Bericht zur Gaming-Roadshow in Mannheim

4. November 2011 at 01:30 2 Kommentare

Liebe Freunde und Unterstützer der Zukunftswerkstatt,

heute möchten wir Euch über die Gaming-Roadshow in der Stadtbibliothek in Mannheim berichten. Die Roadshow in Mannheim war nach der Stadtbibliothek Köln, der Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Konferenz „Informare“ die vierte Station. So langsam sind wir Profis geworden:-)

Wie bereits vorab beschrieben haben wir das Konzept der Roadshow etwas geändert. Am 27.10.2011 fuhr ich morgens in Berlin los. Das Ganze gestaltete sich zuerst wie ein Abenteuer denn die Autovermietung hatte mir einen Wagen zur Verfügung gestellt, den ich nicht nutzen konnte. So musste ich erstmal eine Stunde durch Berlin zu einer anderen Filiale fahren um dann einen passenden Wagen zu bekommen. Nun lebe ich ja in einer Welt voller Quests – und als Gamer nahm ich diese Herausforderung gerne an. Schließlich konnte ich dann aber doch starten und vollgepackt bis unter die Decke fuhr ich mit meinem schwarzen Kombi auf die Autobahn Richtung Mannheim. Die Fahrt lief sehr gut und gegen 17h war ich in Mannheim. Nun hieß es auspacken und nur ein bißchen aufbauen. Genauer gesagt habe ich nur die Monitore zusammengebaut und die einzelnen Pakte mit dem Inhalt der Spielstationen den jeweiligen Monitoren zugeordnet. Danach hieß es erstmal schlafen gehen:-)

Am nächsten morgen dann fanden sich die Mitarbeiter der Bibliothek in unserem „Gaming-Saal“ ein und bauten die Stationen auf. Dies geschah etwa nicht weil ich am Vorabend keine Lust mehr hatte die Konsolen aufzubauen und zu verkabeln. Vielmehr hatte das Orga-Team der Bibliothek (Frau Jessen und der Direktor Herr Dr. Schmid-Ruhe) die Idee, dass die Teilnehmer auch lernen sollten, wie man die Geräte aufbaut – und das am besten spielerisch:-) Wer nun glaubt, dass da eine große Gruppe an Bibliothekaren und FAMIS als imaginäre Fragezeichen standen irrt gewaltig – so schnell wurde die Roadshow noch nie aufgebaut:-) Das Problem war eher, die Teilnehmer dann vom ersten Spielen wieder zurück zum Vortrag bzw. dem zweiten Workshopteil zu locken. In meinem Vortrag ging es dann vor allem um die Fragen um was es beim Gaming überhaupt geht, warum dieses Thema wichtig ist, was es für Bibliotheken bedeutet und was Bibliotheken mit dem Thema machen können.

Nachdem wir diesen Teil mit einer kleinen Diskussion beendet hatten ging es wieder ans Spielen. Und wer glaubt, dass Bibliothekare nicht gerne spielen wurde eines besseren belehrt. Besonderes Highlight: der Direktor der Bibliothek ist selber Gamer – was man schon an seinem Outfit erkennen konnte. Nach einer Stunde intensiven Spielens fanden wir uns wieder zu einer Diskussionsrunde zusammen. Hier konnten natürlich auch kritische Fragen diskutiert werden. Schnell wurde auch hier klar, dass die Bibliotheken an sich vor einem tiefgreifenden Wandel stehen. Der Weg weg von einer Bestands- hin zu einer Serviceorientierung hat gerade erst begonnen. Einige Fragestellungen aus dem Bereich Gaming können auch auf andere Themen angewandt werden. So ist es nicht nur beim Thema Gaming so, dass es immer mehr wichtige Informationen und Inhalte gibt, die nicht mehr in der Bibliothek verortet werden können. Dies betrifft nicht nur Spiele, die in zunehmendem Maße digital vertrieben werden, sondern auch für Blogs, Wikis, eBooks etc. Das Berufsbild des Bibliothekars ändert sich nachhaltig. In der Zukunft wird es zunehmend um völlig neue Kompetenzen gehen und Gaming wird sicherlich und hoffentlich eine davon sein.

