten wird. Im Angebot der Onleihe (gesucht bei Onleihe Hamburg und beim Ostschweizer Verbund DibiOst[11]) findet sich kein E-Book von James Joyce. In den Online-Stores gibt es den Titel meist zu einem günstigen Preis ($ 0.95 bei Sony, 0.49 € bei Amazon € 1.99 bei Thalia), sogar gratis (im iBookstore) oder zu einem satten Preis von € 9.99 (bei Thalia). Diese E-Books sind in der Regel mit dem DRM des jeweiligen Anbieters versehen und sind somit in der Nutzung eingeschränkt – im Gegensatz zu den Open E-Books aus dem Project Gutenberg.

Zurück zu den Bibliotheken: Aus meiner Sicht wäre es doch für Bibliothekskunden ein interessantes Angebot, wenn sie Klassiker als E-Books ohne DRM beziehen könnten. Wir planen deshalb an der HTW Chur ein Projekt, um eine Plattform einzurichten, welche die für die Integration in Bibliothekskataloge nötigen Voraussetzungen erfüllt. Interessierte Bibliotheken können sich gerne bei mir melden…

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Rudolf Mumenthaler, HTW Chur und Zukunftswerkstatt

Kontakt: rudolf.mumenthaler@htwchur.ch

(c) HTW Chur


[1] http://indico.cern.ch/conferenceDisplay.py?confId=211600

[2] www.openbookpublishers.com

[3] http://e-collection.library.ethz.ch/view/eth:41815

[4] www.library.ethz.ch

[5] http://www.swissbib.ch/TouchPoint/perma.do?q=0%3D%22139670106%22+IN+%5B4%5D&v=nose&l=de

[6] http://mrudolfebooks.pressbooks.com

[7] www.gutenberg.org

[8] http://www.gutenberg.org/ebooks/4300

[9] www.swissbib.ch

[10] http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html

[11] http://www.dibiost.ch

3. März 2014 at 11:04 1 Kommentar

Ein kurzer Blick zurück

In Heft 1/2014 erschien im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne folgendes Übersicht über Projekte und Partner der Zukunftswerkstatt. In 2014 geht es spannend weiter – dazu in Kürze mehr!

Die Zukunftswerkstatt und Trends des Jahres 2013

Die erneute Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Partnern ermöglichte der Zukunftswerkstatt auch 2013 die Auseinandersetzung mit neuen Enwicklungen und interessanten Trends im Bibliotheks- und Kulturbereich. Ein Schwerpunkt lag darauf, Personen zu Wort kommen zu lassen, deren Blick auf Bibliotheken durch geografische Distanz oder ein besonderes Verständnis aktueller kultureller und gesellschaftlicher Entwicklungen geprägt ist.

Im Februar 2013 traf Eli Neiburger, stellvertretender Direktor der Ann Arbor District Library und Gamer, im Rahmen seiner einwöchigen Deutschlandreise auf ein interessiertes und diskussionsfreudiges Publikum von Bibliotheksmitarbeitern, Gamern, Forschern und Eltern. Seine von der US-Botschaft Berlin unterstützte Vortragsreise führte ihn in das Computerspielemuseum Berlin, die Stadtbibliothek Wolfsburg, das Deutsch-Amerikanische Institut in Tübingen (eine Partnerinstitution der Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga der Zukunftswerkstatt), die Badische Landesbibliothek Karlsruhe, die Bayerische Staatsbibliothek München und die Stadtbibliothek Köln.[1] Neiburger vertrat nachdrücklich seine Auffassung, dass die Programmarbeit mit Computerspielen Bibliotheken helfen kann, ihre Kernaufgaben wahrzunehmen, zu denen heute reine Bestandsorientierung nicht mehr gehören kann.

Schwerpunktaktivität der ersten Jahreshälfte war die Fortführung der ersten Deutsch-Amerikanischen Gaming Liga, an der sich mehr als ein Dutzend Pilot-Bibliotheken und Kultureinrichtungen aus Deutschland und den USA beteiligten und gegeneinander antraten. Das Deutschlandfinale fand im Mai 2013 in der Stadtbibliothek Wolfsburg statt. Drei Finalisten aus Deutschland traten nach dem Motto “Spielend über den Großen Teich” eine Reise in die USA an, um in Michigan mit den amerikanischen Teilnehmern um den Sieg zu wetteifern. Sprachliche Barrieren und die Entfernung hinderten die jungen Leute daran nicht; die ausrichtenden Bibliotheken durften sich über ein positives Presseecho freuen. Eine Fortsetzung der Aktion soll durch das offizielle Projektende nicht ausgeschlossen sein.

Beim Bibliothekskongress in Leipzig wurde 2013 am Stand der KIBA-Lounge zum zweiten Mal der vom DeGruyter-Verlag gestiftete und von der Zukunftswerkstatt mit initiierte Preis “Zukunftsgestalter in Bibliotheken” verliehen. Die Jury, bestehend aus Prof. Cornelia Vonhof, Julia Bergmann, Uwe Nüstedt, Dr. Hannelore Vogt und Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar Mittler,  entschied sich für die Projekte “DigiTABBerlin” der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und “Dynamische Ordnung dank RFID-Technologie” der Kunstbibliothek Sitterwerk aus der Schweiz.[2]

Unbenannt

Die Zusammenarbeit der Zukunftswerkstatt mit dem DeGruyter-Verlag und eine Neuausrichtung des “Bibliotheksdienstes” trafen bei der Idee zusammen, ab Heft 6/2013 eine Kolumne in dieser Zeitschrift anzubieten. Die Texte der Kolumne werden jeweils zeitgleich zum Erscheinen des gedruckten Heftes auch Open Access angeboten. Die Verbreitung in den sozialen Netzwerken ermöglicht dabei ein unmittelbares Leserfeedback und Vernetzungsmöglichkeiten mit Akteuren mit ähnlichen Arbeitsschwerpunkten. Das Thema “Bibliotheken als mögliche CoWorking-Spaces” hat in diesem Jahr besonders spannende Rückmeldungen ergeben. Unterschiedliche Auffassungen zur Rolle der Bibliotheken versprechen auch im weiteren Verlauf der in diesem Zusammenhang für 2014 geplanten Projekte interessante Diskussionen.

 Die erste Kolumne befasste sich mit dem Online-Selbstlernkurs “23 mobile Things”, einem kostenlosen, blogbasierten modularen Lehrgang für Bibliotheksmitarbeiter zum Erwerb von Kenntnissen über mobile Apps, die für den Einsatz im Bibliotheksbereich geeignet sein können. Die Reihe wurde von Zukunftsentwickler Jan Holmquist in einer dänisch-neuseeländischen Kooperation nach der “23 Things”-Idee konzipiert. Gabriele Fahrenkrog übersetzte die Inhalte für die hiesige Bibliotheksszene ins Deutsche, passte die Plattform für das deutsche Fachpublikum an und baute die Support-und Kommunikations-Infrastruktur über Facebook und Twitter auf. Gabriele Fahrenkrog zieht Mitte November 2013 der Autorin dieser Kolumne gegenüber eine erste Bilanz zur Reichweite:

“Die Facebookseite dient als Nachrichtenforum hauptsächlich dazu, Informationen zu verbreiten. Da die vorrangige Kommunikationsplattform für den Kurs Twitter ist, ist es nicht verwunderlich, dass eigentlich keine Unterhaltungen auf FB stattfinden. [...] 112 Leute haben ‘gefällt mir’ geklickt, durchschnittlich sehen etwa 200 Leute einen Beitrag zum Kurs auf Facebook. Laut Facebook-Statistiken liegt die Reichweite der Seite bei bislang 755 Nutzern aus 10 Ländern. [...] Auf Twitter folgen dem Account derzeit 213 Leute. Von zwei Bibliotheken aus NRW ist bekannt, dass dort das gesamte Team geschlossen am Kurs teil nimmt. Ansonsten lassen die (wenigen) Rückmeldungen darauf schließen, dass vor allem persönliches Interesse die Motivation für eine Teilnahme am Kurs ist. Am Twitter-Chat zum Kurs im Juli 2013 nahmen etwa ein Dutzend Leute teil. [...] Das Blog hat 41 aktive Follower. Mit insgesamt 32 Kommentaren zu den Artikeln bis jetzt, wird von dieser Möglichkeit zu kommunizieren eher wenig Gebrauch gemacht. 5.176 Besucher hatte das Blog bislang, das entspricht etwa 30 Besuchern pro Tag. Insgesamt gab es 16.305 Seitenaufrufe bei bis heute (10.11.2013) durchschnittlich 86 Seitenaufrufen pro Tag.” 

Zukunftsentwicklerin Melanie Kleist begleitete den Kurs als Supportgeberin bei Twitter-Anfragen zu den 23 Dingen. Die von Melanie Kleist betreute und maßgeblich umgesetzte Zukunftswerkstatt-Reihe “Tool der Woche” ergänzte und flankierte den Online-Kurs häufig, was die App-interessierte Fachcommunity erneut positiv aufnahm. Eine eigene Kategorie im Zukunftswerkstatt-Blog bietet einen Überblick über die getesteten Tools, die einen alternativen Blick auf Suchmaschinen, Terminfindungstools, Online-Wörterbücher, Messenging-Dienste, Apps für alle geografischen Lebenslagen und Augmented-Reality-Anwendungen wirft.[3] Das Teilen der Beiträge in den sozialen Netzwerken sorgte auch hier für weitere Anregungen und einen unverstellten Blick.