Nach der Diskussionsrunde ging es weiter mit Spielen ehe dann nach der Mittagspause eine weitere Gruppe von Interessierten dazu kam. Es handelte sich dabei um Pädagogen z.B. aus dem Mannheimer Jugendamt. Auch hier war das Interesse an dem Thema sehr groß und in den Diskussionen (es gab auch hier wieder einen Vortrag nebst Diskussion) kam heraus, dass einige Pädagogen gerne mehr mit Gaming machen würden. Leider ist es aber so, dass das Thema in den meisten Köpfen (ELtern, Politik etc.) noch immer negativ besetzt ist. So ging es in der Diskussion auch darum zu überlegen, wie man das Thema besser kommunizieren könnte, damit man sich für Gamingprojekte nicht immer rechtfertigen muss. Was mir aber durch die Kommentare eines der Teilnehmer auf unserem Blog auch klar wurde ist, dass wir noch besser die Fragestellungen der Pädagogen ausarbeiten müssen. Vielen Dank an Sebastian für die Hinweise auf seinem und unserem Blog.

Nach einer längeren Abendpause fand dann eine sehr spannende Podiumsdiskussion statt. Hierzu waren Vertreter aus verschiedenen Bereichen inkl. der Kreativwirtschaft und Gaming-Entwickler geladen. Genauer handelte es sich um folgende Teilnehmer: Moderation: Florian Gudrow (Chaos Computer Club), Matthias Schindler (Spieleentwickler Rough Sea Games), Janina Klabes (Clustermanagerin Stadt Mannheim), Michael Reisner (Nationaltheater Mannheim) und Stefan Klinga (Stadtmedienzentrum Mannheim und Lehrer an der Waldschule; Dr. Bernd Schmid-Ruhe (Leiter der Stadtbibliothek) Es war ein entspannte und zugleich sehr facettenreiche und interessante Diskussion und ich habe wieder viele neue Gedankenansätze und Ideen kennengelernt. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte öfter solche spannenden Menschen wie in der Diskussionsrunde treffen. Nochmals vielen Dank an Dr. Schmid-Ruhe, den Leiter der Stadtbibliothek für die Idee und Organisation der Diskussion. Schließlich gingen ein paar der Podiumsteilnehmer noch eine Kleinigkeit essen – ich durfte dabei wieder einiges über Game-Design lernen – und danach fiel ich erschöpft aber voller toller Eindrücke in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Tag dann waren die Menschen aus Mannheim eingeladen mit zu spielen – und die Bibliothekare und FAMIS waren die Promotoren. Es gab ganze Familien die mitspielten. Einige Kindern waren zu Beginn mit den Leistungen Ihrer Eltern nicht gerade zufrieden, was aber mit ein bißchen Training und gutem Zureden besser wurde. Es gab aber auch Ehepaare, die sich ein paar Stunden Gaming gönnten. Auch hier gab es immer wieder spannende Gespräche und mir persönlich fällt dabei immer wieder auf, wie wenig die Menschen über das Thema Gaming wissen. Für viele bedeutet Gaming vor allem Suchtgefahr und Gewaltspiele. Und natürlich sind beide Themen nicht aus der Luft gegriffen. Aber sich mit Gaming zu beschäftigen bedeutet weit mehr als die Vorbereitung auf eine Gefahrenabwehr:-)

Am späten Nachmittag hieß es dann abschalten und einpacken. Zwei Stunden lang wurde alles wieder eingepackt und für die Reise vorbereitet.

Ich möchte mich ganz herzlich beim tollen Team der Stadtbibliothek Mannheim bedanken. Es war eine wirklich tolle Zeit und ich hoffe, dass wir sowohl in der Bibliothek als auch in ihrem Umfeld etwas bewegen konnten. Und natürlich hoffe ich, dass wir dieses Programm noch an vielen Institutionen durchführen können. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch noch mal bei der US-Botschaft Berlin für die Unterstützung und die Vernetzung bedanken.

In den nächsten Wochen wird sich bei uns zum Thema Gaming einiges verändern. Es stehen neue noch größere Projekte an. Wir werden wieder etwas neues ausprobieren und wir hoffen so viele Menschen wie möglich zum mitmachen bewegen zu können. Es lohnt sich auf jeden Fall demnächst wieder auf unserem Blog vorbeizuschauen.

In diesem Sinne: Keine Angst – wir wollen nur spielen….

Beste Grüße

Christoph Deeg

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Update zur Gaming-Roadshow in Mannheim Die Gaming-Roadshow kommt nach Gütersloh!

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