2014 wird die Zukunftswerkstatt neben Veröffentlichungen wieder beim Bibliothekartag präsent sein und im Weblog unter www.zukunftswerkstatt.org über die Vorbereitungen berichten. Die Gruppe der Zukunftsentwickler freut sich auf ein Wiedersehen in Bremen!

Kontakt: zukunftsentwickler@zukunftswerkstatt.org

Hier geht es zur zitierfähigen Open Access-Version dieser Kolumne: http://www.degruyter.com/view/j/bd-2014-48-issue-1/bd-2014-0011/bd-2014-0011.xml


[1] Den Videomitschnitt von Eli Neiburgers (englischsprachigen) Vortrag: “Neue Spiele – Neues Lernen – Neue Bibliotheken” in Köln ist online: http://vimeo.com/60248907

[2] Bericht im Blog der Zukunftswerkstatt: http://zukunftswerkstatt.wordpress.com/2013/03/12/zukunftsgestalter-in-bibliotheken-2013-2/ Ausführliche Projektportraits lassen sich in der Zeitschrift Bibliothek, Forschung und Praxis, Heft???, nachlesen.

[3] http://zukunftswerkstatt.wordpress.com/category/tool-der-woche/

31. Januar 2014 at 13:32 Hinterlasse einen Kommentar

Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014 gesucht // Zukunftswerkstatt mit tollen Gästen auf dem Bibliothekartag in Bremen

Die Verleihung des Preises „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014“ findet auf dem diesjährigen Bibliothekartag in Bremen wieder auf der Aktionsfläche der Zukunftswerkstatt statt – da, wo auch zwei besondere Referentinnen aus den USA sprechen werden. Mit Meg Backus und Tara Radniecki konnten wir zwei Expertinnen für den diesjährigen Schwerpunkt der Zukunftswerkstatt „Neue digitale Arbeitswelten- Maker Spaces, Fab Labs&Co.“ – nach Deutschland holen. Backus und Radniecki werden unsere Aktivitäten mit einigen interessanten Vorträgen auf der Aktionsfläche der Zukunftswerkstatt  begleiten. Tara Radniecki ist Academic Librarian an der Reno University in Nevada und Meg Backus arbeitet als System Librarian in der Chattanooga Public Library.

Zukunftsgestalter2014

Für den Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ möchten wir auch in 2014 wieder all diejenigen einladen sich zu bewerben, die in Bibliotheken nach vorne blicken und ihre innovativen Ideen auch konkret in Projekte umsetzen, ob nun allein oder im Team. Natürlich können auch zukunftsweisende Ideen und Projekte anderer Informationsprofis vorgeschlagen werden.

Hier die wichtigsten Punkte:

- der Verlag De Gruyter stiftet den Preis, verliehen wird er in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. im Rahmen des 103. Bibliothekartags vom 3. bis 6. Juni in Bremen.

- man kann sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen bitte die Annahmebereitschaft vorab klären.

- Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken sowie andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum oder in deutschsprachigen Bibliotheken des Auslands.

- Folgende Unterlagen bitte beim DeGruyter-Verlag als E-Mail-Attachment (senden an: alice.keller@degruyter.com) bis zum 31. März 2014 einreichen: eine max. 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Projektes oder Produktes, die sich auf die unten genannten Kriterien beziehen muss, und eine sehr knappe Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder.

- Prämiert werden zwei Einzelpersonen oder Gruppen. Ausgezeichnet werden konkrete Aktivitäten, die in Bibliotheken selbst, im Umkreis von Bibliotheken oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kommen. (besonders: Projekte und Services, die Nutzer zum Mitmachen anregen oder sich zur Übertragung auf andere Einrichtungen eignen und die entweder im Verlauf der letzten zwei Jahre erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurden oder noch in der Entwicklung sind. Dann sollte das Endresultat aber schon absehbar sein.

- Beide Preise sind mit 500 Euro dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten ein Anerkennungszertifikat, präsentieren ihr Projekt während des Bibliothekartags in Bremen und können über ihr Projekt in der Zeitschrift BFP und auf dem Blog der Zukunftswerkstatt berichten.

- eine fünfköpfige Jury, die sich aus Herausgebern der Zeitschrift BFP und Mitgliedern der Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung e.V. zusammensetzt, beurteilt die Vorschläge anhand des unten stehenden Kriterienkataloges. Die Beratung erfolgt nicht öffentlich, die Auswahlentscheidung ist endgültig und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt

Und das sind die Kriterien, nach denen die Jury bewertet.

Zukunftsrelevanz: Setzt das Projekt neue Standards für die Zukunft? Wie schätzen Sie dieses Potential ein?
Innovation und Kreativität: Was ist an diesem Projekt innovativ oder kreativ? Bitte geben eine Einschätzung dazu ab.
Übernehmbarkeit: Kann es von anderen übernommen oder für deren Zwecke adaptiert werden? Wie schätzen Sie diese Möglichkeit ein? Welche Tools oder Unterstützung werden zur Verfügung gestellt.
Daneben werden bewertet:
Kooperation: Wie wurden Partner in der Konzeption und Umsetzung eingebunden?
Teilnehmeraktivierung: Hat das Projekt zu einer Teilnehmeraktivierung geführt, wird selbständiges Tun bei Teilnehmenden angeregt? Bitte nennen Sie Beispiele und liefern Sie möglichst einen Nachweis.
Nachhaltigkeit: Wie wird für die Nachhaltigkeit des Projektes gesorgt; inwieweit ist die Innovation dauerhaft? Welche Maßnahmen haben Sie umgesetzt oder sehen Sie künftig vor?
Effekt: Was hat sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden positiv bewegt?
Motivation: Was waren Motivation und/oder Anlass für das Projekt?

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Jahre 2012 und 2013 werden hier vorgestellt:
http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi240512.pdf und
http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi130313.pdf

Wir freuen uns auf Eure Bewerbung oder Euren Vorschlag.

Kontakt:
Dr. Alice Keller, Senior Editorial Director
Library and Information Science & Reference
De Gruyter Saur, Rosenheimer Str. 143
D-81671 München
Tel. +49 (0)89 76 902-253
Email: alice.keller@degruyter.com

18. Januar 2014 at 12:15 Hinterlasse einen Kommentar

Makerspaces – eine Bewegung erreicht Bibliotheken

Dieser Beitrag von Cordula Nötzelmann erscheint in gedruckter Form
im Rahmen der Zukunftswerkstatt-Kolumne in: Bibliotheksdienst 11/2013

Museen tun es, Schulen tun es, Gemeindeeinrichtungen tun es, Bibliotheken bieten ihn schon lange – einen Ort, der es den Besuchern erlaubt, selbst kreativ zu sein und sich auszuprobieren: Videoschnittplätze, Film-Workshops, Multimedia-Labore, Roboter-Workshops und ähnliches ergänzen teilweise schon seit den 1990er Jahren die Programmarbeit und das Standardangebot vieler Bibliotheken. Auch die klassische Bastel-, Musizier- oder Strickstunde öffentlicher Bibliotheken geht natürlich bereits in die Richtung, die das gemeinschaftliche Werken, gegenseitiges Helfen beim Ausprobieren von verschiedenen Techniken und Materialien an einem öffentlichen, der Gemeinschaft gewidmeten Raum fördert.

Doch es ist etwas[1] passiert: 2013 scheint das Jahr der 3D-Drucker in öffentlichen Bibliotheken zu sein, und Bibliotheken in aller Welt[2] befassen nun auch strategisch mit der Makerspace-Idee des 21. Jahrhunderts. Die zunehmende Virtualisierung ehemals gedruckter Bibliotheksbestände und die Online-Verfügbarkeit klassischer Bibliotheksdienstleistungen schaffen hierfür beste Voraussetzungen.

Frei werdende Flächen können umgenutzt und – der Bibliothek als Ort entsprechend -  der Community zur Verfügung gestellt werden. Vorhandenes Know-How der Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wird abgerufen oder auch neu aufgebaut, um Bibliotheksbesucher zu beraten und vermehrt öffentliche Räume zu schaffen, in denen Wissen unter kundiger Anleitung nicht nur konsumiert, sondern auch produziert und kreativ angewendet werden kann.

An solchen zumeist FabLab, Hackerspace oder Makerspace genannten Orten[3] können die Bibliotheksbesucher allein, unter Anleitung oder gemeinsam mit anderen neue Technologien und Werkzeuge testen, sich eine Meinung bilden, an innovativen Entwicklungen partizipieren, neue Kompetenzen entwickeln und die selbst erstellten Produkte verwenden oder (digital oder analog) weiterverarbeiten. Viele Bibliotheken, die sich mit der Maker-Idee befassen, haben sich daher für die Beschaffung eines 3D-Drucker entschieden. Anders als ein herkömmliches Kopiergerät, das selbstverständlich in den meisten Bibliotheken anzutreffen ist, erfordert der Vorgang des 3D-Druckens Vorwissen im Bereich 3D-Design und die Auseinandersetzung mit einer für viele faszinierenden Art der Produktion von Alltagsgegenständen. Die hohe Nachfrage bei allen Altersgruppen zeigt, dass Kultureinrichtungen hier einen Informationsbedarf decken. Ähnlich anwendungsbezogene Möglichkeiten, für die sich sehr viele Menschen interessieren, finden sich im Bereich digitaler Musik und Entwicklungen im TV-Sektor. Streaming und “On demand”-Lösungen sind Vertriebswege, die es für Bibliotheksbestände noch nicht gibt – dennoch können sie durch einen Makerspace in der Bibliothek präsent sein.

Die Chattanooga Public Library, Arbeitsstätte des Zukunftsentwicklers Justin Hoenke, verfügt über einen ausgedehnten Makerspace, der nicht nur die technische Ausrüstung bereithält, sondern auch verschiedene Aktionen und Programme, z.B. Maker Days, veranstaltet.[4] Berühmtheit erlangt hat auch der 2012 eröffnete Makerspace der Westport Public Library in Connecticut.[5] Im Blog des Library as Incubator Project[6] können weitere Makerspace-Aktivitäten zumeist US-amerikanischer Bibliotheken nachgelesen werden. In deutscher Sprache informiert der Blog bibliothekarisch.de[7] über aktuelle Entwicklungen. Die Hauptbibliothek in Aarhus, deren Fertigstellung für das kommende Jahr angekündigt ist, hat sich im großen Stil der Makerspace-Idee verschrieben. Die Kooperation mit dem Open Space Aarhus wird dann intensiviert werden.[8] Als großes öffentliches Bibliothekssystem in Deutschland hat dieses Jahr die Stadtbibliothek Köln einen Musik- und Makerspace eröffnet.[9]

Makermap

themakermap.com: Ausschnitt: Europa

 

Doch dass auch kleinere Bildungseinrichtungen nicht ohne Makerspace auskommen müssen, zeigen Beispiele von US-amerikanischen Schulbibliotheken.[10] Eine Realschule aus dem Stuttgarter Raum machte 2013 auf den Messen Make Munich und Gamescom im Rahmen des Jugendforums NRW auf sich aufmerksam, wo sie ihr Pilotprojekt 3D-Druck an Schulen präsentierte und Workshops durchführte.[11]

Makerspaces als weithin sichtbare Konsequenz aus aktuellen Entwicklungen des Medienmarktes werden in Bibliotheken überwiegend aus Drittmitteln finanziert und in Projektzusammenhängen etabliert. Diesen Bibliotheken ist gemeinsam, dass sie sich dabei selbst als Experimentierfeld begreifen, ihren Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in aktuelle Strömungen geben wollen und den kurzen Entwicklungszyklen im Bereich neuer Technologien mit Interesse und Offenheit entgegen sehen. Es wird spannend sein zu sehen, welche weiteren Möglichkeiten es für Bibliotheken gibt, ihren Besucherinnen und Besuchern attraktive Angebote zu machen, während die Bedeutung des gedruckten Bestandes schwindet.

Cordula Nötzelmann, Stadtbibliothek Köln und Zukunftswerkstatt

Kontakt: cordula.noetzelmann@zukunftswerkstatt.org

Alle Webadressen wurden zuletzt geprüft am 26.08.13

 


 

[1] Das US-amerikanische Institute of Museum and Library Services spricht in einem Paper aus dem September 2012 von einer “explosionsartigen” Verbreitung der aus Sicht des IMLS förderungswürdigen Makerspace-Bewegung im Bereich der Museen und Bibliotheken: http://www.imls.gov/assets/1/AssetManager/Makerspaces.pdf, S.1

[2] Die NextLibrary-Konferenz in Aarhus befasste sich im Juni 2013 mit innovativen Bibliothekskonzepten, u.a. makerspaces. Sie wurde von 350 Teilnehmern aus 38 Ländern besucht: http://www.nextlibrary.net. Eine Karte von existierenden Makerspaces aller Branchen findet sich hier und kann ergänzt werden: http://themakermap.com/ – Bibliotheken sind spärlich vertreten, während Co-working Areas (vgl. Zukunftswerkstatt-Interview mit Karin Passig in: Bibliotheksdienst Heft 10/2013) relativ häufig in Verbindung mit Makerspaces anzutreffen sind.

[3] Vgl. http://oedb.org/ilibrarian/a-librarians-guide-to-makerspaces/

[4] http://4thfloor.chattlibrary.org/

[5] http://westportlibrary.org/services/maker-space

[6] http://www.libraryasincubatorproject.org/?tag=makerspace

[7] http://bibliothekarisch.de/blog/tag/maker-space/

[8] http://hackerspaces.org/wiki/Open_Space_Aarhus

[9] http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/bibliotheken-archive/zentralbibliothek/die4/

[10] Einen Überblick gibt http://www.makerspace.com, hier findet sich auch das Makerspace Playbook mit umfassenden Informationen zur Einrichtung von Makerspaces.

[11] http://www.rsgueglingen.de/3d/

29. November 2013 at 17:18 5 Kommentare

Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014

Auch in diesem Jahr möchten wir euch alle herzlich einladen euch auf den Preis “Zukunftsgestalter in Bibliotheken” zu bewerben oder tolle Projekte, die Ihr kennt, vorzuschlagen. Hier der offizielle Ausschreibungstext:

Zukunftsgestalter2014

 

 

Einladung zur Bewerbung oder Benennung:

Wir suchen Personen, Teams und Einrichtungen mit dem Blick nach vorn, die Ideen konkret umsetzen und so Bewegung in die Bibliothekslandschaft bringen. Wir suchen die Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2014.

Der Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken“ wurde erstmals 2012 vergeben. Er wird vom Verlag De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. im Rahmen des 103. Bibliothekartags in Bremen im Juni 2014 verliehen.

 

Ziel:

Mit dem Preis werden zwei Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagiert haben.

Prämiert werden jeweils eine Einzelperson oder ein Team. Ausgezeichnet werden konkrete Aktivitäten, die in Bibliotheken selbst, im Umkreis von Bibliotheken oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kommen. Von besonderem Interesse sind Projekte und Services, die Nutzer zum Mitmachen anregen oder sich zur Übertragung auf andere Einrichtungen eignen. Das Projekt soll im Verlaufe der letzten zwei Jahre erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden sein. Es können auch Projekte eingereicht werden, die noch in der Entwicklung sind, sofern das Endresultat schon absehbar ist.

 

Preis:

Beide Preise sind mit € 500 dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten darüber hinaus ein Anerkennungszertifikat und werden eingeladen, ihre Leistung während des 103. Bibliothekartags in Bremen zu präsentieren.

Zudem wird ihnen ermöglicht, in der Zeitschrift BFP und auf dem Blog der Zukunftswerkstatt über Ihre Arbeit zu berichten.

 

Bewerbung:

Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen ist die Annahmebereitschaft vorab zu klären.

Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken und andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum oder in deutschsprachigen Bibliotheken des Auslands.

 

Einzureichende Unterlagen:

Erforderlich ist eine max. 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Projektes oder Produktes. Darin sollten die  unten genannten Kriterien angesprochen werden. Beizufügen ist eine sehr knappe Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder. Die Unterlagen müssen bis zum 31.03.2014 beim Verlag als E-Mail-Attachment vorliegen (senden an: alice.keller@degruyter.com).

 

Bewertung:

Eine fünfköpfige Jury, die aus Herausgebern der Zeitschrift BFP und Mitgliedern der Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung e.V. zusammengesetzt ist, beurteilt die Vorschläge anhand eines Kriterienkataloges. Die Beratung erfolgt nicht öffentlich, die Auswahlentscheidung ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Bei der Entscheidung werden folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Zukunftsrelevanz: Setzt das Projekt neue Standards für die Zukunft? Wie schätzen Sie dieses Potential ein?
  • Innovation und Kreativität: Was ist an diesem Projekt innovativ oder kreativ? Bitte geben eine Einschätzung dazu ab.
  • Übernehmbarkeit: Kann es von anderen übernommen oder für deren Zwecke adaptiert werden? Wie schätzen Sie diese Möglichkeit ein? Welche Tools oder Unterstützung werden zur Verfügung gestellt.

Daneben werden bewertet:

  • Kooperation: Wie wurden Partner in der Konzeption und Umsetzung eingebunden?
  • Teilnehmeraktivierung: Hat das Projekt zu einer Teilnehmeraktivierung geführt, wird selbständiges Tun bei Teilnehmenden angeregt? Bitte nennen Sie Beispiele und liefern Sie möglichst einen Nachweis.
  • Nachhaltigkeit: Wie wird für die Nachhaltigkeit des Projektes gesorgt; inwieweit ist die Innovation dauerhaft? Welche Maßnahmen haben Sie umgesetzt oder sehen Sie künftig vor?
  • Effekt: Was hat sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden positiv bewegt?
  • Motivation: Was waren Motivation und/oder Anlass für das Projekt?

 

Preisträger:

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preisübergabe erfolgt während des 103. Bibliothekartags.

 

Die 2012 und 2013 Gewinnerinnen und Gewinner werden hier vorgestellt: http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi240512.pdf und

http://www.degruyter.com/staticfiles/pdfs/presse/pi130313.pdf

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung oder Ihren Vorschlag.

 

Kontakt:

Dr. Alice Keller, Senior Editorial Director

Library and Information Science & Reference

De Gruyter Saur, Rosenheimer Str. 143

D-81671 München

 

 

Tel. +49 (0)89 76 902-253

Email: alice.keller@degruyter.com

 

18. November 2013 at 12:32 Hinterlasse einen Kommentar

Von Baumärkten und Selbstschrauberwerkstätten – Über die Kooperation von Stadtbibliothek und CoWorkingSpace/Schiller40 in Wolfsburg

“Digitale Arbeitswelten”, das ist das Thema, mit dem sich die Zukunftswerkstatt in diesem Jahr eingehend beschäftigt. Im aktuellen Bibliotheksdienst (Heft 10, 2013) und hier im Blog befragte Julia Bergmann bereits die Schriftstellerin, Journalistin und Programmiererin Kathrin Passig zu ihren Erfahrungen mit neuen digitalen Arbeitsformen wie CoWorking und CoWorking Spaces. Hier soll es nun um eine Kooperation zwischen einer Bibliothek und einem CoWorkingSpace gehen.

CoWorking ist eine „neue“ Arbeitsform, bei der unabhängig voneinander agierende Freiberufler, Kreative, kleinere Startups oder digitale Nomaden in meist größeren Räumen, den sog. CoWorkingSpaces zusammenarbeiten. Gemeinsam können sie hier zeitlich flexibel Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis nutzen. Entscheidendes Merkmal eines CoWorkingSpaces im Vergleich zu anderen klassischen Lern- und Arbeitsorten wie Bibliotheken ist jedoch die Community, die durch gemeinsame Workshops, Projekte oder weitere Aktivitäten entsteht und von der die CoWorker in besonderer Weise profitieren.

Digitale Arbeitsformen und CoWorking in Bibliotheken?

Was kann nun der klassische Lern- und Arbeitsort Bibliothek von den neuen digitalen Arbeitsformen in CoWorkingSpaces lernen und wie damit neue Zielgruppen ansprechen bzw. eine Community in den sozialen Netzwerken aufbauen?
Alles beginnt mit ersten Schritten und einer dieser ersten Schritte wurde in Wolfsburg bereits in Form einer Kooperation des CoWorkingSpaces/Schiller40 mit der Stadtbibliothek Wolfsburg und dem Medienzentrum der Stadt gegangen.

Vorbereitung: Minecraft-Session im Besprechungsraum

Vorbereitung: Minecraft-Session im Besprechungsraum

„Fachsimpeln mal anders“ – Stadtbibliothek und CoworkingSpace kooperieren mit Powerpointkaraoke und Smartphoneschule
Bereits Anfang 2011 wurden der spätere Leiter des CoWorkingSpaces Christian Cordes und die Stadtbibliothek gemeinsam aktiv mit der Powerpoinkaraoke, die seit diesem Zeitpunkt regelmäßig, mindestens aber zwei Mal im Jahr in den Räumen der Zentralbibliothek im Aaltohaus stattfindet. Als die Bibliothek während der Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ im Herbst 2011 ein Smartphonetreff veranstaltete und sich das Medienzentrum der Stadt und Christian Cordes daran beteiligten, war dies die Geburtsstunde der späteren Smartphoneschule.

Nach der Gründung des Wolfsburger CoWorkingSpaces im April 2012 wechselte dieses kostenfreie Angebot monatlich zwischen Stadtbibliothek und CoWorkingSpace, ab September 2012 wurde aus dem Smartphonetreff schließlich die Smartphoneschule, die seitdem an jedem zweiten Donnerstag im Monat im CoWorkingSpace/ Schiller40 stattfindet und durchschnittlich 40 „meist älteren“ Teilnehmern die Grundlagen der Nutzung von mobilen Endgeräten vermittelt.
Zwischenzeitlich gründete die Smartphoneschule eine Smartphone-AG mit Schülern der 5. bis 7. Klassen des Wolfsburger Ratsgymasiums. Diese hatten die Aufgabe, die monatliche Veranstaltung mit vorzubereiten und die Besucher der Smartphoneschule zu unterstützen. Die Stadtbibliothek nutzte den Besprechungsraum des CoWorkingSpace/Schiller 40 für Minecraft-Spielnachmittage mit Schülern und auch die FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr Kultur) aller drei Einrichtungen arbeiten gemeinsam an digitalen Projekten wie der Produktion des Podcasts „Kulturlos?Kultur Los! „ oder einer Umfrage zur Nutzung mobiler Endgeräte unter Schülern.

Neben den beiden Formaten Powerpointkaraoke und Smartphoneschule, die sich mittlerweile etabliert haben, denken das CoWorkingSpace/Schiller40 und die Stadtbibliothek auch immer wieder über neue gemeinsame Veranstaltungsformate wie Twitter-Tatort, Twitter-Lesung, oder Laber-Flashmob nach.

Smartphoneschule im CoWorkingSpace/Schiller40

Smartphoneschule im CoWorkingSpace/Schiller40

Arbeitsaufwand? Kooperation ja oder nein? Erstmal kommt es auf die richtige Einstellung an!

Alle Überlegungen, was denn auf Seiten einer Bibliothek nötig ist, um mit einem CoWorkingSpace (so denn vor Ort vorhanden) zu kooperieren, sei es nun der zeitliche oder personelle Rahmen, kann man im Grunde vernachlässigen, wenn nicht in der Bibliothek ein gelebtes und natürliches Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. Das wird auch in der Regel nie bei allen Bibliotheksmitarbeitern gleich stark vorhanden sein, es sollte aber zumindest wie in Wolfsburg ein heißer Draht zwischen CoWorkingSpace-Leiter auf der einen und Öffentlichkeitsarbeiter der Bibliothek auf der anderen Seite bestehen. Einen Zugang in die „neuen“ digitalen Welten finden Bibliotheken nicht, wenn sie sich ab und zu und nur aus Imagegründen mit digitalen Themen schmücken. So ist gerade die regelmäßige Smartphoneschule in Wolfsburg eine Veranstaltung, bei der die Bibliotheksmitarbeiter genau so viel lernen können (und müssen) wie die externen Teilnehmer auch. Bis sie irgendwann nicht mehr Tablets, Smartphones und EBook-Reader als „Themen on top“ zu ihrem „Kerngeschäft“ ansehen, sondern sie wie selbstverständlich in ihren Bibliotheksalltag integrieren. Sind in der Wolfsburger Smartphoneschule der Leiter des CoWorkingSpaces Christian Cordes und der Medienpädagoge des Medienzentrums diejenigen, die inhaltlich am meisten beitragen und das auch didaktisch gut vermitteln, so ist es innerhalb dieser Kooperation gegenwärtig Aufgabe der Bibliothek, die Veranstaltungen in der Presse zu kommunizieren und die zahlreichen telefonischen Anfragen zur Smartphoneschule („kostet das was?“, „was muss ich wissen und vorher lesen, um teilnehmen zu können?“, „ muss ich schon ein Smartphone mitbringen oder kann ich mich bei Ihnen beraten lassen?“) zu beantworten. Prinzipiell wäre hier, je nach Situation vor Ort, ein weiterer Anknüpfungspunkt zu einer Volkshochschule, die vertiefende kostenpflichtige Kurse zu einzelnen Aspekten der Smartphonenutzung anbietet, während in der Smartphoneschule vorrangig die Grundlagen behandelt werden.

CoWorkingSpace/Schiller40

CoWorkingSpace/Schiller40

„Wo Ideen Kreise ziehen“ – das Wolfsburger CoWorkingSpace /Schiller40 in Daten

Das Wolfsburger CoWorkingSpace/Schiller40 ist das erste Space in kommunaler Trägerschaft von Stadt Wolfsburg, der Wolfsburg AG und der Wolfsburger Wohnbaugesellschaft Neuland. Es ist ein anerkannter Ort für Schulen, Bürger und Kreative und Teil des Kulturentwicklungsplans der Stadt. Der Startschuss für die Planungen fiel im Dezember 2011, seit Juni 2012 läuft es im „Vollstartmodus“. 17 Arbeitsplätze können zeitlich flexibel gemietet werden. Da das Space seit September 2012 voll ausgelastet ist, werden zur Zeit keine weiteren Nutzer aufgenommen. 195 Personen gehören zum Kundenstamm des Spaces, 250 Mitglieder umfasst die Facebookgruppe des CoWorkingSpace/Schiller40.
Seit dem Start 2012 können rund 70 Infoveranstaltungen in der Region (IHK, Unternehmen) gezählt werden. Neben Veranstaltungsformaten wie Wissensfunken (4 Veranstaltungen im Quartal ) für die Nutzer des CoWorkingSpaces und weiteren Workshops und Seminaren zur digitalen Kultur, ist das Projekt „Betagarten“ ein Motor für die Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt.

CoWorker bei der Arbeit

CoWorker bei der Arbeit

„Vom Baumarkt zur Selbstschrauberwerkstatt“ – Fazit: was muss passieren, um CoWorking in Bibliotheken zu etablieren?
Auf die Frage, ob und in welchem Umfang sich CoWorking in Zukunft auch in Bibliotheken z. B. in Form von CoWorking Areas verwirklichen ließe, bemüht Christian Cordes ein Bild, das aus seiner Sicht den Ist-Stand in Bibliotheken wiedergibt: Bibliotheken seien wie Baumärkte und ein CoWorkingSpace eher wie eine Selbstschrauberwerkstatt. Wenn man diesen Vergleich auf das Produkt Farbe überträgt, heißt das: Bibliotheken haben die Farben zwar im Bestand und sagen den Nutzern, wo genau die gewünschte Farbe im Regal steht, nehmen sie aber noch viel zu selten aus dem Regal, um ihren Nutzern zu zeigen, was man alles damit machen kann.
Derzeitig sind Themen wie Gaming und FabLabs  für Cordes viel bibliothekstauglicher als CoWorking. Das auch aus dem Grund, da CoWorking eine grundsätzlich andere Auffassung von Community-Management voraussetze, als sie in den meisten Bibliotheken derzeit gelebt wird. Ein weiter Weg also. Fangen wir an, ihn mit vielen kleinen ersten Schritten zu gehen!

Uwe Nüstedt,  uwenuestedt@googlemail.com, Tel. 0171-3127783

1. November 2013 at 00:12 2 Kommentare

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